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Eddie Alvarez: „Ich werde den ganzen Kampf über bestimmen, was passiert“

Ob Eddie Alvarez am Donnerstag den UFC-Gürtel seiner Sammlung hinzufügen kann? (Foto: Florian Sädler)

Der Weg an die Spitze verlief nicht so schnörkellos wie erwartet, und doch ist Eddie Alvarez am Gipfel angekommen. Fast zumindest, denn in der Nacht von Donnerstag auf Freitag steht dem ehemaligen Bellator-Champion in Form des amtierenden UFC-Titelträgers das letzte große Hindernis vor der Weltmeisterschaft gegenüber. Eine hammerharte Aufgabe für Alvarez, aber eine, von der er sich sicher ist, sie bewältigen zu können.

Als Eddie Alvarez 2014 bei der UFC unterschrieb, war die Aufregung groß: Einer der letzten verbliebenen Top-Kämpfer außerhalb des Octagons würde doch noch in den Käfig der UFC steigen. Bei UFC 178 folgte dann prompt die Enttäuschung in Form einer Niederlage gegen Donald Cerrone. War Alvarez also doch nicht so gut, wie allgemein behauptet?

„Ich hätte nie gedacht, dass ich mein UFC-Debüt verlieren würde“, gab der Leichtgewichts-Herausforderer während einer Presse-Telefonkonferenz im Vorfeld der 90. UFC Fight Night zu. „Das war nichts, was ich erwartet hätte, leider ist es aber trotzdem passiert.“

Neun Monate nach der Niederlage gegen Cerrone kehrte Alvarez mit einem knappen Punktsieg gegen Ex-Strikeforce-Champion Gilbert Melendez zurück, bevor im vergangenen Januar ein weiterer gegen den ehemaligen UFC-Weltmeister Anthony Pettis folgte. Das Risiko, nach der Debüt-Niederlage weiter gegen die Top-Leute anzutreten, war Alvarez nicht nur bewusst – es war von Anfang an Teil des Plans.

„Ich hätte das tun können, was viele Kämpfer tun und mich gegen jemanden aus der Top 30 wieder aufbauen können, es war mir aber wichtig, auf der Linie zu bleiben, auf der ich hergekommen bin. Und das bedeutet, gegen die absolut Besten zu kämpfen, die die UFC zu bieten hat.“

„Ich dachte mir einfach, dass man mir den Titelkampf nicht nehmen könnte, wenn ich weiter gegen die besten Leute kämpfe und sie besiege. Ich denke, diese Strategie hat sich ausgezahlt.“

Das hat sie sich tatsächlich: Im Hauptkampf von UFC Vegas wird Alvarez in der Nacht von Donnerstag auf Freitag deutscher Zeit (Übertragung via UFC Fight Pass) auf Leichtgewichts-Champion Rafael dos Anjos treffen. Der Brasilianer schien in den letzten Jahren beinahe unaufhaltsam und hat nacheinander Kaliber wie Ben Henderson, Anthony Pettis, Nate Diaz und Alvarez‘ alten Freund Donald Cerrone geschlagen. Der ist sich trotzdem sicher, die MGM Grand Garden Arena in wenigen Tagen mit dem Gold um die Hüfte verlassen zu können.

„Ich denke, dass der Kampf sich die ganze Zeit über dort abspielen wird, wo ich ihn haben will – (egal), ob ich entscheide, ihn runterzunehmen oder im Stand zu bleiben. So gehe ich jeden Kampf an: Wir werden dort sein, wo ich sein will, und wann ich es will.“

Unterschätzen, das weiß Alvarez, darf er den Champion trotzdem nicht: „Hut ab (vor ihm). Er hat sich sehr gut gegen die Leute geschlagen, die er vor sich hatte, aber sie sind alle nicht ich. Niemand von ihnen hat meinen Kampfstil. Keiner davon kämpft so wie ich, vor allem nicht mit dem Kampfgeist, den ich an den Tag lege.“

Was auch unter dem Scheinwerferlicht im Käfig passieren wird – Alvarez will äußere Einflüsse dort lassen, wo sie herkommen: „Es gibt immer Druck, aber den mache ich mir selbst, weil ich die beste Leistung abrufen will, die ich bringen kann. Ich weiß, wie man da rausgeht und Erfolg hat. Und darum geht es für mich: Da rausgehen und die Leistung bringen, die ich jeden Tag im Sparring bringe.“

„Wenn ich das tue, besiege ich jeden Gegner. Meine ganze Karriere über habe ich Champions geschlagen. Ich spüre also nur den Druck, den ich mir selbst mache. Was im Käfig passiert, wird für sich selbst sprechen.“