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Derrick Lewis: „Ich verdiene den Titelkampf weniger als Stipe Miocic“

Kann sich Derrick Lewis den UFC-Titel sichern? (Foto: Florian Sädler/GNP1.de)

Noch vor wenigen Wochen hätten wohl wenige MMA-Fans damit gerechnet, Derrick Lewis in naher Zukunft um einen UFC-Titel kämpfen zu sehen. Auch das „Black Beast“ selbst äußerte nach seinem spektakulären Comeback-K.o. über Alexander Volkov Zweifel an seiner Tauglichkeit. Sein Unterhaltungswert im anschließenden Interview mit Joe Rogan, sowie fehlendes Talent im UFC-Schwergewicht, verhalfen dem 33-Jährigen nun jedoch zu der Chance, Daniel Cormier bei UFC 230 im Madison Square Garden vom Thron zu stoßen und sich selbst zum „Baddest man on the planet“ zu küren. Eine Möglichkeit, die laut Lewis Stipe Miocic mehr verdient hätte als er selbst.

Du bist nur so gut wie deine letzte Leistung. Dieses im Sport beliebte Sprichwort trifft wohl auf niemanden mehr zu als auf Derrick Lewis. Im vergangenen Juli lieferte er sich mit Francis Ngannou einen der langweiligsten Kämpfe in der Geschichte der UFC und wurde daraufhin sowohl von den Fans, als auch von UFC-Präsident Dana White kritisiert.

Sein Gefecht mit Alexander Volkov bei UFC 229 war zwar deutlich actionreicher, verlief jedoch nicht zugunsten des „Black Beast“. Ein deutlicher Punktsieg für den Russen schien unausweichlich, bis ihn Lewis elf Sekunden vor Schluss mit einer Rechten traf und den Kampf beendete. Das anschließende Interview, in dem er gegenüber Joe Rogan seine „heißen Eier“ dafür verantwortlich machte, dass er seine Hose nach dem Kampf ausgezogen hatte, machte ihn über Nacht zum Star und auch im Mainstream bekannt.

Diese Gelegenheit packte die UFC beim Schopfe und steckte Lewis prompt in einen Titelkampf mit Daniel Cormier, der am 3. November UFC 230 anführen wird. Auch Lewis selbst zeigte sich überrascht von dieser Entwicklung. In einem Interview meinte der 33-Jährige, dass der ehemalige Champion Stipe Miocic einen Rückkampf mit „DC“ mehr verdient hätte als er. Dennoch wird er sich diese Chance nicht entgehen lassen.

„Das ist ein Kampf, den ich nicht ablehnen kann, weil ich weiß, dass es viele Typen in dieser Gewichtsklasse gibt, die einen Titelkampf mehr verdienen als ich“, sagte Lewis. „Ich verdiene einen Titelkampf wahrscheinlich nicht mehr als Stipe, der den Titelkampf bekommen sollte. Aber man weiß nicht, wann ich das nächste Mal so eine Chance bekomme, deshalb nehme ich sie trotzdem wahr.“

Im Gegensatz zu seinen bisherigen Kämpfen nimmt Lewis den Titelkampf zum Anlass, täglich länger als seine üblichen 30 Minuten zu trainieren. Aus diesem Grund sollte ihn Cormier nicht unterschätzen. „Er denkt, dass es ein einfacher Kampf für ihn wird. Mach nur weiter so und denk das. Es ist einfach verrückt, dass ich mit meiner Art von Training, das ich vor jedem einzelnen Kampf betrieben habe, so weit gekommen bin. Das meine ich ernst. Ich bleibe nicht den ganzen Tag im Gym, wie es meine Gegner machen. Ich bleibe 30, 35 Minuten. Und dann noch fünf Minuten an meinem Handy, um Memes und anderes Zeug zu posten. Aber dieses Mal bleibe ich wirklich den ganzen Tag im Gym.“

Zu seiner Motivation hat auch die Bezahlung für den anstehenden Kampf beigetragen. Schätzungen zufolge hat der Texaner mit seinen drei Kämpfen dieses Jahr etwa 880.000 Dollar verdient. Laut eigener Aussage soll seine Börse bei UFC 230 diese Zahl noch übersteigen. Damit gehört Lewis zu den Topverdienern der Organisation. Entsprechend motiviert war er, nach seinem harten Kampf gegen Volkov gleich wieder ins Training einzusteigen. „Als ich meinen Vertrag mit den ganzen Nullen gesehen habe, dachte ich mir, ‘Ok, ich kann jetzt mit dem Training anfangen‘“, so Lewis.

UFC 230 findet am 3. November im Madison Square Garden in New York City statt. Neben dem Titelkampf im Schwergewicht zwischen Daniel Cormier und Derrick Lewis kommt es zu einem Rückkampf zwischen Luke Rockhold und Chris Weidman. Zudem bekommt es Ronaldo „Jacaré“ Souza mit David Branch zu tun.