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Francis Ngannou hat wieder Spaß an MMA

Francis Ngannou (Foto: Florian Sädler/GNP1.de)

Im Hauptkampf der UFC Fight Night in Minneapolis tritt der Kameruner Francis Ngannou in der Nacht zum Sonntag gegen den Brasilianer Junior Dos Santos an. Dem Sieger winkt eine Titelchance im Schwergewicht.

Francis Ngannou (13-3) begann seine UFC-Karriere mit sechs vorzeitigen Siegen in Folge, doch dann verlor er ein Titelduell gegen Stipe Miocic und anschließend auch noch einen Kampf gegen Derrick Lewis. Danach kehrte er stärker zurück als zuvor und fertigte Curtis Blaydes in 45 Sekunden und Cain Velasquez sogar in nur 26 Sekunden ab.

Erst durch die Niederlagen ist ihm bewusst geworden, was alles zu diesem Sport dazugehört. UFC-Präsident Dana White hatte dem 32 Jahre alten Kameruner zuvor vorgeworfen, er sei durch seine Erfolge abgehoben.

„Nichts in meinem Leben hat mich darauf vorbereitet“, sagte Ngannou bei den Open Workouts vor der UFC Fight Night in Minneapolis. „Ich musste plötzlich alles auf einmal lernen. Manchmal sind unglückliche Ergebnisse erforderlich, damit man etwas versteht und daraus lernt. All die anderen hier haben schon ihr ganzes Leben lang Sport gemacht, sie sind damit aufgewachsen. Die wissen viel mehr als ich.“

Ngannou wuchs in Kamerun in Armut auf, mit 12 Jahren musste er schon arbeiten und Geld für die Familie verdienen. Als er 26 Jahre alt war, wanderte er nach Paris aus, um Profiboxer zu werden. Nach einem Jahr auf der Straße begann er im August 2013 mit dem Boxtraining, wechselte aber auf Anraten seiner Coaches schnell zum MMA.

„Ich habe mit MMA angefangen, weil es mir Spaß gemacht hat, es hat mir richtig gut gefallen“, sagte Ngannou. „Irgendwann bin ich vom rechten Weg abgekommen. Ich habe zu viel von mir selbst investiert, anstatt Spaß zu haben. Es wurde zu ernst und in mir entwickelte sich eine Angst, eine Angst, zu verlieren. Ich bin noch sehr jung, ich habe noch viele Jahre vor mir. Ich habe zuletzt viel gelernt. Am Wichtigsten ist, dass man Spaß an der Sache hat, denn man weiß nie, was passiert.“

Nach den Siegen über Velasquez und Blaydes ist Ngannou die Nummer 2 der offiziellen Rankings der UFC – und Samstagnacht kämpft er gegen die Nummer 3, Junior Dos Santos (21-5). Beide haben ihre größten Stärken im Boxen, gemeinsam haben sie 24 Knockouts in der Bilanz stehen.

„Ich denke, ich bin der beste Boxer in der Schwergewichtsklasse und am 29. Juni werde ich das beweisen“, sagte Ngannou. „Ich denke, er ist ein sehr guter Boxer, aber ich werde ihm zeigen, dass ich besser bin als er.“

Ein vorzeitiges Ende durch Schlag- oder Trittwirkung scheint bei diesen beiden Kämpfern unvermeidlich, andererseits hat Ngannou bei seinen Niederlagen auch Schwächen im Ringen und Grappling offenbart. Dos Santos ist im brasilianischen Jiu-Jitsu ein Schwarzgurt unter Yuri Carlton und könnte diese Schwächen ausnutzen. Ngannou kauft seinem Gegner den Schwarzgurt jedoch nicht ab.

„Ich glaube nicht, dass er ein Schwarzgurt im Jiu-Jitsu ist“, sagte Ngannou. „Ich weiß nicht, wo er diesen Gürtel her hat, ich glaube ihm das nicht. Aber man weiß nie, was ein Kämpfer tun wird. Ich muss damit rechnen, dass er ein Takedown versucht, aber das ist nicht seine Komfortzone. Er könnte alles Mögliche versuchen, aber ich bin auf alles vorbereitet.“