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GnP-Prognosen für UFC 178

Herzlich Willkommen zur neuesten Ausgabe unserer hauseigenen Expertentipprunde. Dieses Mal werden wir für UFC 178 einen Blick in unsere Kristallkugeln werfen und unsere Einschätzungen zu den fünf Hauptkämpfen abgeben.

Für die Veranstaltung am heutigen Samstag geben Jan Großöhmigen, Alexander Petzel-Gligorea und Elias Stefanescu ihre Prognosen ab.

Demetrious Johnson (20-2-1 MMA, 8-1-1 UFC) vs. Chris Cariaso (17-5 MMA, 7-3 UFC)

Jan: Bei anderen Außenseitern in Titelkämpfen konnte man zumindest sagen: „Wenn er dieses oder jenes macht, könnte er unter Umständen gewinnen.“ Beim Kampf zwischen Demetrious Johnson und Chris Cariaso kann man das leider nicht sagen. Johnson ist einfach überall um Längen besser als Cariaso, sowohl in den unterschiedlichen Kampfsportdisziplinen als auch in sportlichen Belangen wie Schnelligkeit und Kondition. Lediglich ein Johnson, der krank und verletzt in diesen Kampf geht oder der glücklichste aller Lucky Punches können Cariaso hier zum Sieg verhelfen. Johnson ist einer der technisch besten Kämpfer der Welt und wird das wieder einmal beweisen. Demetrious Johnson nach Punkten

Elias: Demetrious Johnson ist einfach zu konstant und solide in den letzten Kämpfen, so dass es unvorstellbar erscheint, dass Chris Cariaso ihn bezwingt. Ob Ringen, Kickboxen oder Braslianischen Jiu-Jitsu, ich sehe keine Chance für Cariaso, außer einen Glückstreffer. Demetrious Johnson via T.K.o. in Runde 4

Alexander: Ich habe mir nach dem Titelkampf zwischen Renan Barao und TJ Dillashaw geschworen, nie wieder einem Herausforderer eine Chance abzusprechen, aber bei Chris Cariaso fällt mir das sehr schwer. Cariaso wird es unglaubliche Probleme haben, überhaupt erst an Johnson heran zu kommen, um dann seine Stärken auszuspielen. Johnson ist für diese Gewichtsklasse zu stark, zu schnell und einfach zu gut und gegen Chris Cariaso wird er das heute Nacht erneut unter Beweis stellen. Demetrious Johnson via Aufgabe in Runde 3

Donald Cerrone (24-6 (1) MMA, 11-3 UFC) vs. Eddie Alvarez (25-3 MMA, 0-0 UFC)

Jan: Das Duell zwischen Donald Cerrone und Eddie Alvarez ist einer der am schwersten zu tippenden Kämpfe des Jahres. Beide sind außerordentlich gute Kampfsportler und haben mehrere Möglichkeiten, den Kampf zu beenden. Alvarez könnte mit Takedowns und Ground and Pound punkten, aber Cerrone hat eine sehr gefährliche Guard. Im Stand ist Cerrone vielseitiger, dafür kämpft Alvarez taktisch klüger. Nehmerqualitäten haben sie beide, ebenso wie eine gute Kondition. Abgesehen von einem Überraschungstreffer in der ersten Runde wird es voraussichtlich ein ausgeglichener Kampf, in dem es auf die Details ankommen wird. Ich glaube, Alvarez könnte mit einer ringerlastigen Taktik Erfolg haben, die darin besteht, Cerrone gegen den Käfig zu pressen und sich von dort aus Takedowns zu holen. Eddie Alvarez nach Punkten

Elias: Ein Kandidat auf den Kampf des Jahres. Beide Athleten haben Dynamit in den Fäusten und beide können einstecken. Schwer zu sagen, wer hier gewinnt. Cerrone hat die Reichweite, doch Alvarez die Explosivität im Infight. Hier kann alles passieren. Ich könnte mir vorstellen, dass die Reichweite ein Problem für Alvarez sein könnte. Sollte Alvarez nicht in der Nahdistanz den garaus machen, könnte ihn Cerrone dadurch besiegen. Donald Cerrone durch T.K.o. in Runde 3

Alexander: Wer braucht schon McGregor und Poirier, das hier ist das interessanteste Matchup des Abends. Endlich ist Eddie Alvarez in der UFC und mit Donald Cerrone gibt's hier gleich mal eine Standortbestimmung. Beide Kämpfer können gut austeilen und sind dafür bekannt, auch gut und gerne einzustecken, weswegen ich hier einen sehr engen Kampf sehe. Alvarez bringt gute Fußarbeit, harte Hände und unorthodoxe Attacken mit in den Käfig, ist aber aufgrund seiner Körperhaltung dafür prädestiniert, mindestens einmal pro Kampf auf die Matte zu gehen. Bisher ging es dabei in den meisten Fällen gut, aber Cerrone ist, wenn er Blut gerochen hat, brandgefährlich. Für Alvarez liegt der Schlüssel also darin, von Beginn an das Heft in die Hand zu nehmen und Cerrone seine Geschwindigkeit aufzuzwingen. In einer Begegnung, in der beide Kämpfer gerne ihre erste Runde abgeben keine leichte Aufgabe. Auch wenn ich Alvarez hier gerne gewinnen sehen würde, Cerrone wird es wohl leider machen. Donald Cerrone nach Punkten

Conor Mc Gregor (15-2 MMA, 3-0 UFC) vs. Dustin Poirier (16-3 MMA, 8-2 UFC)

Jan: Zwei Aspekte haben mich davon überzeugt, dass es Conor McGregor gelingen wird, Dustin Poirier zu besiegen. Erstens ist McGregor ein sehr unkonventioneller Striker, der nur schwer auszurechnen ist und auf den man sich auch nicht leicht vorbereiten kann. Zweitens hat Poirier im Stand eklatante Schwächen in der Defensive. Um auf lange Sicht erfolgreich zu sein, muss man nicht nur austeilen können, sondern auch verhindern, dass man einsteckt. Selbst gegen den deutlich schwächeren Akira Corassani kassierte Poirier einige Wirkungstreffer, ehe er den Kampf für sich entschied. Poirier hat ein gutes Kinn, aber einen Kampf gewinnt man nicht, indem man Schläge und Tritte absorbiert. Conor McGregor nach Punkten

Elias: Wieder mal ein Kandidat auf den Kampf des Jahres. Beide Athleten sind sehr explosiv und zugleich motiviert. Conor McGregor hat viel Rückenwind und benutzt Psychotricks gegen sein Gegenüber, wobei Dustin Poirier ein alter Hase ist und darauf vorbereiten sein wird. Ich halte Poirier für rasanter, so dass er mit dem nötigen Druck den Unterschied ausmachen könnte. Dustin Poirier via T.K.o. in Runde 3

Alexander: Ich werde definitiv zu den Gewinnern dieses Kampfes gehören, weil danach die Fight Week erst einmal rum ist und sich die Conor-McGregor-Hyperei wieder auf ein erträglicheres Maß senken wird, jedenfalls bis zum nächsten Kampf. Der Ire mit dem großen Mundwerk und den Titelambitionen bekommt  hier seinen ersten richtigen Test in der UFC. Brimage war ein Opfer, Holloway damals zu grün und Brandao das perfekte Matchup, Poirier ist nichts davon und wird McGregor alles abverlangen. Fraglich ist aber, ob Poirier seine Schlagdistanz finden kann. Der Amerikaner ist in diesem Zusammenhang das genaue Gegenteil von McGregor und eher statisch unterwegs, während McGregor mit seiner Fußarbeit kaum zu kontrollieren ist. Und dies dürfte auch den Kampf entscheiden. Ich sehe hier keinen vorzeitigen Erfolg, aber McGregors Striking ist präzise und seine Fußarbeit gut genug um Poirier vor sich her zu treiben, sich seine Momente auszusuchen und anschließend wieder auf Distanz zu gehen. Conor McGregor nach Punkten

Tim Kennedy (18-4 MMA, 3-0 UFC) vs. Yoel Romero (8-1 MMA, 4-0 UFC)

Jan: Für einen Weltklasseringer ließ Yoel Romeros Takedowndefensive gegen Derek Brunson einiges zu wünschen übrig. Tim Kennedy ist aus meiner Sicht einer der am meisten unterschätzten Kämpfer in der UFC, insbesondere was seine ringerischen Fähigkeiten betrifft. Wenn Brunson Romero zu Boden bringen kann, dann kann das auch Kennedy – und das Geschehen aufgrund seiner Überlegenheit im Bodenkampf auch dort halten. Kennedy selbst wird sich in einem drei Runden langen Kampf nicht niederringen lassen. Die Entscheidung fällt im Stand und da sehe ich Romero aufgrund seiner Explosivität im Vorteil. Er bewegt sich viel und prescht dann blitzschnell nach vorne, um seine Treffer zu landen. Kennedy hingegen ist nicht gerade der athletischste Kämpfer. Er wird im Stand immer einen Schritt zu spät sein. Yoel Romero nach Punkten

Elias: Ein spannendes Match, mit zwei ähnlichen Kampfstilen. Je nachdem wer sein Ringen durchsetzt, wird hier am Ende die Faust heben. Yoel Romero hat die bessere Technik und ist der solidere Ringer, doch sehe ich Kennedy als taktisch intelligenter. Man darf gespannt sein, wer hier seinen Plan durchsetzen kann und wer Takedowns erzwingt. Sollte sich beide neutralisieren, könnte der explosivere Romero hier wichtige Punkte machen. Yoel Romero nach Punkten

Alexander: Ach, wie einfach wäre es, wenn Romero sich wieder auf seine größte Stärke, das Ringen, besinnen könnte. Damit würde er es mir und vielen anderen Tippern deutlich einfacher machen. Leider tendiert der Kubaner immer noch dazu, eher seine Fäuste sprechen zu lassen. Der Erfolg gibt ihm bisher zwar recht, gegen einen Gegner vom Kaliber eines Tim Kennedy sollte Romero jedoch darauf verzichten, sich auf einen Schlagabtausch einzulassen. Zudem weiß auch der Amerikaner, wie man einen Gegner auf die Matte wirft. Romero dort zu halten, dürfte für Kennedy allerdings noch anstrengender werden als der Takedown selbst. Romeros Bodenkampf ist nicht darauf ausgelegt, den Gegner zur Aufgabe zu bringen, sondern schnell wieder aufzustehen und das dürfte ihm auch gegen Kennedy gelingen. Sollte Romero wie gegen Tavares sein Ringen einsetzen und sich nicht auf seine weiten Schwinger verlassen, die ihn anfällig für Takedowns machen, dann sollte der 37-Jährige auch kein Problem mit den Punktrichtern haben, die Takedowns teilweise noch überbewerten. Yoel Romero nach Punkten

Cat Zingano (8-0 MMA, 1-0 UFC) vs. Amanda Nunes (9-3 MMA, 2-0 UFC)

Jan: Es ist unmöglich zu sagen, in welcher körperlichen und geistigen Verfassung Cat Zingano nach ihrer schweren Knieverletzung und den tragischen persönlichen Problemen ins Octagon steigen wird. In der Fight Week machte sie einen guten Eindruck, aber das muss noch nichts heißen. In Normalform müsste Zingano gegen Amanda Nunes gewinnen: Sie ist im Stand offensiv besser und ist zäh genug, um ihre mangelhafte Defensive zu kompensieren. Nunes ist auf dem Boden sehr stark aus der Oberlage, aber Zingano ringerisch gut genug, um zu verhindern, dass Nunes in diese Position gelangt. Cat Zingano via T.K.o. in Runde 3

Elias: Man darf gespannt sein, wie Cat Zingano nach ihrer langen Auszeit auftreten wird. Gleichzeitig ist abzuwarten, ob sie mental auf der Höhe sein wird, nach der Tragödie mit ihrem Ehemann, der vor kurzem Selbstmord beging. Amanda Nunes hingegen hat einen Lauf und könnte bei einem Sieg nach dem Titel greifen und zugleich Zingano von der Leiter stoßen. Ich halte Nunes für stärker im Stand, jedoch ist Zingano in der Oberlage, sollte es auf den Boden gehen, solider und könnte so einen Punktsieg erarbeiten. Trotzdem denke ich, dass Nunes mit schnellen Fäusten die Entscheidung herbeiführen kann. Amanda Nunes via T.K.o. in Runde 3

Alexander: Hier halte ich mich kurz. Beide haben ihre Stärken im Stand, wobei ich im Bodenkampf Nunes Vorteile einräume. Zingano wird den aber zu vermeiden wissen und ist mit ihrem Standkampf noch oberhalb Nunes einzuordnen. Ich sehe Zingano hier aufgrund ihrer besseren Athletik und der besseren Kondition gewinnen und würde mich nach den vielen Schicksalsschlägen, die sie dieses und letztes Jahr durchmachen musste, auch sehr für sie freuen. Cat Zingano nach Punkten