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GNP1-Matchmaker: Derek Brunson erlegt den Drachen

Holte Revanche gegen Brasilien: Derek Brunson (Foto: Tobias Bunnenberg).

Im Vorfeld von UFC 217 etwas untergegangen, lieferte UFC Sao Paulo am vergangenen Wochenende eine Menge solide Action. Die zwölf Kämpfe boten Knockouts, Submissions und spannende Schlachten, am Ende setzten sich die Brasilianer in den meisten Fällen gegen die Auswärtigen durch. Nur zum Schluss, in den beiden wichtigsten Kämpfen, hagelte es empfindliche Schlappen für zwei der beliebtesten und verdientesten Brasilianer im Kader der UFC.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Derek Brunson

Anfang des Jahres musste Derek Brunson mit seiner kontrovers knappen Punktniederlage gegen Anderson Silva einen Rückschlag gegen eine brasilianische Legende hinnehmen. Im zweiten Versuch, neun Monate später, stellte er sicher, dass Brasilien nicht mit 2:0 in Führung geht.

Mit seinem K.o. gegen Ex-Champion Lyoto Machida in dessen Heimatland holte Brunson sich den vielleicht größten Sieg seiner Laufbahn. Zusammen mit einem weiteren K.o., im Juni gegen Dan Kelly, ist Brunson damit zurück auf der Siegerstraße und hat auch schon zwei Ex-Champions ins Visier genommen, die ihn auf möglichst schnellem Weg in Richtung Titelchance pushen sollen.

Luke Rockhold macht dabei als nächster Gegner für Brunson mehr Sinn als Chris Weidman, der im Sommer seinen ersten Sieg seit zwei Jahren holte. Rockhold dagegen brachte sich im September mit seinem Comeback-Sieg gegen David Branch nach Titelverlust und Knieverletzung zurück ins Gespräch.

Mit dem Sieger eines Duells zwischen ihm und Brunson hätte man einen potentiellen Titelkandidaten in den Startlöchern, nachdem sich die chaotische Situation um Michael Bisping, Georges St. Pierre und Interims-Champion Robert Whittaker irgendwann entwirrt hat. Nächster Gegner: Luke Rockhold

Colby Covington

Viele Freunde hat Colby Covington sich nicht gemacht während seines Ausfluges nach Brasilien. Schon im Vorfeld hatte das aufstrebende Weltergewicht mit Twitter-Beleidigungen in alle Richtungen die Missgunst von Kämpfern und Fans gleichermaßen erregt. Mit der Antwort - „Dreckige Tiere“ - auf die Beleidigungen hin, mit denen die Fans in Sao Paulo ihn vor seinem Punktsieg gegen Demian Maia überschüttet hatten, ist Brasilien nun besonders heißes Pflaster für Covington.

Dem kann die Entrüstung nur Recht sein. Oftmals kritisiert für einen grapplinglastigen, auf Punktsiege ausgelegten Kampfstil, kann Covington jede PR gebrauchen, um ihn näher an einen Titelkampf zu bringen. Nicht zuletzt Champion Tyron Woodley zeigt sich zusehends gestört von Covingtons Tiraden.

Zwar sind im Weltergewicht gerade eine ganze Handvoll Kämpfer auf dem Weg Richtung Titelkampf – nicht zuletzt Robbie Lawler und Rafael dos Anjos, denen im Falle eines Sieges in ihrem anstehenden Kampf bereits eine Chance gegen Woodley versprochen wurde –, aber bekanntlich steht nichts wirklich fest, bis die Verträge unterschrieben sind.

Bis dahin kann viel passieren. Der Online-Hickhack zwischen Woodley und Covington könnte soweit eskalieren, dass dieses Duell in den allgemeinen Fokus rückt. Lawler und dos Anjos könnten sich verletzen oder einen wenig überzeugenden Kampf abliefern. Mit seinem Sieg gegen Maia hat Covington sich auf Rang drei bis 77 Kilo katapultiert und damit schon einmal in eine sehr starke Position gegenüber vielen anderen Kandidaten.

Viele Top-Weltergewichte sind bereits gebucht, Covington wird also vermutlich zumindest eine kleine Weile warten müssen – zum Beispiel auf den Sieger des Kampfes zwischen Carlos Condit und Neil Magny im Dezember –, sofern er nicht doch direkt die nächste Titelchance bekommt. Nächster Gegner: Carlos Condit oder Neil Magny

Pedro Munhoz

Heimlich, still und leise hat Pedro Munhoz sich seit seinem UFC-Debüt 2014 als eines der besten Bantamgewichte der Welt etabliert. Vier Siege in Folge hat der „Young Punisher“ zuletzt geholt, drei davon durch Aufgabe, der letzte am Wochenende per einarmigem Guillotine Choke gegen den K.o.-gefährlichen Rob Font.

Ein anderer Brasilianer, der sich in Sao Paulo einen soliden Sieg geholt hat, ist John Lineker. Bekannt für harte Hände, sitzt Lineker aktuell auf Platz fünf der Rangliste. Munhoz ist erst auf die elf vorgerückt, trotzdem dürften die beiden Landsleute einen guten, stilistisch interessanten Kampf bieten, der einen von ihnen ein großes Stück in Richtung Titelkampf pushen würde. Nächster Gegner: John Lineker