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GNP1-Matchmaker: Bisping, Cruz und Henderson drehen die Uhr zurück

Zehn Jahre hat es gedauert, bis Michael Bisping sich das UFC-Gold holte - wie lange kann er es halten? (Foto: Florian Sädler).

Was für eine Nacht. Vom ersten Kampf des Abends bis hin zur unschönen Kontroverse um den Rauswurf und das lebenslange Hausverbot des Journalisten Ariel Helwani samt Kollegen hat UFC 199 aus Inglewood, Kalifornien für jede Menge Gesprächsstoff gesorgt. Und für eine Reihe handfester Überraschungen, keine so explosiv wie der spektakuläre Titelgewinn Michael Bispings, der nach zehn turbulenten Jahren in der Organisation zum ersten UFC-Champion von der Insel jenseits des Ärmelkanals wurde.

Wir werfen einen kurzen Blick auf die drei besten Leistungen des Abends:

Michael Bisping

Die Zeit für einen Goldgürtel war eigentlich schon vorbei für Michael Bisping – nach zig verpassten Chancen auf einen Titelkampf, nicht wenige davon kontrovers, hat der „Count“ am Wochenende gleich die erste Chance genutzt und mit seinem Erstrunden-K.o. gegen Luke Rockhold nicht nur den lang ersehnten UFC-Titel gewonnen, sondern gleich noch eine offene Rechnung beglichen.

Ob Bisping den Titel halten kann, wird sich zeigen. Die Reihe potentieller Herausforderer jedenfalls ist lang und imposant: Rockhold, Jacare Souza, Chris Weidman und Yoel Romero warten allesamt darauf, dem Briten seinen Gürtel zu entreißen. Die UFC hat sich zuletzt selbst nach eindeutigen Siegen gerne für direkte Rückkämpfe entschieden, und mit Rockholds Sieg gegen Bisping aus dem Jahr 2014 im Hinterkopf hätte man sicherlich die passende Hintergrundgeschichte, um einen dritten Kampf der beiden bewerben zu können.

Geht man dagegen nach Leistungen, dann sollte Ronaldo „Jacare“ Souza seine Chance bekommen. Das brasilianische BJJ-Ass mit den neu entdeckten harten Fäusten ist der Einzige in der Liste der potentiellen Herausforderer, der seinen letzten Kampf nicht verloren hat oder durch einen Doping-Test gefallen ist. Darüber hinaus würde eine Titelchance für den ehemaligen Strikeforce-Champion frischen Wind in eine Gewichtsklasse bringen, in der vier der letzten acht Titelkämpfe Neuauflagen früherer Duelle waren. Nächster Gegner: Jacare Souza

Dominick Cruz

Der „Dominator“ ist zurück. Das war er zwar im Januar schon nach seinem Sieg gegen TJ Dillashaw, der ihm den durch eine lange Reihe Verletzungen aberkannten Titel zurückholte. Bekanntermaßen aber muss der Gürtel verteidigt werden, um als echter Champion zu gelten – spätestens nach dem dominanten Punktsieg gegen Erzrivale Urijah Faber also ist Dominick Druz wieder dort angekommen, wo er Ende 2011 aufgehört hat: Ganz oben.

In den Jahren seiner Abwesenheit hat sich das UFC-Bantamgewicht beachtlich weiterentwickelt. 2011 noch als dünn besetzte Gewichtsklasse mit kaum potentiellen Champions in ihren Reihen verrufen, ist die Spitze der 61-Kilo-Klasse im Jahr 2016 durchaus gut besetzt: Zwischen all den jungen Talenten wie Cody Garbrandt, Thomas Almeida, Aljamain Sterling oder Michael McDonald sowie den etablierten Top-Kämpfern vom Schlage eines TJ Dillashaw, Raphael Assuncao oder Bryan Caraway dürfte Cruz nicht so schnell die Arbeit ausgehen.

Im Juli werden sich bei UFC 200 Dillashaw und Assuncao im Octagon gegenüberstehen. Der Sieger dieses Duells dürfte dank einer Mischung aus bekanntem Namen und vorzeigbaren Ergebnissen die besten Chancen haben, als nächstes sein Glück gegen Cruz versuchen zu dürfen. Nächster Gegner: TJ Dillashaw oder Raphael Assuncao

Dan Henderson

Hört er auf oder macht er weiter? Diese Frage muss Dan Henderson sich schon all die letzten Jahre über anhören, als eine K.o.-Niederlage nach der nächsten die Stimmen lauter werden ließen, die den Rücktritt des mittlerweile 45-Jährigen forderten. K.o.-Maschine Hector Lombard, so schien das Meinungsbild vor UFC 199 zu sein, würde die Frage mit seinen Fäusten endgültig beantworten.

Tatsächlich brachte Lombard seinen alternden Gegner bei UFC 199 in arge Schwierigkeiten, Henderson überstand die frühen Attacken aber und drehte dann den Spieß um – von einem Headkick und nachfolgenden Ellbogen erholte Lombard sich nicht.

Henderson hat im Vorfeld von UFC 199 selbst zugegeben, dass dies sein letzter Kampf sein könnte – allein, weil es der letzte seines aktuellen Vertrags war. Nach einem Triumph wie diesem aber erscheint der nächste Sieg erfahrungsgemäß noch verlockender als je zuvor. Wie auch immer Henderson sich entscheiden wird – beweisen muss der ehemalige Strikeforce- und Pride-Champion schon lange nichts mehr.

Falls er doch wieder ins Octagon zurückkehrt, wäre ein Titel-Rückkampf gegen Bisping ein Fest für Nostalgiker, wahrscheinlich ist das aber natürlich nicht. Sinn macht für Henderson angesichts seines Namens und der Situation seiner Karriere aber ganz generell kaum ein Gegner – im Zweifel dürfte es entweder jemand vergleichsweise Unbekanntes oder ein weiterer unergiebiger Rückkampf werden. Zum Beispiel der gegen Lyoto Machida, der im April ausgefallen ist. Nächster Gegner: Lyoto Machida