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Die UFC kommt heute nach Berlin

Joanna Jedrzejczyk (l.) und Jessica Penne führen den Event an. (Foto: Dorian Szücs/GNP1.de)

Zum zweiten Mal in einem knappen Jahr wird das Octagon der UFC wieder in Berlin aufgebaut – die o2 World direkt an der Spree wird am Samstag zum Schauplatz des ersten Titelkampfes auf dem europäischen Festland, wenn die polnische Championesse im Strohgewicht, Joanna Jedrzejczyk, auf ihre amerikanische Herausforderin Jessica Penne trifft. Die Absage bekannter Kämpfer wie Alexander Gustafsson, Glover Teixeira und Uriah Hall hat dem Fan-Interesse zwar eine Reihe harter Schläge verpasst, trotzdem stehen immer noch einige starke Talente auf dem Programm, von denen man in den nächsten Jahren noch einiges hören könnte

Die UFC Fight Night 69 wird in Deutschland auf dem UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist. Kurzzeitig sah es so aus, als ob der Internet-Streamingdienst Maxdome die Veranstaltung kostenpflichtig übertragen würde, der Vertragsabschluss erfolgte jedoch nicht rechtzeitig.

Anbei die Startzeiten:

Vorprogramm (UFC Fight Pass): Samstag, 20. Juni, 18 Uhr
Hauptprogramm (UFC Fight Pass): Samstag, 20. Juni, 21 Uhr

Hauptkampf

Ein Sturm der Entrüstung wehte durch die deutsche Fan-Landschaft, als vor einigen Wochen bekannt wurde, dass der schwedische Superstar Alexander Gustafsson seinen Kampf in Berlin gegen Glover Teixeira wegen einer Rückenverletzung absagen musste. Der Ausfall des Hauptkampfes ist natürlich immer ein schwerer Schlag für jeden Event, mit dem Kampf zwischen Joanna Jedrzejczyk und Jessica Penne kommt dafür nun aber ein Titelkampf nach Berlin. Die Strohgewichtsklasse der Damen steckt zwar noch in den Kinderschuhen, 

Jedrzejczyk zerstörte Titelträgerin Carla Esparza im März regelrecht – ein technischer Knockout in der dritten Runde bescherte Europa den ersten UFC-Gürtel seit Andrei Arlovskis Zeit als Schwergewichtschampion. Ohne Titelverteidigung und mit einer Reihe starker Herausfordererinnen vor sich ist es natürlich zu früh, um Jedrzejczyk als zukünftigen Star zu sehen, Fakt ist aber, dass die junge Polin die Voraussetzungen dafür mitbringt: Ein fanfreundlicher Kampfstil in Kombination mit einer charismatischen Persönlichkeit könnten dafür sorgen, dass man von der Polin in Zukunft noch einiges hört. Bisher stand Jedrzejczyk drei Mal im Octagon der UFC – neben Punktsiegen gegen Juliana Lima und Claudia Gadelha sticht dabei natürlich vor allem der T.K.o. gegen Carla Esparza heraus, der Jedrzejczyk im März ihren Titel abnahm. In Berlin wird sie auf die Amerikanerin Jessica Penne treffen, die den Atomgewichtsgürtel von Invicta in ihrer Vitrine stehen hat und im vergangenen Jahr in der 20. „The Ultimate Fighter“-Staffel zu sehen war. Ein einziger Sieg gegen Randa Markos hat ihr diesen Titelkampf eingebracht, was hauptsächlich daran liegt, dass die anderen namhaften Kämpferinnen der Gewichtsklasse entweder nicht frei waren, gerade verloren haben oder vor einer Titelchance noch weiter aufgebaut werden sollen. Stilistisch ist dieser Kampf in Berlin ein klassisches Grappler/Standkämpfer-Duell. Während Jedrzejczyk eine hoch dekorierte Thaiboxerin ist und im Octagon durch flüssige Kombinationen und solide Power in den Fäusten auffällt, ist Penne stark am Boden. Der Knackpunkt dürfte damit, wie bereits im Titelkampf

Die Deutschen Kämpfer

Drei der vier deutschen Kämpfer werden am Wochenende auf dem Hauptprogramm antreten – scheinbar hat die UFC damit gerechnet, pünktlich zu UFC Berlin einen Fernsehvertrag in der Tasche zu haben. Daraus ist letztendlich zwar nichts geworden, die Deutschen haben hier aber immer noch die Chance, sich mit guten Leistungen dem Rest der MMA-Welt zu präsentieren. Im Co-Hauptkampf steht dabei der UFC-Pionier Deutschlands, der Mannheimer Dennis Siver. Der ehemalige Kickboxer war im Januar als erster Deutscher überhaupt in einem UFC-Hauptkampf zu sehen, und obwohl das Duell mit Conor McGregor nicht besonders gut für Siver ausging, zementiert dieser Kampf seinen Status als das bekannteste Gesicht der hiesigen Szene. Mit Tatsuya „Crusher“ Kawajiri bekommt Siver in Berlin einen wahren Veteranen des Sports vor die Fäuste – der Japaner stand bereits bei PRIDE, Strikeforce und Dream im Käfig beziehungsweise Ring, wo er sich im Laufe der Jahre u.a. mit Gilbert Melendez duellierte.

Ebenfalls auf dem Programm stehen Nick „Sergeant“ Hein und Peter Sobotta, die in Berlin auf Lukasz „Wookie“ Sajewski beziehungsweise Steve Kennedy treffen werden. Hein kehrt nach der kontroversen Punktniederlage gegen James Vick in seinem letzten Kampf wieder in die o2 World zurück, wo er sich im vergangenen Jahr gegen Drew Dober seinen ersten UFC-Sieg geholt hat. Sobotta konnte bei der ersten Berliner Fight Night ebenfalls einen Sieg holen, eine Punktentscheidung gegen Pawel Pawlak. Die Gegner der beiden werden am Wochenende ihr jeweiliges Debüt im Octagon bestreiten – während Sajewski schon seit über einem Jahr bei der UFC unter Vertrag steht und verletzungsbedingt noch nicht antreten konnte, hat Kennedy sich eigentlich auf einen Profi-Boxkampf vorbereitet, als er das Angebot bekam, für den verletzten Sergio Moraes einzuspringen. Einige Kämpfe zuvor wird mit Alan Omer noch ein weiterer deutscher Vertreter ins Octagon steigen. Omer debütierte im April des letzten Jahres gegen Jim Alers in der UFC, gab nach drei actiongeladenen Runden jedoch eine knappe Punktentscheidung ab. Seitdem stand der Stuttgarter wegen Verletzungen und Studiumsstress nicht mehr im Käfig, kehrt dafür nach einem Trainingscamp beim  Tiger Muay Thai in Thailand aber auf heimischem Boden dorthin zurück.

Geheimtipps

Im Vorprogramm der Berliner Fight Night werden einige Talente in den Käfig steigen, die teils wirkliches Potential mitbringen. Im letzten Kampf beispielsweise wird Federgewicht Makwan „Mr. Finland“ Amirkhani zum zweiten Mal in der UFC antreten, nachdem er im Januar Andy Ogle in nur acht Sekunden ausgeknockt und anschließend eine Menge Trubel in seinen Interviews nach dem Kampf verursacht hatte. Ihm gegenüber steht der Mexikaner Masio „“ Fullen, der in der lateinamerikanischen TUF-Version zu sehen war und.

Zuvor wird der Wahl-Österreicher Mairbek „Beckan“ Taisumov zum vierten Mal ins Octagon steigen und dabei auf den Brasilianer Alan „Nuguette“ Patrick treffen. Taisumov gilt als eines der größten Talente aus dem Tiger Muay Thai Team, wo „Beckan“ sich unter der Leitung von UFC-Veteran Roger Huerta auf seine Kämpfe vorbereitet. Patrick ist einer der athletischsten und explosivsten Kämpfer im Leichtgewicht, der seine ersten beiden UFC-Kämpfe gewinnen konnte, anschließend jedoch eineinhalb Jahre lang wegen eines schwer gebrochenen Kiefers aussetzen musste. In Berlin bekommt er nun die Chance, genau dort weiterzumachen, wo er aufgehört hat, was gegen Taisumov allerdings keine einfache Aufgabe sein wird.

Der dritte im Bunde ist der Schwede Niklas Bäckström, der im vergangenen Jahr in Berlin für jede Menge Furore sorgte. Sein Erstrundensieg gegen Tom Niinimäki scheint ihm in der Folge allerdings etwas zu Kopf gestiegen zu sein – etwas zu siegessicher ging er in seinen nächsten Kampf gegen Mike Wilkinson und wurde schon nach wenigen Sekunden krachend auf die Bretter geschickt. Gegen Noad „Neo“ Lahat will er nun zeigen, dass er immer noch eines der besten europäischen Talente in der Federgewichtsklasse der UFC ist. Lahat kann in der UFC ebenfalls einen Sieg und eine Niederlage vorweisen und war seit einem knappen Jahr nicht mehr im Octagon zu sehen, da er in seiner Heimat Israel als Soldat gedient hat.

Anbei das gesamte Programm:

UFC Fight Night 69: Jedrzejczyk vs. Penne
Samstag, 20. Juni 2015 
o2 World, Berlin

Titelkampf im Strohgewicht der Frauen
Joanna Jedrzejczyk (c) vs. Jessica Penne
Dennis Siver vs. Tatsuya Kawajiri
Peter Sobotta vs. Steve Kennedy
Nick Hein vs. Lukasz Sajewski

Vorprogramm
Makwan Amirkhani vs. Masio Fullen
Mairbek Taisumov vs. Alan Patrick
Alan Omer vs. Arnold Allen 
Niklas Bäckström vs. Noad Lahat
Scott Askham vs. Antonio Dos Santos
Piotr Hallmann vs. Magomed Mustafaev
Ulka Sasaki vs. Taylor Lapilus