UFC News

GnP-Prognosen für UFC 182

Herzlich Willkommen zur neuesten Ausgabe unserer hauseigenen Expertentipprunde. Dieses Mal werden wir für UFC 182 einen Blick in unsere Kristallkugeln werfen und unsere Einschätzungen zu den fünf Hauptkämpfen abgeben.

Für die Veranstaltung am heutigen Samstag geben stellv. GnP-Chefredakteur Elias Stefanescu und die MMA-Redakteure Alexander Petzel-Gligorea, Florian Sädler und Tim Romanus ihre Prognosen ab.

Jon Jones (20-1 MMA, 14-1 UFC) vs. Daniel Cormier (15-0 MMA, 4-0 UFC)

Elias: Hier steht alles auf dem Spiel. Wer verliert seine Glaubwürdigkeit, nach dem ganzen "Trash-Talk"? Keiner der beiden will verlieren und genau das macht es so spannend. Cormier könnte mit seinem hochwerigen Ringerqualitäten mögliche Takedowns verteidigen und auf der anderen Seite eigene anbringen. Sollte ihm das gelingen, steigen die Chancen auf einen Sieg, doch muss man sich fragen ob er mit Jones stehen will, anstatt durch Takedowns Punkte zu sammeln. Jones hingegen hat den klaren Reichweitenvorteil und die Variabilität der unkonventionellen Angriffe. Zudem könnte auch er den Bodenkampf initialisieren, schließlich ist er selbst ein trickreicher Ringer. Hier kann alles passieren, von einem K.o. bis hin zum Punktsieg in insgesamt fünf möglichen Runden. Ob die Kondition den entscheidenen Faktor spielen wird? Auch wenn ich denke, dass Jones, der bislang unbesiegbar zu sein schien, hier gewinnt - würde ich mich über einen Titelwechsel freuen, der neue Würze ins Schwergewicht bringt und tippe auf: Daniel Cormier nach Punkten

Florian:
Auf diesen Kampf freue ich mich seit Monaten, und zwar weil hier zwei der besten Kämpfer der Welt aufeinandertreffen, die sich außerdem schlicht und einfach nicht ausstehen können. In einem Profi-Kampfsport kann es natürlich immer passieren, dass sich die ganze Zankerei im Nachhinein als Show herausstellt, hier scheint die Feindschaft aber echt und ernst zu sein. Für den Verlierer wird die Nacht des 3. Januar nach all dem Drama und den großen Tönen daher höchst erniedrigend enden, und ich tendiere dazu, dass es Cormier so gehen wird. Sicher, "DC" hat reelle Siegchancen - vielleicht die besten irgendeines Halbschwergewichtes im momentanen Kader - trotzdem tendiere ich zu Jones. Körperlich mag Cormier der wuchtigere Kämpfer sein, was dazu auch noch seinem Kampfstil entgegenkommt, den immensen Größen- und Reichweitenvorteil des Champions kann man aber nicht ignorieren - vor allem bei jemandem, der erwiesenermaßen weiß, wie man diese natürlichen Gaben einsetzt. Zudem scheint Jones als Kämpfer erwachsener zu werden, was zwar für weniger spektakuläres Trailer-Material sorgt, Cormier aber auch weniger Spielraum gibt, den er um Jones' körperliche Vorteile herum ausnutzen könnte. Ich denke, dass DC anfangs sogar mit dem einen oder anderen Takedown durchkommen wird, schlussendlich aber weder im Stand noch auf der Matte oft oder deutlich genug an Jones' langen Armen und Beinen vorbeikommen wird, um sich dessen Gürtel zu sichern. Jon Jones nach Punkten

Alexander: Viel wird über das Ringen von Cormier geschrieben und erzählt, aber ich frage mich immer noch, wie er es in die Nahdistanz schaffen will. Cormier war seinen bisherigen vier UFC-Gegnern athletisch stark überlegen und konnte es sich erlauben, seine Takedowns ein wenig schlampig vorzubereiten. Gegen Jones wird dies nicht der Fall sein und im Stand glaube ich nicht, dass er seinen Kräftevorteil wirklich ausspielen kann. Daher denke ich, dass wir einen siegreichen Champion sehen werden, der Cormier mit Leg Kicks und Ellenbogen eindeckt und irgendwann, wenn Cormier die Luft ausgeht, den Sack zumachen wird. Jon Jones via T.K.o. in Runde 4

Tim: Beide Kämpfer zeigten ihre Antipathien für den jeweils anderen im Vorfeld der Veranstaltung und so ist der Kampf zwischen Jon Jones und Daniel Cormier für MMA-Fans – mich eingeschlossen – das am heißesten ersehnte Aufeinandertreffen seit langer Zeit. Beinahe unmöglich scheint es, einen möglichen Kampfverlauf vorherzusagen. Dass Daniel Cormier der bessere Amateurringer der beiden ist, daran besteht sicherlich kein Zweifel. Das Ringen aber ebenso erfolgreich im Octagon einzusetzen, ist ein eine andere Sache. Daniel Cormier konnte bislang 48% seiner Takedownversuche erfolgreich beenden und so durchschnittlich 2,2 Takedowns pro 15 Minuten – zumeist gegen Schwergewichte – landen. Sicherlich ein guter, wenngleich kein überragender Wert. Den ringerischen Qualitäten „DCs“ zum Trotz glaube ich, dass es Jon Jones gelingen wird, den Kampf zum Großteil im Stehen zu bestreiten. Dass Cormier hier wiederum, gegen den mit enormen Reichweitenvorteilen ausgestatteten Champion, Runden gewinnt oder ihn am Ende gar auspunktet, halte ich für ausgeschlossen. Zu kreativ ist Jones in seinem Striking, zu groß seine Fähigkeiten sich seinem Gegenüber im Verlauf des Kampfes anzupassen und zu adaptieren. #AndStill Jon Jones nach Punkten

Donald Cerrone (25-6 (1) MMA, 12-3 UFC) vs. Myles Jury (15-0 MMA, 6-0 UFC)

Elias: Ich halte den wesentlich erfahneren Cerrone für den klaren Vorteil in diesem Duell. Jury ist zwar brandgefährlich, doch weiß Cerrone was auf ihn zukommt und wird sich mit Greg Jackson darauf vorbereitet haben. Mit einem Sieg könnte sich Jury allerdings endgültig als einer der besten Kämpfer der Welt etablieren und wird alles in seiner Macht stehende tun, das zu erreichen. Cerrone hingegen scheiterete des Öfteren kurz vor dem Titelkampf. Ob er diesmal mit einem Sieg seinem großen Traum näher kommt? Donald Cerrone nach Punkten

Florian: Ein weiterer toller Kampf, der den Sieger zum Greifen nah an einen Titelkampf im Verlauf des neuen Jahres bringen könnte. Letztlich dreht sich das Duell um die Frage, wie gut Myles Jury wirklich ist? Schlägt er einen zuletzt sehr erfolgreichen Donald Cerrone, validiert das seine Entwicklung vom Talent zum Elite-Kämpfer, wohingegen Cerrone im Falle einer Niederlage sein Gatekeeper-Image zementieren würde. Der Schlüssel zum Sieg dürfte für Jury darin liegen, Cerrone unter Druck zu setzen und ihn seine Wucht und technische Überlegenheit im Stand nicht ausspielen zu lassen. Das ist natürlich leichter gesagt als getan - vor allem, da Cerrone seine alte Anfälligkeit für aggressiv auftretende Gegner zwar nicht ganz abgelegt, zuletzt aber mehrfach gezeigt hat, dass er sich im Verlauf des Kampfes anpassen und ihn notfalls in einem Sekundenbruchteil drehen kann. Ich denke, dass es hier ähnlich laufen wird, Jury zunächst seine Momente haben wird, der "Cowboy" jedoch langsam aber sicher den Spieß zu seinen Gunsten umdrehen wird. Donald Cerrone nach Punkten

Alexander: Was für ein tolles Matchup. Jury und Cerrone haben sich vergangenes Jahr schadlos gehalten und der Sieger hier könnte in diesem Jahr ins Titelrennen eingreifen. Ich bezweifle, dass der Kampf auf die Matte gehen wird, Jury und Cerrone werden schön im Stand bleiben und sich bearbeiten. Wie so oft gehe ich davon aus, dass Cerrone die erste Runde abgibt, dann wird es schon richtig schwer für ihn werden. Jury ist im Stand kaum zu treffen und arbeitet selbst hervorragend in der Offensive. Sollte das eintreffen, wird Cerrone hohes Risiko gehen müssen und sich vielleicht auskontern lassen. Daher hoffe ich für den "Cowboy", dass die ganzen Nebenaktivitäten der Woche seiner Konzentration nicht geschadet haben und er von Beginn an punktet. Von den Fähigkeiten ist er Myles Jury nämlich noch überlegen, wenn auch nicht stark. Donald Cerrone nach Punkten

Tim: Für mich ein 50/50-Kampf zwischen Newcomer Myles Jury und dem Veteranen „Cowboy“ Donald Cerrone, der sich im vergangenen Jahr wahrscheinlich in der besten Form seines Lebens präsentierte. Es ist alles andere als leicht vorherzusehen, ob sich der unermüdliche Offensivdrang des Texaners Cerrone oder Jurys hohe Ringintelligenz sowie dessen überragende Defensivqualität am Ende durchsetzt. Da ich mich entscheiden muss, setze ich auf den vermeintlichen Außenseiter, nämlich Myles Jury, dem es gelingen wird, aus der Entfernung zu punkten und vereinzelte Takedowns zu landen. Myles Jury nach Punkten

Nate Marquardt (33-13-2 MMA, 11-6 UFC) vs. Brad Tavares (12-3 MMA, 7-3 UFC)

Elias: Tavares kann im Stehen mit Marquardt mithalten, jedoch sehe ich dort den früheren Strikeforce-Champion als Favorit. Marquardt hat zwar nicht die gleiche Wucht in seinen Lowkicks, wie Tavares, ist dafür der bessere Boxer. Auch am Boden gebe ich ihm den Vorteil, allerdings ist Tavares im Ringen stark und könnte ihm damit einige Probleme bereiten. Trotzdem denke ich, dass Marquardt sich hier durchsetzt, wenn auch nicht vorzeitig. Nate Marquardt nach Punkten

Florian: Tavares und Marquardt stehen hier ordentlich unter Druck und beide haben die Voraussetzungen, um den jeweils anderen im Octagon in Schwierigkeiten zu bringen. Nach der bitteren Knockout-Niederlage gegen Tim Boetsch, den er zuvor deutlich dominiert hatte, wird Tavares vermutlich versuchen, sich auf seine Ringer-Wurzeln zu besinnen und Marquardt in relativer Sicherheit zu kontrollieren. Ob ihm das so einfach gelingen wird, wird wohl hauptsächlich von Marquardt abhängen und der Form, in der er am Wochenende auftaucht. Nach den bitteren Niederlagen gegen Hector Lombard, Jake Ellenberger und Tarec Saffiedine stellt sich die Frage, wie weit der Aufgabe-Sieg gegen James Te-Huna im Juni Marquardts Selbstbewusstsein wieder aufgebaut hat? Zu verhalten sollte "The Great" am Samstag nicht auftauchen, ansonsten könnte es eine lange Nacht für ihn werden. Brad Tavares nach Punkten

Alexander: Ein Matchup, was die Welt nicht braucht. Brad Tavares kann von allem ein wenig, aber nichts wirklich richtig gut. Sollte er auf Takedowns setzen, könnte er Nate Marquardt über die Punkte besiegen. Wenn er es nicht schafft, den Kampf auf die Matte zu verlagern, wird sich irgendwann Marquardts K.o.-Power durchsetzen. Da ich hoffe, dass der Kampf schnell vorbei ist, tippe ich auf Nate Marquardt via T.K.o. in Runde 2

Tim: Nach mittlerweile 15 Jahren professionellem Kampfsport neigt sich die Karriere von Nate Marquardt langsam aber sicher dem Ende. In seiner Prime hätte „The Great“ Brad Tavares vermutlich nach allen Regeln der Kunst auseinandergenommen – 2015 bin ich mir nicht mehr sicher. Obwohl sich der 35-Jährige leistungstechnisch sicher auf dem absteigenden Ast befindet, meine ich, dass er seinen Gegenüber in der Nacht zu Sonntag trotzdem schlagen wird. Tavares ist ein in allen Belangen ordentlicher Kämpfer, hat jedoch keine signifikante Stärken. Nate Marquardt nach Punkten

Louis Gaudinot (6-3 (1) MMA, 1-2 (1) UFC) vs. Kyoji Horiguchi (14-1 MMA, 3-0 UFC)

Elias: Gaudinot ist zwar immer sehr motiviert, doch hapert es des Öfteren mit der Technik. Auch Horiguchi ist nicht unschlagbar, doch sollte er hier durch seinen ruhigen Stil Gaudinot kontrollieren und so den Punktsieg erzwingen. Dass der New Yorker einen vorzeitigen Erfolg gegen den Japaner einfahren kann, halte ich für unwahrscheinlich, jedoch solte man ihm MMA niemals nie sagen. Alles kann passieren. Trotzdem: Kyoji Horiguchi nach Punkten

Florian:
Dieser Kampf könnte zum einen unterhaltsam werden und zum anderen für eines der beiden Fliegengewichte einen wichtigen Schritt in Richtung eines guten Ranglistenplatzes bedeuten. Letzteres gilt vor allem für Horiguchi, der sich seit Ende 2013 heimlich, still und leise auf diversen Vorprogrammen drei solide UFC-Siege erarbeitet hat. Auf dem Hauptprogramm eines Vegas-PPVs steht ihm hier somit die größte Chance seiner bisherigen Karriere bevor, und ich denke, dass er auch hier gute Aussichten auf Erfolg hat. Zwar sollte er vielleicht aufpassen, sich nicht zu sehr auf Gaudinots wilden Kampfstil einzulassen, selbst in diesem Fall würde ich ihn jedoch vorne sehen. Falls Horiguchi Gaudinot von Anfang an unter Druck setzen und ihm seinen Willen aufzwingen kann, sollte 2015 genauso gut beginnen, wie 2014 geendet hat. Kyoji Horiguchi via T.K.o. in Runde 3

Alexander: Armer Louis Gaudinot. Aber das ist eben die Strafe dafür, dass man Hilfsmittel braucht, um Phil Harris zu besiegen. Der Kampf ist hier nur darauf ausgelegt, Kyoji Horiguchi beim PPV-Publikum bekannt zu machen. Der junge Japaner wird hier wie ein heißes Messer durch die Butter gehen und Gaudinot mit seinen harten Kicks, Schlägen und dem heftigen Ground and Pound bezwingen. Gaudinot hat meiner Meinung nach nicht genug athletische Fähigkeiten, um mit dem schnellen Horiguchi mitzuhalten. Die Frage ist nur, wie lange der Amerikaner durchhalten kann. Kyoji Horiguchi via T.K.o. in Runde 2

Tim: Seine bisherigen UFC-Kämpfe konnte der Japaner allesamt problemlos für sich entscheiden und Fans mit gutem Timing, starken Kicks und harten Händen beeindrucken. Dass ihm selbiges auch gegen Louis Gaudinot gelingt, halte ich für wahrscheinlich – ein ausgeglichener Kampf ist hier meiner Meinung nach nicht zu erwarten. Kyoji Horiguchi via T.K.o. in Runde 3

Josh Burkman (27-10 MMA, 5-5 UFC) vs. Hector Lombard (34-4-1 (1) MMA, 3-2 UFC)

Elias: Burkman konnte bei der World Series of Fighting große Erfolge feiern, doch kann er weder mit seiner Schlagkraft noch mit seinen ringerischen Fähigkeiten eine Gefahr für Lombard darstellen. Ich gehe davon aus, dass der Kubaner nach vorne marschieren wird, Takedowns abwehrt und alles daran setzen wird, seinen Kontrahenten ins Land der Träume zu befördern. Früher oder später wird ihm das gelingen. Hector Lombard via K.o. in Runde 1

Florian: Josh Burkman verdient Respekt dafür, diesen Kampf gegen einen vom monatelangen Warten hoch motivierten Hector Lombard ohne Wimpernzucken anzunehmen. Ob sich das auch in Erfolg im Kampf übertragen wird, bleibt abzuwarten. Burkman vermarktet sich berechtigterweise selbst als jemand, der in solchen Situationen gerne für Überraschungen sorgt, in diesem Fall denke ich aber, dass die Ansetzung nicht gut für ihn ist. Der aggressive Wandschrank Lombard dürfte schlicht zu viel für Burkman sein, der den Kubaner entweder aus dem Nichts stoppen oder drei Runden lang kontrollieren muss, um sich hier den Sieg zu holen, wobei Lombard trotz seiner vermeintlich miesen Kondition auch spät im Kampf noch gefährlich sein kann. Ich denke, dass Lombard sich früher oder später durch einen Niederschlag oder aus dem Clinch die Oberlage sichern wird und den Kampf von dort aus beendet. Hector Lombard via T.K.o. in Runde 2

Alexander: Hector Lombard ist endlich wieder im Käfig. 9 Monate sind seit seinem letzten Kampf vergangen, da wird's auch mal wieder Zeit. Und gegen Josh Burkman hat er auch noch die perfekte Gelegenheit, seine Fähigkeiten vorzuführen. Machen wir uns nichts vor, Burkmans Chancen sind hier vernichtend gering. Wenn er es irgendwie schafft, bis in die dritte Runde durchzuhalten, dann kann ich hier einen Erfolg für ihn sehen, aber Lombard wird es nicht soweit kommen lassen. Takedown-Defense, K.o.-Power und Clinchwork sind einfach zu stark für Burkman, dem ich dieses Mal einfach keine Überraschung zutraue. Aber wenigstens ist er wieder in der UFC. Hector Lombard via T.K.o. in Runde 1

Tim: Dass Josh Burkman einen erneuten Anlauf in der UFC nehmen darf, überrascht mich – trotz seiner zuletzt gestarteten Erfolgsserie (4 Siege aus den letzten 5 Kämpfen) gegen zum Teil weniger namhafte Konkurrenten in der WSOF – sehr. Es wird mit Sicherheit kein warmer Empfang, dem ihm sein Gegenüber, Hector Lombard, bereiten wird. Burkman ist in meinen Augen ein ordentlicher Kämpfer, dem der Durchbruch gegen die Besten seiner Zunft jedoch nie gelungen ist. Auch dieses Mal sehe ich ihn nicht vorn. Lombard wird den Kampf für sich entscheiden und den Rückkehrer vorzeitig stoppen können. Hector Lombard via T.K.o. in Runde 1