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Die International Fight Week: Welche Kämpfe lohnen sich, welche nicht?

Unwichtig, aber unterhaltsam: Sage Northcutt gegen Enrique Marin (Foto: Florian Sädler/GNP1.de)

Ab Donnerstag feiert die UFC ihren 200. PPV in Las Vegas. Wie üblich findet als Rahmenprogramm die International Fight Week mit einer Fan-Messe, der IMMAF-Weltmeisterschaft und mehr statt. Und mit dem Finale der 23. Staffel von The Ultimate Fighter und der UFC Fight Night 90 bekommen Fans in Las Vegas wie schon im vergangen Jahr drei Events an drei aufeinanderfolgenden Tagen geliefert.

35 Kämpfe innerhalb von 54 Stunden. So sieht das Mammutprogramm der UFC von Donnerstagnacht bis Sonntagmorgen aus. Aber nicht jeder Kampf im Hauptprogramm einer der drei Events ist interessant und nicht jeder Vorkampf einer Fight Night ist unwichtig. Wir haben für euch daher die ultimative Rangliste der 35 Begegnungen aufgestellt.

Für welchen Kampf lohnt es sich, nachts wach zubleiben? Welche Begegnung ist für eine Pinkelpause geeignet oder fordert den Zeigefinger auf, im Fight Pass vorzuspulen? Die Begegnungen wurden dabei nach den Kriterien sportliche Relevanz, Vermarktungspotenzial und Unterhaltungswert sortiert.

35. Jingliang Li (10-4, 2-2 UFC) vs. Anton Zafir (7-2, 0-1 UFC)
TUF 23 Finale, 8. Juli 2016, Fight Pass

Los geht es mit einem chinesisch-australischen Duell. Beide Weltergewichte konnten bisher nicht überzeugen. Lis Siege kamen über Gegner zustande, die bereits entlassen wurden, Zafir wurde im November von James Moontasri ausgeknockt. Beide werden den Clinch suchen, wodurch diese Begegnung auch kaum etwas fürs Auge bieten wird. Li und Zafir befinden sich weit unten in einer umfangreichen Gewichtsklasse und stehen damit auch in dieser Liste ganz unten.

34. Amanda Cooper (1-1, 0-0 UFC) vs. TBD
Strohgewichtsfinale, TUF 23 Finale, 8. Juli 2016, Fight Pass

The Ultimate Fighter ist schon lange nicht mehr die Talentschmiede früher Tage. Wer großes Talent hat, wird auch ohne Umweg über eine TUF-Staffel verpflichtet. Zumal die Teilnehmer dazu tendieren, eine Gewichtsklasse über ihrer natürlichen anzutreten, da es im Haus ungemein schwierig ist, mehrfach in kurzer Zeit das Kampfgewicht zu erreichen. Ob die TUF-Strohgewichte körperlich mit den Etablierten in der UFC mithalten können, ist daher fraglich. Das die erste sichere Finalistin Amanda Cooper während der Staffel mehr Siege einfuhr, als in ihrer Profi-Karriere zuvor, macht nicht gerade Hoffnung, hier den nächsten Top-Star für die tiefere der beiden Damen-Gewichtsklassen gefunden zu haben.

33. Gray Maynard (11-5-1, 9-5-1 UFC) vs. Fernando Bruno (15-3, 0-1 UFC)
TUF 23 Finale, 8. Juli 2016, Fight Pass

Kann sich jemand noch an die Zeit erinnern, als Gray Maynard mehr war als ein Prügelknabe für Leichtgewichte? Wir uns auch nicht, aber vor 2012 soll das der Fall gewesen sein. Nach vier Niederlagen in Folge geht der 37-jährige „Bully“ nun den leichten Weg und eine Gewichtsklasse nach unten. Hier trifft er auf den 34-Jährigen TUF-Brazil-Finalisten Fernando Bruno. Maynard sollte bei einer Niederlage seine Karriere beenden. Wenigstens muss er von Grappler Bruno keinen Knockout befürchten.

32. Alvaro Herrera (9-3, 1-0 UFC) vs. Vicente Luque (8-5-1, 1-1 UFC)
UFC Fight Night 90, 7. Juli 2016, Fight Pass

Ein Duell zweier TUF-Teilnehmer. Blackzillian Luque hat mit 24 Jahren sein Potenzial noch nicht komplett erschlossen und sollte der technisch Stärkere im Octagon sein, um sich dauerhaft in der Gewichtsklasse zu etablieren, ist aber noch viel Arbeit notwendig. Mit Power Puncher Herrera bekommt der Brasilianer jedoch einen dankbaren Gegner, der der technischen Raffinesse nicht gewachsen sein dürfte.

31. Alan Jouban (13-4, 4-2 UFC) vs. Belal Muhammad (9-0, 0-0 UFC)
UFC Fight Night 90, 7. Juli 2016, Fight Pass

Eigentlich müsste Jouban höher in dieser Liste stehen. Der Kalifornier ist normalerweise immer für ein Spektakel zu haben. Gegen Nordine Taleb, seinen ursprünglichen Gegner, wäre das auch mit Sicherheit eingetreten. In UFC-Neuzugang Belal Muhammad trifft Jouban jedoch auf einen klassischen Boxer, der sich wohl kaum von den spektakulären Aktionen des 34-Jährigen beeindrucken lassen wird und seinerseits meistens über die Punkte seine Kämpfe gewinnen konnte.

30. Andrew Holbrook (11-0, 1-0 UFC) vs. Joaquim Silva (8-0, 1-0 UFC)
TUF 23 Finale, 8. Juli 2016, Fight Pass

Andrew Holbrook weiß, wie man Chancen nutzt: Vor einem Jahr sprang er kurzfristig gegen Ramsey Nijem ein und löste so sein Ticket in die UFC. Holbrook machte das Beste daraus und schlug den Octagon-Veteranen in einem spannenden Kampf nach Punkten. Seit diesem größten Erfolg seiner Karriere stand der ungeschlagene 30-Jährige nicht mehr im Käfig. Am Freitag kehrt er dorthin zurück, und gegen den ebenfalls noch unbesiegten Brasilianer Joaquim Silva wird die Null in einer der beiden Bilanzen weichen müssen.

29. Reginaldo Vieira (13-3, 1-0 UFC) vs. Marco Antonio Beltran (7-3, 2-0 UFC)
UFC Fight Night 90, 7. Juli 2016, Fight Pass

Und nochmal TUF vs. TUF. In diesem Fall Brasilien gegen Lateinamerika. Beltran merkt man den großen Schritt von den Regionalligen Mexikos zur UFC an. Wo früher Knockouts und Submissions an der Tagesordnung waren, sind es jetzt nur noch knappe Punktsiege gegen unterdurchschnittliche Konkurrenz. Gegen TUF-Sieger Vieira sollte der rohe Mexikaner ohne große Stärken seine erste UFC-Niederlage erleiden.

 

 

Kämpft um seinen Job: John Makdessi (Foto: Florian Sädler/GNP1.de)

28. John Makdessi (13-5, 6-5 UFC) vs. Mehdi Baghdad (10-4, 0-1 UFC)
UFC Fight Night 90, 7. Juli 2016, Fight Pass

Armer Mehdi Baghdad. Seit er Conor McGregors Freund Artem Lobov durch einen Punktsieg fast die TUF-Tour vermasselte, scheint der Franzose nicht mehr wohlgelitten in der UFC-Matchmaker-Etage. Nachdem er bei TUF ausschied, bekam er kurzfristig die Chance gegen Chris Wade und verlor erneut. Der Dank? Ein noch stärkeres Leichtgewicht in John Makdessi. Der Kanadier ist eigentlich ein sehr unterhaltsamer Kämpfer. Allerdings steht der 31-Jährige nach Niederlagen gegen Donald Cerrone und Yancy Medeiros mit dem Rücken zur Wand. Das bedeutet in den meisten Fällen eine eher auf Sicherheit bedachte Kampfweise und weniger kreative und riskante Kicks. Schade.

27. Cezar Ferreira (9-5, 5-3 UFC) vs. Anthony Smith (25-11, 1-1 UFC)
TUF 23 Finale, 8. Juli 2016, Fight Pass

Anfangs als neuer Vitor Belfort angekündigt, konnte der Schützling der MMA-Legende in der UFC bisher nur sporadisch überzeugen. Mit drei brutalen K.o.-Niederlagen in vier Kämpfen musste man sich zuletzt sogar Sorgen um die Gesundheit des Brasilianers machen, bevor er mit einer Rückkehr ins Mittelgewicht und einem Punktsieg gegen Oluwale Bamgbose im April gerade noch die Kurve bekam. Jetzt muss er gegen Veteran Anthony Smith zeigen, dass mit ihm tatsächlich noch zu rechnen ist.

26. John Moraga (16-4, 5-3 UFC) vs. Matheus Nicolau (11-1, 1-0 UFC)
TUF 23 Finale, 8. Juli 2016, Fight Pass

Nur wenige Matchups an diesen drei Tagen ergeben so wenig Sinn, wie diese Paarung im Fliegengewicht. Auf der einen Seite ein junger TUF-Teilnehmer, der seinen zweiten UFC-Kampf macht. Auf der anderen Seite ein Top-Ten-Kämpfer, der in der UFC bisher nur Demetrious Johnson, Dodson und Benavidez unterlag und sogar höher in den Ranglisten steht, als der nächste Herausforderer Wilson Reis. Nicolau wird in ein bis zwei Jahren eine gute Rolle in der UFC spielen, dieser Kampf kommt für ihn allerdings noch zu früh.

25. Takanori Gomi (35-11, 4-6 UFC) vs. Jim Miller (25-8, 14-7 UFC)
UFC 200, 9. Juli 2016, Fight Pass

Zwei Veteranen auf Abwegen: Dass die Karrieren von Jim Miller und Takanori Gomi sich ihrem Ende entgegen neigen, ist offensichtlich. Im ersten Kampf von UFC 200 bekommen die beiden alten Hasen nochmal die Gelegenheit, einen netten Sieg für die Statistik einzufahren. Für die Ranglisten ist dieser Kampf irrelevant, aber allein der Nostalgiewert und die Frage, wie oft man gerade Pride-Legende Gomi noch in Aktion sehen können wird, rechtfertigen es, hierfür schon etwas früher einzuschalten.

24. Felipe Arantes (17-7-1, 4-3-1 UFC) vs. Jerrod Sanders (15-3, 1-2 UFC)
UFC Fight Night 90, 7. Juli 2016, Fight Pass

Für diese beiden Bantamgewichte geht es darum, Kontinuität zu finden: Sowohl Arantes als auch Sanders verlieren mal einen Kampf und gewinnen dann wieder – langfristig in der UFC nicht genug. Arantes kommt als Favorit nach Las Vegas: Acht UFC-Kämpfe und Siege gegen Namen wie Maximo Blanco und Yves Jabouin überzeugen mehr als Sanders‘ einziger UFC-Sieg in drei Anläufen. Andererseits wäre es nicht das erste Mal, dass ein dekorierter Ringer mit ein paar gut getimten Takedowns den Spielverderber gibt.

23. Mike Pyle (27-11-1, 10-6 UFC) vs. Alberto Mina (12-0, 2-0 UFC)
UFC Fight Night 90, 7. Juli 2016, Fight Pass

Was kann die UFC noch mit Alberto Mina anfangen? Vor drei Jahren als großes Talent für den asiatischen Markt verpflichtet, konnte der in Hong Kong lebende Brasilianer in der Zwischenzeit nur zwei Kämpfe absolvieren und ist mittlerweile bereits 34 Jahre alt. Ein Duell mit dem zähen und beschlagenen Veteranen Mike Pyle ergibt trotzdem Sinn, um Mina nach seinem umstrittenen Punktsieg über „Sexyama“ einem weiteren Test zu unterziehen. Zumal Pyle-Kämpfe selten langweilig sind.

22. Sage Northcutt (7-1, 2-1 UFC) vs. Enrique Marin (8-3, 0-1 UFC)
UFC 200, 9. Juli 2016, Fight Pass

Ginge es nur um den sportlichen Wert, dieses Duell würde weit hinten stehen, denn der ist nahezu Null. Northcutt hatte vor seiner Niederlage gegen Bryan Barberena bereits bessere Gegner als Marin besiegt, das Duell hier dient dazu, dem Super-Athleten ein weiteres Highlight zu bescheren. Das wird wenigstens unterhaltsam.

21. Gilbert Burns (10-1, 3-1 UFC) vs. Lukasz Sajewski (13-1, 0-1 UFC)
UFC Fight Night 90, 7. Juli 2016, Fight Pass

Lukasz Sajewski galt als vielversprechendes Talent, bevor er letztes Jahr in Berlin im Octagon debütierte. Nachdem Nick Hein ihn drei Runden lang unter Kontrolle gehalten hatte, wurde es allerdings ruhig um den jungen Polen. Am Freitag steigt er wieder in den Käfig und bekommt mit Gilbert Burns gleich ein Kaliber vor die Fäuste: Das Grappling-Ass mit Dampf in den Fäusten hat zwar im November erstmalig verloren, davor aber drei solide Siege in der UFC einfahren können.