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Georges St. Pierre beginnt USADA-Dopingtestprogramm

Will keine Extrawurst: Ex-Champion Georges St-Pierre (Foto: Florian Sädler).

Nach knapp drei Jahren Abstinenz mehren sich die Anzeichen, dass einer der besten Kämpfer aller Zeiten in den Käfig zurückkehren wird. Nach Georges St. Pierres Ankündigung im Juni, Interesse an einem Comeback zu haben, wurde es zunächst wieder etwas ruhig um den ehemaligen Weltergewichtschampion – jetzt gab der Kanadier in einem Interview bekannt, dass er ins USADA-Dopingtestprogramm einsteigt. Der letzte Schritt auf dem Weg zum Octagon?

Nicht ganz. Noch ist kein Vertrag unterschrieben, und durch den Verkauf der UFC sind die Verhandlungen kurzzeitig zum Erliegen gekommen. Jetzt geht es mit Volldampf weiter, und mit der Aufnahme St. Pierres in das Sportlerverzeichnis der US-Antidopingbehörde ist ein essentieller Meilenstein auf dem Weg zum Comeback genommen worden.

„Ich starte den USADA-Prozess am 10. August in Las Vegas“, so St. Pierre in einem aktuellen Interview. Das bedeutet, dass man „GSP“ frühestens im Dezember dieses Jahres wieder im Käfig sehen wird, denn wer nach längerer Pause in den aktiven Dienst zurückkehrt, der muss eine viermonatige Testphase durchlaufen, während der der Sportler umfangreich auf Doping getestet wird. Außer, der betreffende Sportler heißt Brock Lesnar. 

„Ich will keine Ausnahmeregelung“, so St. Pierre, angesprochen auf die brisante Situation des ehemaligen Schwergewichtschampions Lesnar, der rund um UFC 200 in mehreren Kontrollen auf Östrogenblocker angeschlagen hatte. „Ich habe mich sehr deutlich zu Doping geäußert und es wäre schlecht für meinen Ruf, wenn ich jetzt eine Ausnahmegenehmigung bekäme.“

 „Deswegen starte ich den Prozess am 10. August. Ich habe noch keinen Kampf anstehen, aber jetzt wird es passieren, weil ich jetzt getestet werde. Wenn ich getestet werde, dann gibt es da einen Grund für.

Doping in der UFC war laut St. Pierre einer der Hauptgründe, warum er Ende 2013 nach einem hauchdünnen Punktsieg gegen Johny Hendricks die Handschuhe – vorübergehend oder dauerhaft – an den Nagel hing. Wie also sieht er die Situation knapp drei Jahre, hunderte durchgeführte Bluttests der US-Antidopingbehörde und eine lange Reihe erwischter Sportler später?

„Es wird besser“, erkennt der Ex-Champion an, „aber es ist noch nicht perfekt.“

„Ich finde, dass die Testergebnisse manchmal ein bisschen spät zurückkommen. Ich finde das unglücklich, das sollte nicht passieren.“

Mit Lesnars Testergebnissen ist genau das passiert – ausgerechnet nach dem Aussetzen der viermonatigen Testphase. Der Hauptleidtragende der ganzen Kontroverse war Mark Hunt, den Lesnar vergangenen Monat bei UFC 200 nach Punkten besiegte. Hunt hat seitdem mehrfach deutlich gemacht, dass er als Entschädigung Lesnars gewaltige 2,5 Millionen Dollar starke Kampfgage überschrieben bekommen will. GSP findet diese Idee gerecht.

„Ja, denn ein Trainingscamp kostet eine Menge Geld. Mark Hunt und eine Menge andere Kämpfer, wenn sie kämpfen… Ich, zum Beispiel, ich gebe Geld aus. Du gibst Geld aus, um Geld zu verdienen, das ist die Idee hinter einem Trainingscamp. Wenn ein Kampf ausfällt, weil einer der beiden sich einen unfairen Vorteil verschaffen wollte, dann sollte es eine Strafe geben.“

„Wenn du genug Geld hast, um es für Doping auszugeben – denn diese Dinge bekommst du nicht kostenlos, sie kosten Geld –, dann hast du genug Geld, um deinen Gegner zu bezahlen, wenn du erwischt wurdest.“