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Daniel Cormier vs. Anthony Johnson 2, plus Weidman, Mousasi, Alves

Rückkampf: Anthony Johnson (r.) bekommt am Samstag seine zweite Chance gegen Daniel Cormier (Foto: UFC).

Nach drei Wochen Pause kehrt die UFC am Wochenende zurück auf die Bildschirme. Zum vierten Mal seit November im Bundesstaat New York unterwegs, bringt der UFC-Zirkus am Samstag einen Rückkampf zwischen zwei der besten Halbschwergewichte der Welt nach Buffalo. Hinter dem Hauptkampf dünnt sich das Programm zwar aus, ein paar interessante Ansetzungen wird es aber trotzdem zu sehen geben: Unter anderem mit von der Partie sind Thiago Alves, Patrick Coté und Will Brooks.

Das Hauptprogramm von UFC 210 zeigt in Deutschland ran Fighting zum einmaligen Preis von 14,99 Euro. Das Vorprogramm wird vom UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist.

Außerdem wird das Hauptprogramm erstmals von Sky Deutschland übertragen. Sky Select und Sky Sport HD 3 übertragen die Kämpfe live zum Preis von 15 Euro, außerdem zeigt Sky Select die Wiederholung am Sonntagmorgen um 9 Uhr und um 13 Uhr.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): 9. April, 0 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): 9. April, 2 Uhr
Hauptprogramm (ran Fighting): Sonntag, 9. April, 4 Uhr

Hauptkampf: Daniel Cormier (c) vs. Anthony Johnson

Der erste Kampf verlief einseitig zu seinen Gunsten, und doch geht Halbschwergewichts-Champion Daniel „DC“ Cormier (18-1) als Underdog in seine zweite Titelverteidigung gegen Anthony „Rumble“ Johnson (22-5).

Vor zwei Jahren kam Johnson früh mit einer seiner Bomben durch und wirbelte Cormier durch das halbe Octagon. Ausknocken konnte er „DC“ damit jedoch nicht – stattdessen brach er in den folgenden zwei Runden konditionell ein und klopfte im Rear Naked Choke ab.

Warum also geht er als Favorit in den Rückkampf? Kurz gesagt: weil jemand mit einer Schlagkraft wie „Rumble“ in jedem Kampf gute Chancen hat. Cormier hat Johnsons Bomben einmal geschluckt, aber ob er das zwei Jahre später noch kann? Zwar hat „DC“ in seinem letzten Kampf, bei UFC 200 gegen Anderson Silva, kaum Schaden eingesteckt, musste dafür aber in seiner bisher einzigen Titelverteidigung gegen Alexander Gustafsson umso mehr durchs Feuer gehen.

Johnson dagegen hat seit jener Enttäuschung bei UFC 187 nacheinander Jimi Manuwa, Ryan Bader und Glover Teixeira ausgeknockt, und das in so imposanter Manier, dass er für jeden dieser Siege einen Bonus für die jeweilige „Performance of the Night“ kassierte. Damit hat er an Erstrunden-Knockouts gegen Gustafsson und Rogerio Nogueira angeschlossen, der einzige Fleck auf seiner Weste im zweiten UFC-Anlauf bleibt bis auf weiteres die Aufgabe-Niederlage gegen Cormier.

Eine solche will „Rumble“ am Samstag natürlich nicht noch einmal erleben und dadurch seine Titelchancen bis auf weiteres begraben. Ob es da hilft, dass die Blackzilians, unter denen Johnson seine letzten Siege gefeiert hat, sich kürzlich aufgelöst haben? Oder dass Cormier dieses Mal sogar ein volles Trainingscamp für den Kampf hatte?

Variablen bleiben trotzdem noch im Spiel, wenn „DC“ und „Rumble“ am Wochenende zum zweiten Mal zusammen in den Käfig steigen, allen voran Johnsons bahnbrechende Schlagkraft. Vermutlich der einzige Grund für die aktuellen Wettquoten, aber dafür ein sehr guter...

Co-Hauptkampf: Chris Weidman vs. Gegard Mousasi

Kein leichtes Los für den Ex-Champion: Nach seinem Titelverlust Ende 2015 verlor Chris „The All-American“ Weidman (13-2) Ende 2016 auch gegen Yoel Romero vorzeitig und findet sich vor seinem Heimspiel gegen Gegard „The Dreamcatcher“ Mousasi (41-6-2) in einer Must-Win-Situation gegen alles andere als einen Aufbau-Gegner wieder.

Noch vor zwei Jahren lief alles bestens für den New Yorker Weidman. Nach seinen beiden auf ihre ganz eigene Art schockierenden Siegen gegen Legende Anderson Silva hatte der gelernte Ringer Lyoto Machida sowie Vitor Belfort geschlagen – mit unbefleckter Bilanz schien der „All American“ auf dem Weg zu sein, einer der großen Stars der Liga zu werden.

Die Tiefe der Mittelgewichtsklasse allerdings wurde ihm seitdem zum Verhängnis: Luke Rockhold und Yoel Romero waren mit ihrer Athletik zu viel für Arbeiter Weidman, der gegen beide durch (technischen) Knockout verlor.

Mit Mousasi trifft er nun auf jemanden mit weniger offensichtlichen Stärken. Der Niederländer macht mit seinem allzeit lustlosen Gesichtsausdruck nicht den Eindruck eines harten Kämpfers, ist dafür aber umso effektiver, sobald über dem Octagon das Licht angeht.

Über die Jahre hat der gebürtige Iraner Titel bei Cage Warriors, Dream und Strikeforce gewonnen – lediglich in der UFC haben ihn Rückschläge gegen Lyoto Machida und „Jacare“ Souza bisher um eine Chance auf den Titel gebracht. Das, und die Tendenz der UFC, die Ranglisten zugunsten großer Kämpfe außer Acht zu lassen, wie zuletzt mit dem Duell zwischen Michael Bisping und Georges St. Pierre.

Nicht zuletzt deshalb hat Mousasi seit Kurzem entdeckt, dass neben sechs Siegen in sieben Kämpfen auch Schlagzeilen und knallige Zitate ihn der Spitze näherbringen. Noch immer ohne Trash Talk, dafür mit gewitzter Ehrlichkeit und dem Selbstbewusstsein, das er bisher nach eigenen Angaben oft zurückgehalten hat, hat sich „Moose“ zuletzt die Sympathien der Fans geholt.

Holt er jetzt auch noch einen Sieg gegen Ex-Champion Weidman, könnte es im Laufe des Jahres doch noch etwas werden mit dem UFC-Titelkampf.

Die restlichen Kämpfe von UFC 210

Für eine Pay-per-View-Show ist UFC 210 nicht besonders stark besetzt, über das Programm verteilt finden sich aber einige potentiell spannende Kämpfe.

So wird auf dem Hauptprogramm Cynthia Calvillo (4-0) ihren zweiten UFC-Kampf in einem Monat bestreiten, und das zum zweiten Mal auf dem Hauptprogramm eines PPV-Events – trotz lediglich vier Profi-Kämpfen. Irgendjemand in der UFC scheint also viel zu halten von der Kalifornierin, die mit einem Aufgabe-Sieg gegen Amanda Cooper bei UFC 207 aber zumindest ein paar der Vorschusslorbeeren rechtfertigen kann. In Buffalo wird sie auf Pearl Gonzalez (6-1) treffen, die hier ihr UFC-Debüt gibt. Kurzzeitig hieß es, der Kampf sei wegen Gonzalez Silikonbrüsten abgesagt worden, die die New Yorker Sportkommission für Sportler nicht erlauben wolle, diese Neuigkeit stellte sich aber kurz darauf als falsch heraus.

So könnte der Weltergewichtskampf zwischen den beiden Veteranen Thiago „Pitbull“ Alves (21-11) und Patrick „The Predator“ Coté (23-10) unterhaltsam werden. Die beiden haben 2005 beziehungsweise 2004 ihr UFC-Debüt gegeben, große Siege geholt, um Titel gekämpft und Krisen durchgemacht. Trotzdem sind sie 2017 noch hier, und das Durchhaltevermögen, das für derartige Karrieren nötig ist, dürfte auch diesen Kampf spannend machen. Auch, wenn weder Thaiboxer Alves noch Allrounder Coté mehr ganz auf ihrem Zenit stehen: fetzen können die zwei sich immer noch.

Auf dem Vorprogramm wird Josh Emmett (11-0) in den Käfig zurückkehren. Der Team-Alpha-Male-Kämpfer gab im Mai kurzfristig sein UFC-Debüt gegen Jon Tuck und gewann in einem spannenden Kampf trotz offen gebrochenem Finger knapp nach Punkten. Im Dezember folgte Sieg Nummer zwei gegen Scott Holtzman, nun soll gegen Desmond „The Predator“ Green (19-5) der dritte Streich her. Bellator-Veteran Green kann Siege gegen Namen wie die UFC-Veteranen Steven Siler, Henry Martinez und Miguel Torres vorweisen und gibt sein Octagon-Debüt mit vier aufeinanderfolgenden Siegen im Rücken.

Eventuell etwas weniger actionreich, dafür bedeutend für die Ranglisten im Weltergewicht dürfte das Duell zwischen Kamaru „The Nigerian Nightmare“ Usman (9-1) und Sean „Tarzan“ Strickland (18-1) sein. Usman ist einer der dekoriertesten Ringer der Gewichtsklasse und kann in der UFC Siege gegen Namen wie Warlley Alves und Leon Edwards sowie den Titel der 21. „The Ultimate Fighter“-Staffel vorweisen. Strickland ist ein fähiger Allrounder, der in sechs UFC-Kämpfen fünf Mal erfolgreich war, u.a. gegen Alex Garcia, Tom Breese und Luke Barnatt. Zwar gewinnen beide meiste über die Punkte, dank ihrer Resümees bleibt ihr Duell am Samstag aber trotzdem relevant für die 77-Kilo-Klasse.


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC 210: Cormier vs. Johnson 2
Samstag, 8. April 2016
KeyBank Center in Buffalo, New York, USA


Titelkampf im Halbschwergewicht (ran Fighting)
Daniel Cormier (c) vs. Anthony Johnson

Hauptprogramm (ran Fighting)
Chris Weidman vs. Gegard Mousasi
Cynthia Calvillo vs. Pearl Gonzalez
Thiago Alves vs. Patrick Coté
Will Brooks vs. Charles Oliveira

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass)
Myles Jury vs. Mike De La Torre
Kamaru Usman vs. Sean Strickland
Charles Rosa vs. Shane Burgos
Patrick Cummins vs. Jan Blachowicz

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass)
Gregor Gillespie vs. Andrew Holbrook
Josh Emmett vs. Desmond Green
Katlyn Chookagian vs. Irene Aldana
Jenel Lausa vs. Magomed Bibulatov