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Das neue UFC-Anti-Doping-Programm: 2750 Tests, 4 Jahre Sperre

UFC-Präsident Dana White (Foto: Dorian Szücs)

Als die UFC zu Beginn der Woche für Mittwoch eine große Pressekonferenz zum Thema "Gesundheit und Entwicklung der Kämpfer" ankündigte, war klar: hier wird das neue Anti-Doping-Programm vorgestellt, über das seit Wochen diskutiert wird. Wir haben alle Infos dazu für euch zusammengefasst.

Nachdem sich die Fälle überführter Dopingsünder in der Vergangenheit mehr und mehr gehäuft hatten und selbst Superstars wie Anderson Silva auffällig geworden waren, stand die UFC unter Zugzwang, musste handeln. Zunächst verpflichtete man den prominenten Doping-Ermittler Jeff Novitzky, der unter anderem bereits bei der Tour de France, in der Leichtathletik-Szene und in der Baseball-Liga MLB gehörig aufgeräumt hatte, und ernannte ihn kurzerhand zum neuen UFC-Vizepräsidenten für Gesundheit und Leistung.

Gemeinsam mit Novitzky wurde nun ein neues Anti-Doping-Programm ausgearbeitet, dass am Mittwochabend auf einer Pressekonferenz verkündet wurde. Die UFC wird für dessen Umsetzung mit der United States Anti Doping Association (USADA) zusammenarbeiten, ab 1. Juli soll es in Kraft treten. Ziel ist es, viel engmaschiger und häufiger zu testen und deutlich höhere Strafen zu verhängen.

Nachfolgend die wichtigsten Informationen der Pressekonferenz. Zur Erklärung: Im Jargon der Dopingfahnder bezeichnen "nicht-spezifizierte Substanzen" Mittel, die klar ausschließlich zu Dopingzwecken verwendet werden, z. B. Anabolika oder Wachstumshormone. "Spezifizierte Substanzen" sind Mittel, die zwar verboten sind, allerdings keine direkte leistungssteigernde Wirkung besitzen, wie Drogen oder Beruhigungsmittel.

Strafen für nicht-spezifizierte Substanzen, wie Steroide, HGH, Blutdopingmittel, etc.

  • Tests das gesamte Jahr über, während und außerhalb der Wettkampfphase.
  • 1. Verstoß: zwei Jahre Sperre, mit Option auf vier Jahre bei besonders schweren Verstößen.
  • 2. Verstoß: das Doppelte der Strafe für den ersten Verstoß.
  • 3. Verstoß: das Doppelte der Strafe für den zweiten Verstoß.

Strafen für spezifizierte Substanzen, wie Marijuana, Kokain, andere Stimulanzien

  • Getestet wird nur während der Wettkampfphase, also innerhalb von sechs Stunden vor und nach einem Kampf.
  • 1. Verstoß: ein Jahr Sperre, mit Option auf zwei Jahre bei besonders schweren Verstößen.
  • 2. Verstoß: das Doppelte der Strafe für den ersten Verstoß.
  • 3. Verstoß: das Doppelte der Strafe für den zweiten Verstoß.

Weitere wichtige Fakten und Zahlen

  • Kämpfer können bei Verstößen ihre Kampfgage, ihren Ranglistenplatz und UFC-Titel verlieren.
  • Ergebnisse werden nachträglich zu einer Disqualifikation abgeändert, nicht wie bisher zum No Contest.
  • Einbehaltene Kampfgagen, Strafzahlungen oder sonstige finanzielle Kompensationen der Kämpfer werden zur Finanzierung des UFC-Anti-Dopingprogramms oder der Anti-Doping-Forschung genutzt.
  • Es wird mindestens 2750 unangekündigte Dopingtests pro Jahr geben, verteilt auf den gesamten UFC-Kader.
  • Tests umfassen Blut-, Urin-, Carbon-Isotop-Verhältnis-, EPO- und HGH-Testverfahren.
  • Kämpfer müssen die USADA ständig über ihren Aufenthaltsort informieren, um ständige unangekündigte Tests überall zu ermöglichen.
  • Wird die USADA nicht ordnungsgemäß informiert oder ein Dopingtest verpasst, erhält der Kämpfer eine Verwarnung. Drei Verwarnungen pro Jahr entsprechen einem Verstoß.
  • Frühere Dopingvergehen werden beim Verhängen von Strafen berücksichtigt und gelten ggf. als erschwerende Umstände für Mehrfachtäter
  • Alle getesteten Kämpfer und Orte, an denen getestet wurde, sind öffentlich für jeden auf der Webseite der USADA einsehbar, inklusive eine Suchfunktion für Kämpfer
  • Die Kontrolle über die Dopingtests unterliegt zu hundert Prozent der USADA, die UFC hat keinerlei Einfluss
  • Sollte die von den Sportkommissionen verhängte Strafe weniger hoch sein, als die der UFC, wird zur Abschreckung die UFC-Strafe verhängt.

Das neue UFC Lab

Zusätzlich zu den neuen Anti-Doping-Standards wurde auf der Pressekonferenz die Einführung des sogenannten UFC Labs angekündigt, das dabei helfen soll, die Leistung der Sportler zu steigern und Verletzungen zu minimieren. Dazu ist die UFC Partnerschaften mit den großen sportwissenschaftlichen Privateinrichtungen Fusionetics, EXOS und der Cleveland Clinic eingegangen, die seit Jahren hochrangige Athleten bei ihren Wettkampfvorbereitungen unterstützen.

Bereits jetzt erhielten einige Kämpfer digitale, auf sie zugeschnittene Trainingspläne. Das UFC Lab soll die Kämpfer aber nicht nur im Training, sondern ebenso in den Bereichen Ernährung und Physiotherapie unterstützen. Die Kämpfer werden entweder in den Einrichtungen der Partner trainieren können oder Spezialistenteams werden die Kämpfer in ihren eigenen Gyms besuchen.

In Las Vegas, dem Sitz der UFC-Mutterfirme Zuffa, wird zudem ein tatsächliches UFC Lab nach dem Vorbild der drei Partnereinrichtungen gebaut werden, wo Kämpfer trainieren und sich Reha-Maßnahmen unterziehen können.