UFC News

Gedächtnisverlust mit 30: Allen Crowder beendet Karriere

Allen Crowder (Foto: ZUFFA LLC)

Der Amerikaner Allen Crowder hatte keine großartige MMA-Karriere, schaffte es aber nach zehn Kämpfen in die UFC, wo er drei Mal in den Käfig stieg. Zwei Jahre nach seinem UFC-Debüt verkündet das Schwergewicht nun seinen Rücktritt und begründet es unter anderem mit Gedächtnisverlust.

„Zurücktreten, aufhören, wie auch immer man es nennt. Ich bin gerade mal 30 Jahre alt, aber meine letzten drei Kämpfe endeten in einer Gehirnerschütterung“, erklärte Crowder gegenüber BJPenn.com. „Mein Geschäft läuft richtig gut und das Geld in der UFC ist nicht auf dem Niveau, das ich mir erhofft habe, daher habe ich eine Entscheidung für meine Gesundheit getroffen und höre auf.“

Crowder begann 2011 als Amateur und gewann dort sieben von acht Kämpfen, wobei er in seiner einzigen Niederlage K.o. ging. Auch bei den Profis machte der Amerikaner erfolgreich weiter und gewann acht von zehn Kämpfen. Auch hier ging das Schwergewicht in den Niederlagen technisch K.o. Über die Contender Series von Dana White sicherte er sich seinen Platz in der UFC, in der er im Dezember 2017 debütierte.

In der UFC zeigte sich schnell, dass Crowder nicht für die Schwergewichtsspitze gemacht schien. Das Debüt endete nach zweieinhalb Minuten in einer Knockout-Niederlage gegen Justin Willis. Die UFC bestimmte Crowder anschließend zum Gegner für das UFC-Debüt von Greg Hardy. Hier verbuchte Crowder zwar seinen einzigen UFC-Sieg, dieser kam aber durch eine Disqualifikation Hardys zustande, der mit einem illegalen Kniestoß getroffen hatte. Im Juni kehrte Crowder ein letztes Mal ins Octagon zurück, ging dabei gegen Jair Rozenstruik schon nach neun Sekunden K.o.

„Früher konnte ich noch Schläge wegstecken und mir ging es gut. Aber in meinem letzten Kampf ging ich von einem Jab auf die Bretter und mein Körper ist einfach runtergefahren. Das war der Moment, als mir klar wurde, dass mein Körper das nicht mehr mitmacht. Vielleicht habe ich zu viele Kopftreffer genommen. Ich will meinen Körper nicht mehr dieser Tortur unterziehen, bevor irgendwann vielleicht noch etwas Schlimmeres passiert.“

Wie Crowder weiter erläutert, zeigen sich bei ihm jetzt schon Folgen der im Kampf erlittenen Gehirnerschütterungen. Der 30-Jährige klagt bereits jetzt über Gedächtnisverlust und ein schlechtes Kurzzeitgedächtnis.

„Es wurde in letzter Zeit immer mehr. Es sind Kleinigkeiten wie mein Kaffee, den ich immer mit L-Theanin trinke. Ich stelle meine Tasse in die Kapselmaschine und suche nach dem Theanin. Dann stresse ich meine Frau, dass ich es nicht finden kann, aber wenn ich in die Küche zurückkomme, wird es direkt neben der Tasse sein und ich kann mich weder daran erinnern, es aus dem Schrank genommen oder die Kaffeetasse aus der Kapselmaschine genommen zu haben. Das ist nicht gut.“

Crowder will sich zukünftig auf sein Gym und seine Tätigkeit als Trainer konzentrieren. Der „Pretty Boy“ ist mit seinem Leben zufrieden und schätzt die Zeit mit seiner Familie.

„Es ist unwahrscheinlich, dass ich nochmal kämpfe, denn ich bin glücklich mit dem, was ich tue. Viele Kämpfer haben nichts Anderes. Ich habe diese Optionen, ich muss meine Gesundheit nicht mehr aufs Spiel setzen. Ich genieße mein Leben.“