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GNP1-Matchmaker: Comeback der Veteranen

Sein Sieg gegen Andrei Arlovski hält Josh Barnett fürs Erste in der Elite des Schwergewichts (Foto: Dorian Szücs).

Das war sie also, die UFC in Hamburg. Zum ersten Mal in Deutschland gastierte das Octagon an der Elbe vor einem restlos ausverkauften Haus – fast 12.000 Zuschauer sahen die Kämpfe am Samstag live. Und trotz einer langen Reihe Punktentscheidungen und einigen teils äußerst ungeduldigen Fans gab es doch noch das eine oder andere spektakuläre Highlight aus der Hansestadt zu vermelden.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Josh Barnett

Im Duell zweier alter Hasen war es Josh Barnett, der sich mit einem Sieg noch einmal zurück in die Relevanz kämpfte. Nachdem der „Warmaster“ schon innerhalb der ersten zehn Sekunden beinahe von Andrei Arlovski ausgeknockt wurde und seinerseits fast einen Gegner auf die Bretter schickte, entschied der 38-Jährige den Kampf letztendlich durch Zähigkeit und technische Überlegenheit für sich.
Mit drei Siegen und zwei Niederlagen seit seiner UFC-Rückkehr Mitte 2013 ist Barnett aktuell kein Kandidat für einen Titelkampf und hat in Hamburg selbst gesagt, dass er der Chance auf den Gürtel nicht allzu verbissen hinterherjagt. In der erweiterten Elite bewegt Barnett sich nach dem Aufgabe-Sieg gegen Arlovski aber immer noch.

Möglichkeiten gibt es für ihn in der UFC auch noch immer zur Genüge – von Mark Hunt über den Verlierer des Miocic-Overeem-Titelkampfes am Wochenende bis hin zu aufstrebenden Namen wie Derrick Lewis oder Ruslan Magomedov. Ansonsten ist ein anderer ehemaliger Champion mittlerweile fast von einer Verletzung erholt, der selbst zuletzt einen überzeugenden Sieg eingefahren hat und in der Rangliste lediglich drei Plätze von Barnett entfernt steht. Nächster Gegner: Junior dos Santos

Ryan Bader

Wenn man einen Live-UFC-Event besucht und Ryan Bader auf dem Programm sieht, war das üblicherweise ein Stimmungskiller. Endlose Positionskontrolle und unspektakuläre Punktsiege waren das, was man die längste Zeit über vom gelernten Ringer erwartet hat. Auf einer Veranstaltung voll von mal mehr, mal weniger unspektakulären Punktsiegen war es dann ausgerechnet „Darth“ Bader, der in Hamburg mit einem hammerharten Knie-K.o gegen Ilir Latifi die Hütte abriss.

Bader mag vor dem großen Knall dabei gewesen sein, den Kampf zu verlieren, allerdings war Latifi auch keine besonders gute stilistische Ansetzung für ihn. Bader selbst schreibt seinen Erfolg dem Ansatz zu, sich auf den Spaß an der Sache anstatt nur auf das Ergebnis zu konzentrieren. Das hat zumindest am Wochenende für ihn funktioniert.

Was für ihn als nächstes kommt, hängt wohl trotzdem in großen Teilen davon ab, was die UFC für Andere plant. Mauricio „Shogun“ Rua hat im Mai erst einen soliden Sieg eingefahren und noch keinen neuen Gegner, ansonsten hat Bader den Großteil der Top Ten bereits vor den Fäusten gehabt. Bis auf einen Top-Kämpfer, der am Samstag ebenfalls einen Sieg geholt hat. Wenn die UFC Alexander Gustafsson nicht direkt wieder in Richtung Titel oder Jones-Rückkampf pushen will – jetzt wäre der ideale Zeitpunkt, um die beiden aufeinander anzusetzen. Nächster Gegner: Alexander Gustafsson

Peter Sobotta

Ende 2010, nach der dritten Punktniederlage in Folge, schien Peter Sobottas kämpferische Zukunft in der UFC fraglich. Drei Jahre später nach der Diagnose einer bakteriellen Darminfektion samt Not-OP dann auch die kämpferische Zukunft ganz allgemein. Jetzt schreiben wir den September 2016, und mit mehr Siegen, mehr Selbstvertrauen und mehr Erfahrung im Rücken beginnt Sobotta so langsam, sein Potential auszuschöpfen.

Nach dem unglücklichen Leberkick-K.o. gegen Kyle Noke aus dem vergangenen November war eine Leistung wie die gegen Nicolas Dalby genau das, was der Balinger gebraucht hat. Sobotta ließ den ehemaligen Cage Warriors Champion nie in den Kampf finden und war mehrfach drauf und dran, den notorisch taffen Dänen auf verschiedene Arten vorzeitig zu besiegen.

Das hat bisher noch niemand mit Dalby gemacht. Nach Verletzungspech, UFC-Debütanten als Gegner und der erwähnten K.o.-Niederlage sollte das Sobotta endgültig im UFC-Weltergewicht etabliert haben. Leichter wird es ab hier allerdings nicht mehr, denn in dieser Kategorie tummeln sich bereits Namen wie Kamaru Usman, Colby Covington oder Sean Strickland. Nächster Gegner: Colby Covington