UFC News

Die International Fight Week Teil 3: Welcher ist der interessanteste Kampf der Woche?

Der große Rückkampf steht kurz bevor (Foto: ZUFFA LLC)

Am Samstag feiert die UFC ihren 200. PPV in Las Vegas. Wie üblich findet als Rahmenprogramm die International Fight Week mit einer Fan-Messe, der IMMAF-Weltmeisterschaft und mehr statt. Und mit dem Finale der 23. Staffel von The Ultimate Fighter und der UFC Fight Night 90 bekommen Fans in Las Vegas wie schon im vergangen Jahr drei Events an drei aufeinanderfolgenden Tagen geliefert.

35 Kämpfe innerhalb von 54 Stunden. So sieht das Mammutprogramm der UFC von Donnerstagnacht bis Sonntagmorgen aus. Aber nicht jeder Kampf im Hauptprogramm einer der drei Events ist interessant und nicht jeder Vorkampf einer Fight Night ist unwichtig. Wir haben für euch daher die ultimative Rangliste der 35 Begegnungen aufgestellt.

Für welchen Kampf lohnt es sich, nachts wachzubleiben? Welche Begegnung ist für eine Pinkelpause geeignet oder fordert den Zeigefinger auf, im Fight Pass vorzuspulen? Die Begegnungen wurden dabei nach den Kriterien sportliche Relevanz, Vermarktungspotenzial und Unterhaltungswert sortiert.

Teil 1 mit den Plätzen 35 bis 21 findet ihr hier: International Fight Week Teil 1
Teil 2 mit den Plätzen 20 bis 11 findet ihr hier: International Fight Week Teil 2

10. Ross Pearson (19-10, 11-7 UFC) vs. Will Brooks (17-1, 0-0 UFC)
TUF 23 Finale, 8. Juli 2016, Fight Pass

Rein von der UFC-Rangliste mit weitem Abstand die schlechteste Paarung innerhalb unserer Top Ten. Aber nur deswegen, weil Will Brooks, ein legitimes Top-Ten-Leichgewicht, bis vor kurzem noch Bellator-Champion und damit nicht Teil der UFC-Rankings war. Brooks kam genau wie sein Vorgänger Alvarez als amtierender Titelträger in die UFC. Während Alvarez mit Cerrone sofort einen Brecher auf der anderen Seite des Käfigs vorfand, verfährt die UFC hier anders. Denn anders als Alvarez, ist Brooks noch ein Insider-Tipp, den die PPV-Käufer-Fraktion noch nicht kennt. Am Freitag wird sich das ändern. Brooks könnte schneller eine Rolle im Titelrennen spielen, als viele denken. „Ill Will“ wird kein zweiter Hector Lombard.

9. Cat Zingano (9-1, 2-1 UFC) vs. Julianna Pena (7-2, 3-0 UFC)
UFC 200, 9. Juli 2016, Fight Pass

14 Sekunden. So wenig Zeit genügte, um Cat Zinganos Titelträume im letzten Jahr platzen zu lassen. Die Schmach, fast Arm voraus in den Hebel von Ronda Rousey gesprungen zu sein, wird der „Alpha“ Cat wohl ewig nachhängen, sollte sie es in ihrer Karriere nicht schaffen, den Gürtel an sich zu reißen. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht, schließlich resultieren Zinganos UFC-Siege gegen genau die Frauen, die im späteren Verlauf des Abends den Titel unter sich ausmachen. Dieses Duell hier soll der derzeit um Rousey, Holm und Tate gebauten Gewichtsklasse eine weitere Powerfrau hinzufügen. Zingano hat die Meriten, TUF-Siegerin Pena allerdings die Jugend und das Temperament, dass die Fans lieben. Wenn Letzteres nicht für physisches Kräftemessen außerhalb des Käfigs zweckentfremdet wird.

8. TJ Dillashaw (12-3, 8-3 UFC) vs. Raphael Assuncao (23-4, 7-1 UFC)
UFC 200, 9. Juli 2016, Fight Pass

In einer Zeit, in der die UFC direkte Rückkämpfe um Titel leichter vergibt, als Performance-Boni an Donald Cerrone, muss TJ Dillashaw (wie Carlos Condit) trotz starker Leistung und umstrittener Niederlage den Umweg über einen weiteren Gegner machen, bevor er wieder um einen Gürtel kämpfen darf. So unrecht wird es ihm jedoch nicht sein, schließlich hat er mit Raphael Assuncao noch eine Rechnung offen. Der Brasilianer wäre eigentlich vor Dillashaw in der Reihenfolge auf einen Titelkampf gegen den damaligen Champion Renan Barao dran gewesen, nachdem er sich im direkten Duell knapp nach Punkten durchsetzen konnte. Der Rest der Geschichte ist bekannt. Assuncao lehnte aufgrund einer gebrochenen Rippe ab, Dillashaw sprang ein, machte eine unglaubliche Entwicklung durch und gehört seitdem zu den besten zwei Bantamgewichten der Welt, während Assuncao in den letzten zwei Jahren nur einen Kampf machen konnte.

7. Cain Velasquez (13-2, 11-2 UFC) vs. Travis Browne (18-3-1, 9-3-1)
UFC 200, 9. Juli 2016, ranFighting-PPV

Auch wenn Travis Browne mit zwei Siegen aus den letzten drei Kämpfen und dem Schwergewichtskampf des Jahres 2015 am Samstag das Octagon betritt, ist die einzige Frage, die sich um „Hapa“ rankt, welchen Gameplan ihm Taktik-Genie Edmond Tarverdyan mitgegeben hat. Ansonsten dreht sich hier alles um Cain Velasquez, lange Zeit nicht nur die Gegenwart, sondern auch die Zukunft an der Spitze des UFC-Schwergewichts. Nach nur einem Kampf in den letzten zweieinhalb Jahren, der Niederlage gegen Werdum in der Höhe Mexikos, wollen Fans einfach nur einen gesunden und fitten Velasquez sehen, der ohne größere Verletzungen zwei Kämpfe am Stück absolvieren kann und sich vielleicht wieder ins Titelrennen vorkämpft. Schritt 1 ist ein Erfolg am Samstag.

6. Miesha Tate (18-5, 5-2 UFC) vs. Amanda Nunes (12-4, 5-1 UFC)
Titelkampf im Bantamgewicht, UFC 200, 9. Juli 2016, ranFighting-PPV

Der erste Titelkampf im Ranking und damit der schwächste von insgesamt fünf. Das liegt allerdings nicht an Champion Miesha Tate. Ähnlich wie bei Michael Bispings Titelgewinn vor wenigen Wochen waren Fans und Experten auch voller Freude für Tate, die nach jahrelanger Arbeit im März ihr Ziel erreichen konnte. UFC 200 wäre die perfekte Bühne für einen dritten Kampf gegen Ronda Rousey, einen zweiten gegen deren Bezwingerin Holly Holm oder vielleicht sogar „Cyborg“ gewesen. Stattdessen entschied man sich für Amanda Nunes. Sportlich nachvollziehbar, allerdings verblasst der Titelkampf damit weit hinter den anderen Duellen.

 

 

Einst thronte er über dem Federgewicht: José Aldo (Foto: Florian Sädler/GNP1.de)

5. José Aldo (25-2, 7-1 UFC) vs. Frankie Edgar (20-4-1, 14-4-1 UFC)
Interims-Titelkampf im Federgewicht, UFC 200, 9. Juli 2016, ranFighting-PPV

Als die beiden Athleten vor dreieinhalb Jahren das erste Mal aufeinandertrafen, war es eine einseitige Begegnung. Trotzdem wird das Duell mit Spannung erwartet. Warum? Weil man auf der einen Seite an Jose Aldo zweifelt, nachdem er innerhalb von 13 Sekunden von McGregor ausgeknockt wurde und auf der anderen Seite Frankie Edgar wie eine Kreissäge durch das Federgewicht hindurchmarschierte. Ein Makel bleibt allerdings und der ist groß. Denn obwohl hier ein „Interim“ vor dem Titelkampf steht, gehen die meisten Experten davon aus, dass hier der wahre Champion ausgekämpft wird, da man nicht an eine Rückkehr McGregors in die Gewichtsklasse bis 66 Kilogramm glaubt. Zwar kommt so endlich wieder Bewegung in die Spitze des Federgewichts, der Gürtel wird jedoch massiv entwertet, wenn er nicht gegen den amtierenden Champion gewonnen wird. Conor McGregor ist der große Kampf. Der, dem Aldo und Edgar gemeinsam nachjagen. Das Duell hier ist nur Mittel zum Zweck. Wen interessiert da noch ein Titel?

4. Mark Hunt (12-10-1, 7-4-1 UFC) vs. Brock Lesnar (5-3, 3-2 UFC)
UFC 200, 9. Juli 2016, ranFighting-PPV

Der höchste Nicht-Titelkampf ist gleichzeitig der Kampf, der den größten Effekt auf die Einnahmen der UFC in dieser Woche haben wird. „Super Samoan“ Mark Hunt gegen das „Beast“ Brock Lesnar. Mancher Fan wird nie seinen Frieden mit dem Superstar Lesnar machen, aber als der Wrestler im Vollbesitz seiner Kräfte (und seines Darms) war, war er ein unaufhaltsamer Bulldozer im Schwergewicht, der seine Gegner fast nach Belieben durch den Käfig schleuderte. Und bei all der Häme um Lesnars Angst vor Schlägen darf man nicht vergessen, dass er Treffer wegstecken konnte. Auch mit fast fünf Jahren Pause seit dem letzten UFC-Kampf ist das Duell hier keine Freakshow. Gelingt dem Superathleten Lesnar der Takedown, kann er Hunt besiegen und wieder eine Rolle in der UFC spielen. Verliert er, ist Hunt sofort im Titelrennen. Die Fans werden einschalten. Und sei es nur, um Lesnar verlieren zu sehen.

3. Joanna Jedrzejczyk (11-0, 5-0 UFC) vs. Claudia Gadelha (13-1, 2-1 UFC)
Titelkampf im Strohgewicht, TUF 23 Finale, 8. Juli 2016, Fight Pass

Das Aufeinandertreffen der beiden besten Strohgewichte des Planeten dürfte spätestens seit der TUF-Staffel, die die beiden Frauen als Coaches begleiteten, polarisieren. Seit Wochen sehen Fans, wie sich Claudia Gadelha und Joanna Jedrzejczyk verbal miteinander anlegen und auf diesen Moment hinarbeiten. Die eine, Gadelha, will ihre umstrittene Punktniederlage wettmachen. Die andere, Jedrzejczyk, jegliche Zweifel an ihrer Regentschaft beseitigen. Hier treffen die mit weitem Abstand besten Frauen ihrer Gewichtsklasse aufeinander. Fast ist es schade. Sollte Gadelha erneut das Nachsehen haben, dürfte es sehr lange dauern, bis sich die Brasilianerin eventuell ein drittes Duell erarbeiten kann.

2. Rafael dos Anjos (25-7, 14-5 UFC) vs. Eddie Alvarez (27-4, 2-1 UFC)
Titelkampf im Leichtgewicht, UFC Fight Night 90, 7. Juli 2016, Fight Pass

Die Silbermedaille geht an den Titelkampf im Leichtgewicht. Auch wenn die Kritik an Alvarez‘ Chance sehr laut wurde, kaum ein Kämpfer hat sich über Jahre in diesem Sport einen Titelkampf auf der großen Bühne so sehr verdient, wie der 32-Jährige. Alvarez hat außerhalb der UFC mehr und härtere Schlachten geschlagen, als er es in der Organisation je tun kann und verkaufte im Vertragsstreit mit Bellator sogar sein Haus, um finanziell zu überleben und irgendwann die Freigabe für die UFC zu erhalten. Und obwohl er als klarer Außenseiter in die Begegnung geht, wird Rafael dos Anjos jede Menge Arbeit benötigen, um seinen Gürtel zu behalten, denn Alvarez steht wie kaum ein anderer Kämpfer für Toughness und Durchhaltevermögen im Käfig. Er mag zuletzt nicht die überzeugendsten Ergebnisse eingefahren haben, dürfte für den Champion jedoch eine größere Gefahr sein als die letzten beiden Gegner im Titelkampf, die dos Anjos problemlos abfertigte. Für den Brasilianer geht es darum, die Anerkennung als Champion in einer der tiefsten Gewichtsklassen zu erhalten. Zumal ein Titel auch die Möglichkeit des großen McGregor-Kampfs wiederherstellt, der uns im März durch einen gebrochenen Fuß genommen wurde.

1. Daniel Cormier (17-1, 6-1 UFC) vs. Jon Jones (22-1, 15-1 UFC)
Titelkampf im Halbschwergewicht, UFC 200, 9. Juli 2016, ranFighting-PPV

Wie sollte es anders sein? Natürlich ist der Hauptkampf von UFC 200 auch der wichtigste Kampf der ganzen Woche. Hier treffen nicht nur die derzeit besten Halbschwergewichte aufeinander, vielleicht sind es sogar die beiden besten Halbschwergewichte aller Zeiten. Und nur selten stehen sich zwei Athleten gegenüber, deren Namen in naher Zukunft in den Bestenlisten neben Fedor Emelianenko und Georges St. Pierre auftauchen werden. Jon Jones hat seinen Platz im Mount Rushmore des MMA bereits sicher, ein Blick in den MMA-Lebenslauf reicht, um festzustellen, dass „Bones“ jegliche Konkurrenz dominiert hat. Und wäre nicht diese deutliche Niederlage gegen eben jenen Jones, man könnte vielleicht Ähnliches über Cormier sagen. Aber nicht nur der sportliche Wert dieser Begegnung überstrahlt jeden weiteren Kampf. Die Vorgeschichte der beiden, die Rivalität, die Hollywood-mäßige Geschichte um den gefallenen Jones und den perfekten Schwiegersohn „DC“, die Bedeutung für Cormiers Karriere, geben allesamt zusätzliche Würze. Ganz zu schweigen davon, dass Jones hier gegen seinen größten Rivalen ein Exempel statuieren will.