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GnP-Prognosen für UFC on FOX 11

Herzlich Willkommen zur neuesten Ausgabe unserer hauseigenen Expertentipprunde. Dieses Mal werden wir für UFC on FOX 11 einen Blick in unsere Kristallkugeln werfen und unsere Einschätzungen zu den vier Hauptkämpfen abgeben.

Für die Veranstaltung am heutigen Samstag geben GnP-Chefredakteur Jan Großöhmigen, sein Stellvertreter Elias Stefanescu und die GnP-Redakteure Florian Sädler und Alexander Petzel-Gligorea ihre Prognosen ab.

Travis Browne (16-1-1 MMA, 7-1-1 UFC) vs. Fabricio Werdum (17-5-1 MMA, 5-2 UFC)

Florian: Ein interessanter und riskanter Kampf für beide. Ich glaube, dass Browne zu diesem Zeitpunkt Vorteile gegenüber Werdum haben sollte - am Boden ist der Brasilianer eine Macht und auch sein Thaiboxen hat sich in den letzten Jahren grundlegend verbessert, aber Browne ist ein geborener Kämpfer, und ein athletischer noch dazu. Ich denke, dass er den Bodenkampf weitestgehend vermeiden kann und stattdessen auf den Beinen und im Clinch genug Schaden anrichten wird, um sich seinen Titelkampf gegen Cain Velasquez zu sichern. Travis Browne via T.K.o. in Runde 1

Jan: Zweifellos ist Fabricio Werdum einer der besten Bodenkämpfer im Schwergewicht. Diese Stärke kann er allerdings nur ausspielen, wenn es ihm gelingt, Travis Browne zu Boden zu bringen. Ich denke, dass er mit seinen Takedowns keinen Erfolg haben wird. Zwar shootet er nicht so sehr aus der Distanz wie Brownes zwei letzte Gegner, doch Browne kann sich auch im Clinch außerordentlich gut gegen Takedowns verteidigen. Im Stand ist Browne der schlagkräftigere und beweglichere Kämpfer. Er wird Werdum mit Schlägen und Tritten zusetzen und dadurch den Kampfabbruch herbeiführen. Travis Browne via T.K.o. in Runde 2

Elias: Mit Werdum ist es immer das Gleiche, bekommt er den Kampf nicht auf den Boden - und steht er dabei noch einem guten Striker gegenüber - wird es sehr schwer für ihn. So auch dieses Mal, gegen Browne. Der Vorteil im Stand gehört klar dem Amerikaner, und so muss Werdum den Takedown herbeiführen. Gelingt ihm dies nicht, wird er untergehen, was ich befürchte. Travis Browne via T.K.o. in Runde 2

Alexander: Das könnte der Schwergewichtskampf des Jahres werden. Die Stärken sind bekannt, Werdum ist ein junger Gott auf der Matte und Browne pflügt mit Schlägen, Kicks und Ellenbogen in letzter Zeit nur so durch die Gegner. Die Frage ist also, ob es Werdum in den fünf Runden schafft, Browne auf die Matte zu bekommen. Zwar ist sein Muay Thai verbessert, aber er sollte sich nicht auf eine Schlacht im Stand mit dem hawaiianischen Hünen einlassen. Browne sollte sich darauf konzentrieren, trotz seiner eigenen Fähigkeiten dem Clinch mit Werdum aus dem Weg zu gehen und den Kampf mit allen Mitteln im Stehen zu halten. Wenn er außen bleibt und Werdum bearbeitet, glaube ich, dass Browne das Finish schaffen kann. Werdums Kinn ist  zwar eins der besseren im Schwergewicht, aber Browne ist einer der härteren Puncher und ich glaube, dass Werdum schneller ermüdet als Browne. So gerne ich auch auf Werdum tippen würde, der Kopf sagt für heute leider Travis Browne via T.K.o. in Runde 3

Liz Carmouche (9-4 MMA, 1-2 UFC) vs. Miesha Tate (13-5 MMA, 0-2 UFC)

Florian: Ja, es hätte definitiv passendere Kämpfe gegeben, die Position des Co-Hauptkampfes hätten einnehmen können, aber Liz Carmouche und Miesha Tate sind nun einmal zwei der bekanntesten Namen im immer noch nicht so recht etablierten Frauen-Bantamgewicht. Ich kann mich nicht wirklich entscheiden, wer hier vorne liegen wird, tippe aber auf Tate, die rundherum etwas vielseitiger ist. Miesha Tate nach Punkten

Jan: Es gibt keinen Bereich, in dem ich Liz Carmouche gegenüber Miesha Tate im Vorteil sehe. Tate ist schneller und kräftiger, sie kann besser ringen, besser boxen und ist auch auf der Matte besser. Eigentlich sollte sie diesen Kampf klar gewinnen... eigentlich. Ihr Problem ist jedoch seit jeher ihre Strategie oder ihre Ringintelligenz. Gegen Ronda Rousey war sie im Stand sehr effektiv und was tut sie dann? Geht in den Clinch, nur um von Rousey einmal quer durch das Octagon geworfen zu werden. Und das nicht nur einmal, sondern die ganze Zeit. Auch gegen Cat Zingano hat ihr ihr oftmals zweifelhaftes Vorgehen den Kampf gekostet. Aufgrund ihrer Fähigkeiten tippe ich auf Tate, aber es würde mich nicht wundern, wenn sie auch diesen Kampf verbockt. Miesha Tate nach Punkten

Elias: Miesha Tate ist definitiv die vielseitigere Kämpferin, im stets unterhaltsamen Bantamgewicht der Frauen. Die frühere Strikeforce-Championess ist die beweglichere Kämpferin und kann so das Tempo des Duells diktieren. Carmouche hat zwar den körperlichen Vorteil, als kompakte Ringerin, doch sollte dies nicht zum Erfolg reichen. Auf dem Boden sowie boxerisch dürfte Tate den Vorteil herausarbeiten und so den Erfolg herbeiführen. Carmouche einzige Erfolgschance sehe ich bei harten Treffern im Stand, oder durch einen hart erarbeiteten Punktsieg auf der Matte, durch dominante Positionen. Das wird Tate zu verhindern wissen, sofern sie wieder zur Spitze gehören will - denn dafür ist hier ein Sieg Pflicht. Miesha Tate nach Punkten

Alexander: Kein Kampf, auf den ich mich freue. Tate ist die bessere Ringerin, bessere Athletin und hat auch im Stand gegen Rousey gute Momente gehabt. Carmouche hingegen ist vor allem dann gut, wenn sie ihre Gegnerin über-powern kann. Das sollte ihr gegen Tate nicht gelingen und ihr fehlt auch das Submission-Grappling, um Tate vorzeitig zu stoppen. Miesha Tate nach Punkten

Edson Barboza (13-1 MMA, 7-1 UFC) vs. Donald Cerrone (22–6 (1) MMA, 9-3 UFC)

Florian: Auf diesen Kampf freue ich mich am meisten, weil er das Potential hat, zu einer spektakulären Muay-Thai-Demonstration zu werden. Wer dabei die Oberhand behalten wird, ist schwer zu sagen. Beide sind im Stand eine Wucht, können aber auch dort mit genügend Druck überwältigt werden, wie vergangene Niederlagen zeigen. Ich denke, dass Cerrone seine größere Erfahrung in wichtigen Kämpfen ausspielen wird, eine Zeit lang mit Barboza auf den Beinen bleibt und das Geschehen bei günstiger Gelegenheit auf die Matte verlagert. Donald Cerrone via Aufgabe in Runde 2

Jan: Edson Barboza und Donald Cerrone gehören zu den offensivstärksten Kämpfern im Leichtgewicht. Beide haben unzählige Möglichkeiten, einen Kampf im Stand zu beenden. Ich halte Barboza für den besseren Kicker, Cerrone für den besseren Boxer. Einen Unterschied könnten die Lowkicks ausmachen, mit denen Barboza schon einige Gegner gestoppt hat. Cerrone sehe ich auf dem Boden im Vorteil, jedoch glaube ich, dass er ein zu stolzer Standkämpfer ist, als dass er einen Kampf gegen jemanden wie Barboza auf den Boden verlagert. Ich gehe von einem ausgeglichenen Kampf aus, an dessen Ende sich Barboza knapp durchsetzt. Edson Barboza nach Punkten

Elias: Hier wird es ordentlich zur Sache gehen. Ein Kampf, bei dem beide Athleten die Chance auf einen Sieg haben. Beide Kämpfer haben jedoch nicht das beste Kinn, somit ist jeder Treffer kampfentscheidend. Taktisch gesehen, wäre es klug, wenn Cerrone seinen Ringervorteil ausnutzt und Takedowns einstreut, um einen Punktsieg zu sichern. Barboza hingegen, wird in gewohnter Form den K.o. suchen - und womöglich einen heranstürmenden Cerrone ins Land der Träume schicken. Edson Barboza durch K.o. in Runde 2

Alexander: Ich will diesen Kampf gar nicht tippen, ich will ihn nur sehen. Das ist eine der besten Standkampf-Paarungen im Leichtgewicht und beide werden hier ein Feuerwerk abbrennen. Beide haben zuletzt die Tendenz gezeigt, sehr langsam anzufangen, insbesondere Barboza. Von daher wird es hier darauf ankommen, wer zuerst seinen Rhythmus findet. Cerrone hat in dieser Hinsicht zuletzt Verbesserungen gezeigt und sollte eigentlich so clever sein, Barboza auf die Matte zu werfen. Aber wir wissen alle, dass Cerrone das nicht tun wird. Die Chance für Barboza sind seine harten Kicks. Damit kann er Cerrone früh aus dem Konzept bringen und die eigene Offensive ankurbeln. Ich denke, dass ihm das gelingen wird und er am Ende seinen ersten großen Namen besiegen wird. Edson Barboza nach Punkten

Yoel Romero (7-1 MMA, 3-0 UFC) vs. Brad Tavares (12-1 MMA, 7-1 UFC)

Florian: Yoel Romero hat bisher jeden seiner UFC-Kämpfe durch (T.)K.o. gewonnen, Brad Tavares dagegen alle bis auf einen nach Punkten. Ich traue es Tavares zu, auch gegen Romero genug Punkte sammeln zu können, um nach drei Runden zum Sieger erklärt zu werden. Einfach wird es jedoch nicht für den Hawaiianer. In seinen letzten beiden Kämpfen hat Romero bewiesen, dass er auch spät im Kampf und nach harten Treffern noch in der Lage ist, seine Gegner eindrucksvoll auf die Bretter zu schicken. Wenn Tavares die ersten Minuten überstehen und in den folgenden die Kontrolle übernehmen kann, dürfte er aber trotzdem eine solide Chance haben. Brad Tavares nach Punkten

Jan: Yoel Romero ist einer der wenigen MMA-Kämpfer, die die Bezeichnung "Weltklasseringer" zweifellos verdient haben. Jedoch wirkt es auf mich so, und seine letzten beiden Kämpfe haben das gezeigt, dass er seine ringerischen Fähigkeiten auf dem hohen Niveau in der UFC (noch?) nicht umsetzen kann. Es ist eine Sache, europäische Hobbykämpfer durch den Ring zu schleudern, aber sowohl Ronny Markes als auch Derek Brunson haben ihn zu Boden gebracht. Da Brad Tavares nicht gerade der beste Ringer ist, wird der Kampf aber voraussichtlich ohne viel Ringen auskommen. Brunson hat Romero im Stand ausgeboxt und ich schätze Tavares als einen schnelleren und technisch besseren Boxer ein als Brunson. Allerdings verfügt er im Gegensatz zu Brunson kaum über Schlagkraft. Romero hingegen genügt, wie man zuletzt sah, ein guter Treffer, um einen Kampf zu beenden. Gegen Tavares hat er drei Runden Zeit, diesen einen Treffer zu landen. Früher oder später wird ihm das gelingen. Yoel Romero via T.K.o. in Runde 2

Elias: Romero hat definitiv den Ringervorteil, den er gegen Tavares ausnutzen muss, wenn er gewinnen will. Ein hartes Kinn und schnelle Fäuste haben zwar beide, jedoch sehe ich Tavares im Stand als Favorit. Romero sollte den Kampf variabel gestalten, um sich so den Vorteil auf den Punktrichterkarten zu sichern, sofern ihm kein T.K.o. auf dem Boden gelingt. Sollte jedoch die Kondition ein Problem werden, könnte es eng werden für den Kubaner. Zwar kann bei beiden schlagstarken Athleten ein Treffer die Begegnung kippen oder gar beenden, jedoch denke ich, dass Romero einen knappen Punktsieg einfahren wird. Yoel Romero nach Punkten

Alexander: Wie gut könnte Romero sein, wenn er sein Ringen richtig einsetzen könnte? Der "Soldier Of God" hat sich zuletzt eher im Stand aufgehalten und läuft seinen Gegner methodisch ab, um ihn mit dem One-Punch-Knockout zu treffen. Das kann funktionieren, kann aber auch richtig nach hinten losgehen. Bisher hatte Romero noch nicht das Kaliber vor den Fäusten, dass ihn im Stand richtig unter Druck setzt. Hier könnte die Chance für Tavares liegen. Tavares hat zwar wenig Schlagkraft, dafür aber die Technik und Geschwindigkeit, um Romero im Stand zu beschäftigen. Sein eigenes Problem ist, dass er bisher zu leicht zu treffen war. Das könnte gegen Romero fatal sein, da ihm wirklich ein Schlag genügt, um seinen Gegner zu stoppen. In einem sehr engen Kampf tippe ich auf späten K.o. durch den Kubaner. Yoel Romero via K.o. in Runde 3