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UFC News

GNP1-Matchmaker: Bisping gegen den Rest der Welt

Mehr als 16.000 Fans füllten die Manchester Arena zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr morgens (Foto: Florian Sädler).

Der erste Pay-per-View-Event der UFC auf europäischem Boden unter WME-IMG ist geschafft, und was für einer es war. Bis auf den ersten und den letzten Kampf des Abends hatten die Punktrichter in der ausverkauften und trotz der späten Startzeit durchgehend kochenden Manchester Arena frei. Dafür gab es jede Menge harte Knockouts und Submissions zu sehen, bevor die actionreiche Nacht mit einem so spannenden wie knappen wie geschichtsträchtigen Hauptkampf ins Morgengrauen mündete.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen von UFC 204:

Michael Bisping

Was immer man von der Punktentscheidung in Michael Bispings knappem Sieg gegen Dan Henderson halten mag: Beide haben für ihren 25-Minuten-Thriller allen Respekt der Welt verdient. Henderson, weil man solche Leistungen mit 46 Jahren eigentlich nicht mehr abrufen kann, Bisping, weil er einmal mehr jede Menge Kämpferherz gezeigt und den Titel verteidigt hat, dessen Besitz ihm den Großteil seiner Karriere über niemand zugetraut hätte.

Für Henderson hat sich damit das letzte Kapitel einer mehr als illustren Karriere geschlossen. Wie es dagegen mit Bisping weitergeht, wird wohl ein inoffizielles Turnier um den nächsten Platz als Herausforderer im Mittelgewicht zeigen: Ende November dürfte feststehen, gegen wen er als nächstes ran muss. Bis dahin nämlich treffen sowohl Chris Weidman und Yoel Romero bei UFC 205 als auch Luke Rockhold und „Jacare“ Souza bei UFC Melbourne aufeinander: Zwei ehemalige Champions und zwei langjährige Top-Kämpfer, die beinahe den gesamten Rest der Mittelgewichtsspitze bereits in die Schranken gewiesen haben.

Die Krux dieses Quartetts: Jeder von ihnen verdient den Titelkampf und keiner. Jeder, weil Weidman und Rockhold noch vor kurzem den Gürtel gehalten haben und jede Menge imposante Siege im UFC-Mittelgewicht vorweisen können. Beziehungsweise im Fall von Romero und Souza den Rest der Gewichtsklasse über die Jahre auf dem Weg nach oben auseinandergenommen und wieder neu zusammengesetzt haben.

Niemand, weil weder Weidman, noch Rockhold seit ihrem jeweiligen Titelverlust gekämpft und gesiegt haben, weil Yoel Romero gerade den Rest einer wenn auch kontroversen Doping-Sperre absitzt und Souza vor weniger als einem Jahr gegen Romero verloren hat.

Eine verworrene Situation, für die es wohl keine klare Lösung geben wird, solange aus den beiden Top-Kämpfen nächsten Monat nicht zwei Sieger hervorgegangen sind und einer davon sich im Idealfall mit einer Top-Leistung weit genug vom anderen abhebt. Nächster Gegner: Siehe Text

Jimi Manuwa

Lokalmatador Jimi Manuwa ging als Underdog in seinen Kampf gegen Ovince Saint Preux, drehte gegen Jon Jones‘ letzten Gegner aber auf und schickte „OSP“ in der zweiten Runde mit Treffern zu Körper und Kopf sowie abschließend einem linken Haken böse Schlafen.

Nach Punktentscheidungen und mehreren verletzungsbedingten Kampfabbrüchen ist das der erste klare vorzeitige Sieg in Manuwas UFC-Karriere, und der kommt gerade rechtzeitig. Nach Niederlagen gegen Alexander Gustafsson und Anthony Johnson sollte sich am Wochenende zeigen, ob Manuwa in die Elite des Halbschwergewichts gehört. Mit dem Sieg gegen Saint Preux hat der Londoner gezeigt, dass auch in der Top 5 noch mit ihm zu rechnen ist.

Dort oben dünnt sich das Gegnerfeld aus. Saint Preux hat Manuwa gerade geschlagen, Alexander Gustafsson ist mittlerweile sein Trainingspartner, Jon Jones schwebt weiter im Vakuum und gegen Johnson hat Manuwa erst letztes Jahr klar verloren. Bleiben „Shogun“ Rua und Glover Teixeira. Letzterer dürfte nach dem 13-Sekunden-K.o. gegen Johnson Ende August noch eine Zeit lang pausieren, gegen Rua dagegen hätte Manuwa schon 2014 kämpfen sollen.

Für „Shogun“ böte Manuwa die Gelegenheit, nach Corey Anderson das nächste aufstrebende Talent abzusägen und den dritten Sieg in Folge einzufahren, der Brite dagegen bekäme die Chance auf den größten Namen in seiner Sieg-Bilanz. Nächster Gegner: Mauricio Rua

Iuri Alcantara

Da hat sich der Aufwand fast nicht gelohnt: Iuri Alcantara reiste von Brasilien nach Albuquerque ins Gym von Trainer-Guru Greg Jackson und dann weiter über den großen Teich nach England, um seinen Kampf gegen Brad Pickett dann in nur 116 Sekunden spektakulär zu gewinnen und zusätzlich 50.000 Dollar für die „Performance of the Night“ einzusacken. Nur auf den ersten Blick ein ordentlicher Stundenlohn.

„Marajo“ hat im Laufe seiner UFC-Karriere Höhen und Tiefen erlebt, die nicht einmal zwei Minuten in Manchester gehören definitiv zu den Highlights: Dazu ist Alcantara fähig, wenn die Tagesform stimmt. Nach dem Kampf forderte Alcantara seine Rückkehr in die Top 15, und angesichts dieses Sieges und der Tatsache, dass der Brasilianer in seinen letzten drei Kämpfen lediglich nach Punkten gegen Top-5-Kämpfer Jimmie Rivera verloren hat, könnte das tatsächlich passieren.

Ebenfalls mal in Form und mal weniger ist Eddie Wineland, der aktuell auf der 12 gelistet ist. Der Veteran ist ebenfalls meist in spektakuläre Duelle verwickelt und würde im Duett mit Alcantara mit einiger Sicherheit für Feuerwerke sorgen. Ein Sieg gegen den jeweils anderen würde darüber hinaus beiden einen weiteren brauchbaren Namen für das Resümee verschaffen. Nächster Gegner: Eddie Wineland

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