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Georges St. Pierre leidet an Zwangsneurose

Georges St. Pierre (Foto: Mark Bergmann/Groundandpound.de)

Seit zwei Monaten rätselt die MMA-Welt, was die Gründe für den überraschenden Rücktritt von Ex-UFC-Champion Georges St. Pierre sein könnten. Nun enthüllte der in einem Interview: „Ich habe eine Zwangsstörung, die hat mich verrückt gemacht.“

Zwangsneurosen sind psychische Störungen, die bei den Betroffenen den Drang („Zwang“) hervorrufen, bestimmte Dinge zu tun oder zu denken. Solche Zwänge können z. B. das immer wiederkehrende Kontrollieren des ausgeschalteten Herds sein, wiederholtes Zähneputzen, o. ä., die bekannten Neurosen sind praktisch unendlich und schränken den Alltag der Betroffenen enorm ein.

Zwangsneurotiker sind sich der Sinnlosigkeit ihrer Zwänge bewusst, dagegen jedoch machtlos. GSP’s Neurose äußerte sich offenbar im Training, was seine akribische, analytische und fast schon roboterartige Vorbereitung erklärt, die ihn berühmt gemacht hat.

„Als Kämpfer ist es eigentlich gar nicht so schlecht, das zu haben, denn es macht einen besser“, erklärte er nun gegenüber dem US-TV-Sender CBS. „Man ist komplett davon besessen, ein besserer MMA-Kämpfer zu werden. Alles, was man jeden Tag tut, ist nur darauf ausgerichtet. Aber diese Besessenheit hat mich langsam verrückt gemacht. Darum habe ich mir eine Pause genommen.“

Nach einem knappen Punktsieg über Johny Hendricks, bei UFC 167 im November, verkündete St. Pierre, sich vorerst vom Sport zurückziehen zu wollen. Wenige Tage später legte er seinen Titel nieder. Mit dem jetzigen Geständnis wird vieles klar, sein Rücktritt, seine zuletzt eher auf Nummer sicher eingefahrenen Punktsiege – GSP war besessen davon, zu gewinnen. Der Gedanke an eine Niederlage raubte ihm den Schlaf, bestimmte seinen Alltag. Das war zu viel.

„Wir haben das damals aus Spaß an der Sache gemacht“, erklärt uns GSP’s Trainer Firas Zahabi im neuen Groundandpound Magazin. „Doch der Wettkampf wurde wichtiger, vor allem das Gewinnen.“

Als „ausgebrannt“ bezeichnet Zahabi seinen Schützling. „Jetzt, wo Georges zurückgetreten ist, kann hoffentlich wieder der Spaß in den Vordergrund rücken.“

Und St. Pierre bestätigt: „Ich fühle mich gut. Zum ersten Mal konnte ich Weihnachten und Silvester mit meiner Familie feiern – so richtig, meine ich. Ich kann so viel Zeit mit ihnen verbringen wie ich will und muss nicht ständig abhauen, weil ein Kampf ansteht oder ich trainieren muss. Denn als ich noch gekämpft habe, war ich völlig besessen davon.“

Laut Zahabi steht GSP derzeit schon wieder im Gym und „lernt den MMA Sport von einer anderen Seite“ kennen. So schnell werden wir „Rush“ St. Pierre wohl also nicht wieder im Octagon sehen.

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