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GnP-Prognosen für UFC 187

Herzlich Willkommen zur neuesten Ausgabe unserer hauseigenen Expertentipprunde. Dieses Mal werden wir für UFC 187 einen Blick in ihre Kristallkugeln werfen und ihre Einschätzungen zu den fünf Hauptkämpfen abgeben.

Für die Veranstaltung am heutigen Samstag geben der stellv. Chefredakteur Elias Stefanescu, Kolumnist Florian Sädler und Redakteur Rene Rasch ihre Prognosen ab.

Daniel Cormier vs. Anthony Johnson

Elias: Anthony Johnson hat derzeit den wohl aggressivsten Kampfstil im UFC-Schwergewicht, gepaart mit einem riesigen Selbstvertrauen. Bei Daniel Cormier ist es eher andersherum. Gebrochen aus dem letzten Kampf, nach der ersten Karriereniederlage und mit Tränen in den Augen auf der Pressekonferenz, muss man sich jetzt fragen ob „DC“ jetzt wieder auf der Höhe ist. Ich befürchte, dass Johnson ihn überrennen wird, wenn Cormier nicht heftige Gegenwehr bietet. Cormier muss sein starkes Ringen einsetzen, um Kontrolle über Johnson zu erlangen oder extrem beweglich im Stand agieren und mit schnellen Jabs punkten. Ob er das über fünf Runden schafft? Ebenfalls denkbar ist, dass Johnson konditionelle Schwierigkeiten bekommt, sofern er die Begegnung nicht rasch beenden kann. Hier kann viel passieren, allerdings sehe ich Johnson als Favoriten, der diesen Kampf vorzeitig beenden kann.
Anthony Johnson durch T.K.o. in Rd. 2

Rene: Hier ist es sehr schwer zu beurteilen, wer den Abend als neuer Champion beenden wird. Meiner Meinung nach hat Daniel Cormier alle Werkzeuge, um Anthony Johnsons Vorteile im Stand zu neutralisieren. Was die Kontrolle des Gegners vor allem am Boden angeht, da hat Cormier die besseren Karten. Aber Johnson hat mich in seinen letzten Kämpfen enorm beeindruckt. Ein offener Schlagabtausch, und Cormier hat keine Chance. Johnson hat schon so manchen gefährlichen Gegner mit Leichtigkeit alt aussehen lassen. Aber Cormier ist zu intelligent, um sich dessen nicht bewusst zu sein; so wird Cormier den Kampf bestimmen und spektakulär ein Zeichen setzen.
Daniel Cormier via (T.)K.O. in Runde 3

Florian: Cormier hat schon in der Vergangenheit gegen Leute mit jeder Menge Power gekämpft, trotzdem kann Johnson ihm mit Sicherheit gefährlich werden. Egal, ob er einfach in der Mitte des Käfigs aggressiv nach vorne geht, seinen Gegner am Zaun stellt oder eine gegnerische Aktion mit einer kompletten Kombination kontert - Johnson kann aus allen möglichen Positionen, Richtungen und Winkeln Dynamit in seine Techniken packen. Die Frage für mich ist, ob Cormier ihm das erlauben wird. Wenn seine Kondition im Vergleich zum Jones-Kampf wirklich so viel besser ist wie er behauptet, gehe ich davon aus, dass er Johnson mit seinen Fäusten in der Nahdistanz unter Druck setzen kann und ihm so gut wie keinen Raum für eigene Offensive oder eben jene kraftvollen Konteraktionen geben wird. Auf diese Weise wird er "Rumble" mit fortschreitender Zeit zermürben und vielleicht in den späteren Runden sogar das vorzeitige Ende herbeiführen können. So zumindest meine Theorie, die durch Johnsons Power allerdings in jeder der 25 Minuten in der Luft zerrissen werden könnte.
Daniel Cormier via Aufgabe in Rd. 4

Chris Weidman vs. Vitor Belfort

Rene: Vitor Belfort war lange nicht mehr im Octagon zu sehen. Wie wird er nach Absetzen der TRT performen? Ist er noch immer der gefährliche Übermensch? Oder bleibt nicht mehr viel von der alten Power übrig? Chris Weidmann wird Belfort seinen Zauber nehmen und ihn nach Belieben zu Boden bringen, immer wieder gefolgt von hartem Ground and Pound. Am Ende wird ein gebeutelter Belfort keine Kraft mehr haben, und schließlich aufgeben.
Chris Weidman durch Submission in Rd. 4

Elias: Wie wird sich Vitor Belfort schlagen ohne seine Testosteron-Ersatztherapie? Die Antwort gibt es heute Nacht. Sollte Belfort wie in den letzten Kämpfen auftreten, könnten wir einen neuen Champion sehen. Der Brasilianer hat sowohl die Power und Technick, als auch die Kondition, um Weidman vom Thron zu stürzen. zudem schlägt und kickt er extrem hart - und er weiß, dass dies sein womöglich letzter Griff nach dem UFC-Gold sein wird. Weidman hingegen geriet bislang nie wirklich in Gefahr und zeigte sich sehr selbstsicher  in den Countdown-Videos. Sollte Weidman sein starkes Ringen erfolgreich einsetzen, dürfte Belfort vom Rücken aus Probleme bekommen. Der acht Jahre jüngere Weidman besitzt viel Momentum und könnte so den Sieg einfahren, ich würde jedoch keinen K.o. von Belfort ausschließen und setze hier auf den vermeintlichen Underdog.
Vitor Belfort durch T.K.o. in Rd. 3

Florian: Ich habe das Gefühl, dass Belfort wegen der ganzen TRT-Geschichte ein wenig zu stark unterschätzt wird. Die Wettquoten zumindest scheinen dem Brasilianer so gut wie keine Chance zu geben, ganz so eindeutig sehe ich die Sache nicht. Belfort hat 1997 in der UFC debütiert und gegen beinahe jeden großen Namen gekämpft, den diverse Gewichtsklassen hergegeben haben - ob man ihm durch das Verbot einer Substanz, die er ohnehin nur für vergleichsweise kurze Zeit genutzt hat, so dermaßen den Wind aus den Segeln nehmen kann? Ein Nachteil wird der TRT-Verlust sicherlich sein, vor allem in der frühen Phase des Kampfes sehe ich Belfort aber durchaus als Risiko für Weidmans Titel. Weidman verbessert sich stetig und zeichnet sich vor allem durch hohe Effektivität in allen Bereichen des Sports aus. Trotzdem ist er im Stand immer noch eine Art Rohdiamant, Belfort dagegen nichts weniger als eine explosive Dampframme. Für mich kommt es darauf an, ob Belfort - auch angesichts seiner langen Pause - früh genug in diesen Modus umschalten kann oder er es Weidman erlaubt, zuerst in den Kampf zu finden und ihn so weit unter Druck zu setzen, dass er selbst nicht mehr genug Offensive anbringen kann. Ich denke, dass das der wahrscheinlichere Verlauf verglichen gegenüber einem Belfort-K.o. ist und Weidman in den ersten beiden Runden langsam aber sicher das Ruder an sich reißen wird. Ich bin mir nicht sicher, was er anschließend mit Belfort anstellen kann oder wird, ein später Aufgabesieg oder eine Punktentscheidung scheinen mir aber am wahrscheinlichsten zu sein.
Chris Weidman nach Punkten

Donald Cerrone vs. John Makdessi

Elias: John Makdessi sprang kurzfristig ein, daher muss man sich fragen wie fit und bereit er eigentlich ist, besonders für einen Mann vom Kaliber Donald Cerrone. Makdessi ist ein variabler Kicker, der jedoch nicht die besten Hände besitzt und auch oft die Reichweite überbrücken muss, um Schaden anzurichten. Dort hat es Cerrone sicherlich einfacher und ist auch der kräftigere Mann. Wenn der "Cowboy" in den zweiten Gang schaltet, dürfte es zu viel werden für Makdessi.
Donald Cerrone durch T.K.o. in Rd. 2

Florian: Cerrone geht selbstverständlich als haushoher Favorit in dieses Duell, man sollte Makdessi allerdings keinesfalls unterschätzen. Der Kickbox-, Karate- und Taekwondo-Experte ist im Stand technisch hochversiert und präzise, kann seine Gegner unter starken Druck setzen, hat solide Takedownverteidigung und sehr gute Nehmerfähigkeiten. Sein größter Nachteil aber könnte neben dem Größenunterschied, der es schwierig machen wird, seine Jabs anzubringen, vor allem Cerrones Faible für Lowkicks sein. Makdessi checkt kaum Kicks zu den Beinen und hat selbst in einem Punktsieg gegen den auf das Boxen spezialisierten Sam Stout ein hochrotes Bein davongetragen. Für mich hängt der Ausgang dieses Kampfes davon ab, wer dem Kampf als erstes seinen Stempel aufdrücken kann. Cerrone startet gerne langsam und hat sich schon mehrfach von Gegnern das Heft aus der Hand nehmen lassen, die ihn von Anfang an unter Druck gesetzt haben. Makdessi könnte dazu in der Lage sein, dazu muss er aber aufpassen, sich nicht vom "Cowboy" zermürben zu lassen, wenn dieser aus der Distanz harte Aktionen setzt.
Donald Cerrone nach Punkten

Rene: Vor John Makdessi muss man schon alleine für die kurzfristige Kampfzusage den Hut ziehen. Aber Cerrones Stand hat sich so enorm entwickelt, und nach ein paar Minuten Feuerwerk wird Makdessi sehen, dass er gegen Cerrone nicht mithalten kann. Egal, ob im Stand oder am Boden, Cerrone spielt eine Klasse höher und wird den Kampf vorzeitig beenden.
Donald Cerrone durch Submission in Runde 2

Andrei Arlovski vs. Travis Browne

Elias: In diesem Kampf sehe ich Andrei Arlovski nicht als Favoriten an. Der Weißrusse steht hier einem sehr beweglichen und aggressiven Travis Browne gegenüber, der bekannt für Ausdauer sowie Comeback-Siege ist. Ein guter Kinn hat er obendrauf - genau das Gegenteil werfen Kritiker Arlovski vor. Ich befürchte allerdings, dass Arlovski bei großem Druck einbrechen wird, obwohl er in den ersten Minuten alle Chancen zum Sieg hat.
Travis Browne durch T.K.o. in Rd. 2

Rene:
Wie oft habe ich Arlovski als Verlierer vorhergesagt und nur ein einziger Schlag reichte oft aus, um mir das Gegenteil zu beweisen. Arlovski und Browne werden sich einen Schlagabtausch liefern und das stärkere Kinn wird gewinnen. Browne ist meiner Meinung nach aggressiver und stärker, somit wird er Arlovskis Siegesserie unterbrechen.
Travis Browne via (T.)K.O. in Runde 1

Florian: Arlovskis angebliches Glaskinn wird meiner Meinung nach schlechter gemacht als es ist. Der Mann ist mit gebrochenem Kiefer mit Anthony Johnson über die volle Distanz gegangen und sechs seiner letzten sieben Kämpfe gewonnen, offensichtlich ohne ausgeknockt zu werden. Auf lange Sicht sehe ich Browne aber dennoch als zu viel für einen 36-jährigen Arlovski an. "Hapa" wird ihn langsam aber stetig im Stand zermürben und einige Male in Gefahr bringen, bevor er später im Kampf schließlich den Sack mit Groundandpound endgültig zumacht. Dummerweise wiegen die beiden weit über 100 Kilo, es könnte also auch das genaue Gegenteil eintreten.
Travis Browne via T.K.o. in Rd. 3

Joseph Benavidez vs. John Moraga

Elias: Joseph Benavidez ist hier ein riesiger Favorit und würde bei einer Niederlage seine Glaubwürdigkeit und seine Titelträume verlieren. Er wird genau deswegen hochmotiviert in das Duell ziehen, gegen den unbeweglicheren und weniger gefährlichen John Moraga. Sollte Moraga große Gegenwehr liefern, wird der Kampf über die volle Distanz gehen. Falls Benavidez aufdreht, um ein Ausrufezeichen zu setzen, könnte der Fight vorzeitig beenden werden. Ein Sieg von Moraga ist hier schwer vorstellbar.
Joseph Benavidez durch T.K.o. in Rd. 3

Florian: Moraga ist Benavidez technisch unterlegen und darüber hinaus langsamer als er, könnte dem Kalifornier aber mit Aggressivität und Herz gefährlich werden. Das allerdings kann ich mir nicht wirklich vorstellen - zumindest nicht in einem Maße, das Benavidez an den Rand einer Niederlage bringen könnte. Benavidez wurde von Demetrious Johnson ausgeknockt, man kann meiner Meinung nach aber wohl ohne schlechtes Gewissen sagen, dass er da schlicht und einfach kalt erwischt wurde. In seinem letzten Kampf gegen einen sehr talentierten Kämpfer in Dustin Ortiz hat er gezeigt, wie kompetent er in allen Facetten des Sports ist und gegen Moraga wird der Kampf meiner Ansicht nach wohl ähnlich ablaufen: Vollgas über drei Runden und Benavidez mit einem weiteren Sieg in der Tasche.
Joseph Benavidez nach Punkten

Rene: Joseph Benavidez ist ein Vorzeige-Athlet in seiner Gewichtsklasse. Das Team-Alpha-Male-Mitglied wird Moraga mit seinen exzellenten Grapplingfähigkeiten kontrollieren und einen Takedown nach dem anderen landen. Auch wenn sich Moragas Bodentechniken verbessert haben, gegen Benavidez wird dies nicht ausreichen.
Joseph Benavidez nach Punkten