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Doping: Piotr Hallmann kritisiert, CABMMA kontert

Dem Polen Piotr Hallmann wurde nach der UFC Fight Night 51 in Brasilien die Einnahme von Drostanolon nachgewiesen, einem anabolen Steroid, das zum Muskelaufbau eingesetzt wird (GnP berichtete). Hallmann warf dem brasilianischen MMA-Verband CABMMA vor, bei der Durchführung des Dopingtests Fehler begangen zu haben, aber die CABMMA widerspricht seiner Kritik.

In einem Interview mit „Bloody Elbow“ bestritt Hallmann jegliche Dopingvorwürfe und zeigte sich verärgert über die Art und Weise, wie die Dopingtests im Zuge der UFC Fight Night 51 durchgeführt wurden. „Es war offensichtlich, dass das Verfahren unzuverlässig und merkwürdig war. Das ist für die Kämpfer und die UFC ein Anlass zur Sorge“, so Hallmann.

Ein Dopingbeauftragter näherte sich ihm angeblich direkt nach dem Kampf, holte ihn aus der Umkleidekabine, als er sich darauf vorbereitete, ins Krankenhaus gefahren zu werden und ließ ihm dann direkt Blut abnehmen.

Als sich Hallmann im Krankenhaus befand, kam eine der Personen, die ihn zuvor getestet hatte, zu ihm und meinte, etwas sei schiefgelaufen. Da Hallmann wegen eines gebrochenen Kieferknochens Schmerzmittel verabreicht bekam, wurde ihm jedoch kein zweites Mal Blut abgenommen.

Hallmann vermutet nun, er könnte Opfer einer „falsch beschrifteten“ Probe geworden sein. Er kündigte an, gegen den positiven Dopingbefund Beschwerde einzulegen, doch bislang hat die CABMMA kein entsprechendes Schriftstück vorliegen.

Währenddessen antwortete Cristiano Sampaio, einer der Vorstände der CABMMA, auf Hallmanns Vorwürfe. Laut Sampaio wurden bei allen Kämpfern, die bei der UFC Fight Night 51 ins Octagon stiegen, bereits vor der Veranstaltung Urinproben entnommen, die auf Steroide und andere verbotene Substanzen untersucht wurden. Vier Kämpfer wurden für die Blutabnahme nach dem Kampf ausgewählt, die jedoch nur der Entdeckung von HGH dienen sollte.

„Das Steroid Drostanolon wurde in der Untersuchung vor dem Kampf in Herr Piotr Hallmanns Urin nachgewiesen, nicht in seinem Blut“, so Sampaio. „Sein Bluttest fiel negativ aus. Bei jedem positiven Befund wird die Probe vom Labor noch einmal getestet, um das Ergebnis zu bestätigen.“

Auch wenn die Blutabnahme nach dem Kampf anscheinend unprofessionell verlief, so spielt sie für den Dopingnachweis in diesem Fall keine Rolle – selbst Hallmann übte keinerlei Kritik an der Urinkontrolle. Womöglich war ihm beim Aufbau seiner Verteidigung nicht bewusst, worin ihm das Drostanolon nachgewiesen wurde. Nichtsdestotrotz sollte der Vorfall der CABMMA einen Anlass geben, ihre Dopingverfahren und die Zusammenarbeit mit den unabhängigen Kontrolleuren zu überprüfen.