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GNP1-Matchmaker: Comebacks und Kontroversen

Zuversichtlich: Kevin Lee will im Leichtgewicht an die Spitze (Foto: Florian Sädler).

Die UFC ist aktuell wieder häufiger an Sonntagen unterwegs, so auch am vergangenen Wochenende, als in Oklahoma City die 112. Ausgabe ihrer Fight Night-Reihe über die Bühne ging. Zwar ließen die ganz großen Momente im Laufe der 13 Duelle auf sich warten, einige Highlights gab es in der Chesapeake Energy Arena aber dennoch zu sehen.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Kevin Lee

Bitter für beide: Kevin Lee, der wegen eines Ringrichter-Fehlers Michael Chiesa via Rear Naked Choke besiegte, ohne, dass dieser abgeklopft hätte oder eingeschlafen wäre, wurde eines sauberen Sieges beraubt. Chiesa dagegen bekam keine letzte Chance mehr, sich aus dem Griff zu befreien.

Trotzdem: Im schnelllebigen UFC-Zirkus wird die Kontroverse schnell vergessen sein. Und da der Fauxpas nicht einmal Lees Schuld ist, darf der sich über UFC-Sieg Nummer neun freuen. Mit Michael Chiesa hat der erst 24-Jährige am Wochenende seinen ersten Top Ten-Gegner bezwungen und dürfte somit selbst in die Aufstellung der besten zehn im UFC-Leichtgewicht aufsteigen.

Dort gibt es eine Menge Optionen für das polarisierende Talent. Neben einem Rückkampf gegen Chiesa befinden sich nun Namen wie Edson Barboza, Eddie Alvarez oder Dustin Poirier in Lees Reichweite, sofern man ihn gleich an die Spitze pushen will.

Während Alvarez und Poirier für ihren eigenen Rückkampf gegeneinander plädieren, braucht Barboza noch einen nächsten Gegner. Die Ansetzung gegen den aggressiven, gelernten Ringer Lee wäre nicht nur stilistisch interessant, sondern würde hinter Tony Ferguson und Khabib Nurmagomedov gleich den nächsten Mitbewerber im Rennen um den (über-) nächsten Titelkampf platzieren. Nächster Gegner: Edson Barboza

Tim Boetsch

Nicht übel: Mit seinem technischen Knockout gegen Johny Hendricks hat Tim Boetsch sich einmal mehr als Spielverderber bewiesen. Nach gefeierten Comeback-Siegen gegen Yushin Okami in Japan und das damals vielversprechende Talent Brad Tavares vermieste „The Barbarian“ am Wochenende  Ex-Champion Hendricks den Auftritt vor heimischem Publikum.

Für Boetsch war es überdies ein solides Comeback nach seiner Niederlage gegen „Jacaré“ Souza im Februar. Mit drei Siegen in seinen letzten vier Kämpfen steht der 36-Jährige noch immer im Saft. Ob es für einen Run in die Top 15 noch einmal reicht, steht zwar in den Sternen, aktuell ist Boetsch aber auf dem besten Weg, es bald probieren zu können.

Als nächster Gegner würde Derek Brunson Sinn machen, der nach zwei unglücklich-unnötigen Niederlagen kürzlich mit einem K.o. gegen Dan Kelly wieder auf die Siegerstraße einbog. Abgesehen davon, dass das Duell Feuerwerke verspricht, könnten beide mit einem Sieg vom bekannten Namen auf ihrem Resümee profitieren. Nächster Gegner: Derek Brunson

Dennis Siver

Auch Dennis Siver gelang bei UFC Oklahoma City ein Comeback. Zwei Jahre nach seinem letzten Kampf und mit Niederlagen gegen Tatsuya Kawajiri sowie Conor McGregor im Rücken rehabilitierte der Mannheimer sich am Sonntag mit einem Sieg gegen eine Legende.

Zwar nähert sich BJ Penn zweifellos mit großen Schritten dem Ende seiner illustren Laufbahn, ein Sieg gegen den Hawaiianer macht sich aber noch immer gut auf der Bilanz. Nach dem Niederschlag in Runde zwei zurückzukommen und einen – wenn auch völlig ausgelaugten – Penn bis Kampfende durchweg zu bearbeiten, zeugt vom Biss, den Siver sich auch mit 38 Jahren und nach 35-Profi-Kämpfen erhalten hat.

Wie geht es weiter? Siver selbst bekräftigte nach dem Kampf, sich ganz auf Penn konzentriert und nicht bereits über den nächsten Schritt nachgedacht zu haben. In der Rangliste steht Siver nicht mehr, das potentielle Gegnerfeld gestaltet sich also weit und breit.

Ähnlich in der Schwebe wie Siver befindet sich aktuell Alex Caceres. Mit 29 Jahren ist „Bruce Leeroy“ eine andere Generation als Siver, verlor zuletzt jedoch auch zwei wichtige Kämpfe hintereinander, bevor er kürzlich mit einem Sieg gegen Rolando Gabriel Dy die Negativserie durchbrechen konnte.

Im Duett mit Siver könnten die beiden ihre Position in der Federgewichtsklasse abstecken – und unter sich ausmachen, wer die härteren und unorthodoxeren Kicks mit ins Octagon bringt. Nächster Gegner: Alex Caceres

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