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Dan Hardy will Comeback gegen Cerrone, Sanchez oder Noons

Dan Hardy (Foto: Nazariy Kryvosheyev)

Seit 2012 stand der Brite Dan Hardy nicht mehr im Käfig, musste seine Karriere wegen einem Herzleiden vorübergehend auf Standby schalten. Seitdem verdingt er sich als Kommentator der UFC-Europa-Events, wird also auch am Samstag bei UFC Fight Night Berlin dabei sein. GNP1.de hat mit ihm exklusiv über die Chancen der deutschen Kämpfer und Wunschgegner für sein eigenes Comeback gesprochen. 

Am Samstag ist es soweit, die UFC kehrt nach Berlin zurück. Mit dabei sein wird Kommentator Dan Hardy, der einst selbst ganz große Schlachten im Octagon geschlagen hat, gegen Georges St. Pierre sogar um den Titel im Weltergewicht kämpfen durfte. Er war schon letztes Jahr in Berlin mit von der Partie und freut sich auf dieses Wochenende.

„Deutschland hat sehr leidenschaftliche Fans, mit einer Menge Ahnung vom MMA-Sport. Außerdem gibt es hier einige tolle Kämpfer, Dennis Siver ist sehr bekannt, Peter Sobotta arbeitet sich nach oben und Nick Hein ist toll. Vor allem gibt es hier gute Kickboxer, das war schon immer so. Inzwischen entwickeln sich hier aber auch tolle Bodenkämpfer.“

Welcher Deutsche hat das meiste Potential?

Als Kommentator sieht Hardy viele Kämpfe live und hautnah, kennt die Bilanzen, Stärken und Schwächen der Kämpfer in- und auswendig. Er sieht in Nick Hein und Peter Sobotta das meiste Potential unter den deutschen UFC-Kämpfern.

„Nick Hein ist in allen Aspekten recht gut, hat eine Menge Schlagkraft und viel Erfahrung im Judo. Dadurch ist er im Clinch ein sehr unbequemer Gegner. Er ist außerdem sehr charismatisch und kann sich toll artikulieren. Für den Sport hierzulande ist er sehr wichtig, weil er Fans und Leuten, die noch nie etwas von diesem Sport gehört haben, sehr gut erklären kann, was wir tun und warum wir es tun", so Hardy und tippt sogleich Heins Kampf gegen UFC-Debütant Lukasz Sajewski. „Der Nick-Hein-Kampf ist schwierig zu beurteilen. Er hat mittlerweile ein Jahr Erfahrung in der UFC und hat sich in einem harten Kampf gegen Drew Dober super geschlagen (bei UFC Berlin im letzten Jahr). Ich tippe auf Nick Hein. Es ist immer schwer, im Hauptprogramm dein UFC-Debüt zu geben, gegen einen Kerl, der vor heimischem Publikum kämpft. Das ist schon eine schwere Aufgabe.“

Auch der Balinger Peter Sobotta, nach Dennis Siver immerhin der zweite Deutsche, der je einen Fuß in das UFC-Octagon gesetzt hat, wird laut Hardy eine große Zukunft vor sich haben.

"Was reine Fähigkeiten angeht, denke ich, dass es Peter Sobotta noch sehr weit bringen wird. Wenn man sich anschaut, wie er sich seit seinem ersten UFC-Kampf und heute entwickelt hat – wenn das so weitergeht, wird er bald zu den besten Weltergewichten überhaupt gehören.“

Wie schlägt sich UFC-Legende Dennis Siver gegen Pride-Legende Tatsuya Kawajiri?

Den deutschen UFC-Pionier Dennis Siver bezeichnet Hardy gar als "Legende", prognostiziert für Samstag einen Sieg gegen Pride-Veteran Tatsuya Kawajiri.

„Dennis Siver hat zuletzt gegen Conor McGregor verloren, sah ansonsten aber immer gut aus. Er ist wie ein kleiner Hurricane, wenn du ihm zu nah kommst. Er schlägt sehr hart, hat gute Würfe, gute Spinnning-Kicks. Er ist ein sehr gefährlicher Kämpfer", so Hardy. „Im Kampf gegen Kawijiri setze ich auf Siver. Ich mag Kawajiri und habe seine Kämpfe immer gerne gesehen, aber Siver ist einfach rundum besser, ein besserer Kickboxer, hat Erfahrung in Judo und Sambo. Dadurch wird er den Kampf im Stand halten und Kawajiri dort einige Probleme bereiten können."

Wann kehrt Hardy zurück?

Hardy selbst ist zur Inaktivität verdammt, seit 2013 bei ihm die Herzkrankheit Wolff-Parkinson-White-Syndrom diagnostiziert wurde, eine Herzrhythmusstörung, die plötzlich zu rasant ansteigendem Puls führt – was bei einer ohnehin hochpulsigen Sportart wie MMA gefährliche Folgen haben kann. Schon im vergangenen Jahr erklärte der heute 33-Jährige jedoch, er plane mit einem Comeback. Das soll nun voraussichtlich Ende dieses Jahres in greifbare Nähe rücken.

„Ich habe vor, am Ende dieses Jahres eine Freigabe vom Arzt zu bekommen, damit ich wieder kämpfen kann", so Hardy. "Vorher will ich aber ein komplettes Trainingslager absolvieren, damit ich in guter Verfassung bin und den Ärzten auch zeigen kann, dass ich für einen Kampf bereit bin. Ich will diese Freigabe immer noch, will noch ein paar Kämpfe machen. Aber ich nehme mir Zeit und gehe das ruhig an.“

Drei Leichtgewichte im Visier

Was Wunschgegner angeht, har Dan Hardy noch nie ein Blatt vor den Mund genommen. So fielen in der Vergangenheit immer wieder Namen wie Diego Sanchez oder Josh Koscheck. Kein Wunder also, dass der Brita auch für sein mögliches Comeback bereits einige Namen im Hinterkopf hat.

„Es gibt eine Menge guter Kämpfer da draußen, vor allem im Moment scheint es so viele gute Striker zu geben. Schwer, da jemanden herauszupicken. Gegen wen würde ich gerne kämpfen? Nun, gegen Leute die ich respektiere oder die mir einen guten Kampf liefern würden“, so Hardy. „’Cowboy’ (Donald Cerrone) ist ja momentan sehr aktiv und sieht zur Zeit richtig gut aus, ein toller Kickboxer, mit super Fähigkeiten am Boden. Der wäre sicher eine große Herausforderung für mich. Mit K.J. Noons war ich noch nie so richtig auf einer Wellenlänge, außerdem ist er ein ehemaliger Profi-Boxer und hält sich für den besseren Striker. Der Kampf würde sicher Spaß machen. Und Diego Sanchez ist aktuell zwar verletzt, aber zwischen ihm und mir geht es immer mal wieder hin und her, er hat mich schon mehrfach herausgefordert.“

Während Noons aktuell zwischen Leicht- und Weltergewicht zu pendeln scheint, sind Cerrone und Sanchez derzeit waschechte Leichtgewichte, Sanchez plant gar einen Wechsel ins Federgewicht. Hardy hatte seine UFC-Karriere jedoch im Weltergewicht verbracht. Da verwundert es, dass er vor allem Gegner aus einer niedrigeren Gewichtsklasse aufzählt.

„Es gibt viele gute Kämppfer und ich wäre auch offen, in anderen Gewichtsklassen zu kämpfen, gern auch gegen leichtere Gegner. Ich wiege momentan sowieso weniger als früher.“

Das komplette Interview mit Dan Hardy, in dem er unter anderem auch den Titelkampf zwischen Robbie Lawler und Rory MacDonald tippt, über Carlos Condit spricht und detailliert die UFC Fight Night Berlin analysiert, seht ihr oben in der Video-Box.