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Demetrious Johnson: Ich habe nie wirklich in die UFC reingepasst.

Demetrious Johnson schreibt weiter Geschichte. Der Rekord-Champion der UFC wechselt im ersten direkten Trade der MMA-Geschichte nach Asien zu One Championship. Dort freut sich der Amerikaner nicht nur auf neue sportliche Herausforderungen, sondern auch darüber, seine Kämpfe endlich wieder normal bewerben zu können.

„Ich war nie der größte Fan davon, wie in Nordamerika Kämpfe beworben werden“, sagte Johnson in einer Telefonkonferenz. „Für mich sah es immer so aus, als ob Athleten Druck aufeinander ausüben und neue Social-Media-Follower generieren. Wenn ein Kämpfer den anderen dazu auffordert, den Vertrag zu unterschreiben, will er den anderen damit nur schikanieren. Denn damit stachelt er seine Follower ja nur dazu an, dem anderen Kämpfer Feigheit und ähnliches in den sozialen Netzwerken vorzuwerfen. Wenn ich sehe, dass das professionelle Kampfkünstler tun, die eigentlich den Geist der Martial Arts leben, hat das einen bitteren Beigeschmack.“

Johnson gehörte schon immer zu den Leisetretern innerhalb der UFC. Wo andere Kämpfer mit Kampfansagen, Mätzchen und Drohgebärden versuchen, Gegner und Fans anzustacheln, blieb „Mighty Mouse“ ruhig und zurückhaltend. Das brachte dem Rekord-Champion der UFC zwar großen Respekt ein, doch die UFC schaffte es nie, ihn auch dem Mainstream-Publikum schmackhaft zu machen. Mangelnde Einschaltquoten und PPV-Verkäufe waren die Folge. Johnson wurde dadurch auch immer wieder in den Co-Main Event eines PPVs gesteckt, anstatt ihn im Hauptkampf anzuführen. Nun kann sich der 32-Jährige bei One wieder auf das Wesentliche konzentrieren.

„Es gibt nichts Schlimmeres, als das Leute im Gym auf mich zukommen und mir sagen, ich solle mehr Trash Talk bringen, um mehr Tickets zu verkaufen oder auf einer Cornflakes-Schachtel zu landen. Das bin nicht ich. Ich bin nicht auf Konfrontation aus. Ich kämpfe, weil ich es liebe und es mir hilft, meine Gefühle auszudrücken. Ich bin ein Künstler, wenn ich im Wettkampf bin. Künstler quatschen nicht rum oder attackieren andere oder machen eine große Szene. Sie fokussieren ihre Energie auf das, was sie lieben. Für mich ist das, ein Martial Artist zu sein. Ich freue mich sehr auf die Zukunft.“

Für Johnson geht es jedoch nicht nur um den bloßen Wechsel von der UFC zu One Championship, sondern damit einhergehend auch um einen Wechsel nach Asien. Dort werde Respekt vor Gegnern und Kämpfern noch großgeschrieben, anders als bei der nordamerikanischen Art, Kämpfe zu bewerben.

„Ich bin außerordentlich glücklich, dass ich sowas nicht mehr durchmachen muss und von nun an mit mir als Kampfkünstler im Reinen sein kann. Ich habe das Gefühl, dass ich das in meiner Zeit in Nordamerika schon getan habe. Aber in Asien gehört das zur DNA. Es geht um Respekt und darum, Kämpfe auf korrektem Weg zu bewerben. Wir gehen raus und vergleichen unser Können miteinander. Ich freue mich darauf, Kämpfe auf diese Art zu promoten und nicht so wie in Nordamerika. Dort habe ich nie wirklich reingepasst.“