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Georges St. Pierres Anwalt: Die UFC-Verträge sind eine Form der Sklaverei

Georges St. Pierre (Foto: Florian Sädler)

Am Montag verkündete Georges St. Pierre überraschend, dass sein Anwalt das Vertragsverhältnis zwischen ihm und der UFC beendet hat. Kurz danach dementierte die UFC diese Aussage und kündigte an, unter Umständen mit rechtlichen Mitteln auf die vertraglichen Pflichten des kanadischen Superstars zu bestehen. Nun meldete sich GSPs Anwalt James Quinn zu Wort und äußerte sich geschockt über die Klauseln, die in den UFC-Verträgen festgehalten sind.

„Ich habe schon oft in der Sportwelt gearbeitet“, sagte Quinn gegenüber MMAFighting.com. „Als ich diesen Vertrag gelesen habe, war ich darüber geschockt, wie beengend er ist. Im Prinzip binden sie GSP für den Rest seines Lebens an sich. Die Sportler haben keine Rechte und die UFC hat die Macht über seine Lizenzvergabe und so weiter. So etwas gibt es in keiner anderen professionellen Sportart. Und damit werden sie nicht ewig davon kommen.“

Quinn hat bereits in der Vergangenheit erfolgreich Fälle gegen die NBA, NFL und andere große Organisationen geführt. In 30 Jahren habe er nie einen Sportler-Vertrag mit solch einschränkenden Klauseln in der Hand gehalten. Ähnliche Verträgen seien vor Gericht stets als nicht rechtmäßig eingestuft worden.

„Ich denke, dass der Vertrag – dieser formale Vertrag – nach der Gesetzeslage keinen Bestand haben wird. Nicht in der heutigen Welt. Das ist eine ziemlich nette Form der Sklaverei“, sagte Quinn.

In den vergangenen Wochen hatten sich die Gerüchte um ein UFC-Comeback von Georges St. Pierre im Dezember verdichtet. Die Nachricht von seinem Abschied aus der UFC kam daher Anfang der Woche aus dem Nichts.

„GSP hat die UFC vor einiger Zeit darüber informiert, wieder bereit fürs Kämpfen zu sein“, so Quinn. „Er wollte einen Vertrag für einen Kampf aushandeln, aber das ist nicht rechtzeitig passiert. Die UFC war verpflichtet einen Kampf anzusetzen und ihn mit Zeit und Austragungsort in einem Vertag festzuhalten. Weil es in dem alten Vertrag eine Frist von zehn Tagen gab, haben wir ihnen eine 10-Tage-Frist zur Ansetzung eines Kampfes gegeben. Und sie haben es in dem Zeitraum nicht geschafft. Darum haben wir den Vertrag gekündigt.“

St. Pierre erklärte am Montag, noch einen UFC-Vertrag aus dem Jahr 2011 zu haben. Vor einigen Monaten hatte er bereits mit Ex-UFC-Geschäftsführer Lorenzo Fertitta an einem neuen Vertrag gearbeitet, nach dem Kauf der UFC durch WME-IMG und dem damit verbundenen Weggang von Fertitta seien die Verhandlungen aber zum Stillstand gekommen.

„Wir befinden uns in der Position, dass wir glauben, dass der Vertrag beendet ist“, so Quinn. „Sie haben ihre Meinung, wir haben unsere. Wir werden sehen, wie das ausgeht. Georges will immer noch kämpfen und er würde es mit einem neuen Vertrag auch liebend gerne tun, wenn wir einen neuen aushandeln können. Und wenn nicht, wird er andere Optionen austesten.“

Auch der Reebok-Deal der UFC soll eine große Rolle bei St. Pierres Entscheidung, die UFC zu verlassen, gespielt haben. GSP hat einen hochdotierten Sponsoring-Vertrag mit Under Armour, einem direkten Konkurrenten von Reebok und würde viel Geld verlieren, sollte er in der UFC gezwungen sein, Reebok-Kleidung zu tragen.

„Es liegt jetzt wirklich an der UFC, ob sie gewillt sind, einen neuen Vertrag auszuhandeln oder nicht“, so Quinn. „Wir werden sehen. Ich kann nicht vorhersehen, was passiert.“