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Dana White: „Ich dachte, Anderson Silva hätte gewonnen“

Dana White hatte Anderson Silva vorne. (Foto: Dorian Szücs)

Anderson Silva kehrt nach einer einjährigen Abstinenz in das Octagon zurück und feiert gegen Michael Bisping in dessen Heimat einen einstimmigen Punktsieg - so hätte das Comeback der „Spinne“ zumindest verlaufen können, würde es nach UFC-Präsident Dana White gehen. Die Punktrichter in London gingen jedoch nicht mit White konform und belohnten Bispings Leistung allesamt mit 48:47 Punkten nach fünf absolvierten Runden. Trotz dieser Differenzen lobte White die Vorstellung des Briten und ging zudem auf weitere Kämpfer der vergangenen Fight Night ein.

Wieder einmal wurde die leidige Diskussion um die Entscheidungen der Punktrichter neu entfacht. Im Hauptkampf der UFC Fight Night London standen sich mit Anderson Silva (33-7) und Michael Bisping (28-7) zwei der erfolgreichsten Mittelgewichte der MMA-Geschichte gegenüber. Fünf Runden waren nicht genug, um einen vorzeitigen Sieger in diesem Duell zu küren, also lag es an Ben Cartlidge, Jeff Mullen sowie Andy Roberts, den Schlusspunkt unter einen erfolgreichen Europa-Trip des Marktführers in Sachen MMA zu setzen. Jeder der drei sah „The Count“ mit drei gewonnenen Runden vorne. Eine Wertung, die zumindest Dana White so nicht unterschreiben würde.

„Ich muss mir den Kampf nochmal anschauen“ so White gegenüber Kommentator Dan Hardy. „Es sind so viele verrückte Sachen nach dem Flying Knee passiert, aber ich dachte, wer die fünfte Runde gewinnt, gewinnt auch den Kampf. Ich dachte, Anderson Silva hätte gewonnen.“

Mit diesem Sieg im Rücken findet sich Bisping nun in den Top 5 des UFC-Mittelgewichts wieder. Der Veteran stand schon mehrmals kurz vor einer Chance auf den Titel, zog jedoch bisher immer in den entscheidenden Momenten den Kürzeren. Auch „The Count“ weiß um das kleine Zeitfenster, das ihm noch zur Erfüllung seines Traumes bleibt und forderte nach seinem Triumph vehement einen Titelkampf. Dana White wollte sich zu diesem Thema nicht äußern, lobte jedoch beide Athleten im Hauptkampf.

„Bisping ist einer dieser Typen, die das Kämpfen einfach lieben. Er bringt immer seine Leistung. Anderson Silva hat in den letzten zwei Jahren nur einmal gekämpft. Er hat in den ersten beiden Runden sehr eingerostet gewirkt, ist im Verlauf des Kampfes aber immer besser geworden. Anderson hat wirklich gut ausgesehen für einen 40-Jährigen, der nur einmal in zwei Jahren gekämpft hat.“

Auch im vorletzten Duell des Abends gaben sich zwei Mittelgewichte die Ehre. Die Nummer Neun der Welt, Gegard Mousasi (38-6), dominierte über die komplette Dauer des Kampfes die Nummer Zehn der Rangliste, Thales Leites (25-6). Damit ist der „Dreamcatcher“ nach einer K.o.-Niederlage gegen Uriah Hall wieder auf der Erfolgsspur angelangt. Dana White sieht den Niederländer in der derzeitigen Form sogar an der Spitze der Gewichtsklasse:

„Ich bin ein großer Fan von Gegard Mousasi. Ich glaube, er hätte schon viel früher ein großer Star sein können. Er ist heute rausgekommen und hat Thales Leites komplett dominiert. Er musste in seiner Karriere einige Rückschläge verkraften, aber wenn er diese Form halten kann, sehe ich ihn weit vorne.“

Mit den gezeigten Leistungen haben sich zwei weitere Athleten in die Diskussion um einen Titelkampf in der Klasse bis 84kg eingebracht. Neben Bisping und Mousasi stehen auch Jacare Souza und der Ex-Champion Chris Weidman bereit. Das Rennen um das von Luke Rockhold getragene Gold bleibt spannend.