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Conor McGregor: „Wenn ich noch einmal verliere, geht das ganze Schiff mit unter!“

Conor McGregor (Foto: Florian Sädler/GNP1.de)

Vor fünf Wochen schockte Conor McGregor die MMA-Welt mit der Ankündigung eines Rücktritts auf Twitter. Zwar ruderte der Ire wenige Tage später in einer längeren Stellungnahme zurück, ein geplanter Rückkampf gegen Nate Diaz bei UFC 200 platzte trotzdem. Dabei war dieses Duell ein persönlicher Wunsch des Iren gewesen. Seitdem blieb es größtenteils still um „The Notorious“. Nun brach der Ire in einem längeren Interview mit ESPN sein Schweigen.

„Ich sage euch was: der Rücktritts-Tweet ist einfach durch die Decke gegangen. Ich habe am Anfang nur Spaß gemacht, gescherzt, es war verrückt,“ so Conor McGregor zum Auslöser des Ganzen. „Plötzlich wurde ich von der UFC aus dem Programm für UFC 200 genommen. Da habe ich mir gedacht, okay, dann könnt ihr mich auch mal.“

Anfangs machten Gerüchte die Runde, es würde um das Finanzielle gehen. Wie Dana White bekannt gab, wurde McGregor aus dem Kampf genommen, weil er sich weigerte, seinen Presseverpflichtungen nachzugehen. In der Folge setzte McGregor aus seinem isländischen Trainingscamp immer wieder Nadelstiche gegen die UFC. So war McGregor auch während der abgesagten Pressekonferenz auf Twitter aktiv und behauptete, mit seinem Rücktritts-Tweet mehr Werbung für UFC 200 gemacht zu haben als mit einem Auftritt auf besagter Pressekonferenz. Eine Behauptung, die nicht ganz von der Hand zu weisen ist.

Obwohl ohne anstehenden Kampf bereut McGregor sein Handeln jedoch nicht: „Als ich die Pressekonferenz sah, habe ich mir gedacht, vielleicht hätte ich einfach den verdammten Flieger besteigen sollen. Aber manchmal muss man für sich das Richtige tun und nicht für alle anderen. Vor allem, wenn man schon eine Million Mal das Richtige für alle anderen getan hat, sollte man auch das Recht haben, manchmal nur das Richtige für sich selbst zu tun.“

Vor allem nicht, wenn das eigene Image und der Nimbus der Unbesiegbarkeit durch die überraschende Niederlage gegen Nate Diaz bei UFC 196 bereits angekratzt ist. Kein Wunder, dass Conor McGregor die Vorbereitung auf den Rückkampf über alles stellt.

„Ich wollte mich isolieren, fokussieren, den Sieg holen. Das war alles, wofür ich mich interessiert habe. Denn wenn wir ehrlich sind, bedeutet der ganze andere Kram nichts. Wenn ich noch einmal verliere, geht das gesamte Schiff unter. Ich bin der, der es trägt. All das geht unter, wenn ich noch einmal verliere.“

Nicht der einzige Grund für McGregors Sinneswandel in Bezug auf die Presse. Auch das Schicksal des nach einem MMA-Kampf verstorbenen Joao Carvalho in Irland nagte am 27-Jährigen. Nicht nur, weil sein Teamkollege Charlie Ward der Gegner Carvalhos an jenem verhängnisvollen Abend war, sondern auch, weil McGregor live in der Halle zusehen musste und mit seiner Rolle als irisches Aushängeschild natürlich ein gefundenes Fressen für die Skandalpresse war.

„Journalisten haben bei meiner Mutter an die Tür geklopft. Dafür habe ich nicht unterschrieben, dass Journalisten meine Mutter belästigen um über einen sterbenden Jungen zu sprechen. Es ist nicht schön, jemanden so sterben zu sehen. Es verändert Dich. Seitdem wurde in Irland eine Show nach der anderen abgesagt. Es ist schon kaputt genug, ein Teil davon zu sein. Ich wollte das nicht wieder hochholen und noch mehr in die Öffentlichkeit bringen. Nach all dem wollte ich einfach nicht vor die Kamera treten und auf Kommando tanzen. Es hat sich nicht richtig angefühlt.“

Nun, einen Monat später, scheinen sich die erhitzten Gemüter wieder beruhigt zu haben. Vergangenen Mittwoch traf sich McGregor im Vorfeld des Interviews mit UFC-Präsident Dana White und Besitzer Lorenzo Fertitta in Los Angeles, um die Verhandlungen für den Rückkampf gegen Nate Diaz voranzutreiben. Zwar steht bisher noch kein Termin fest, eine Einigung scheint nur eine Frage der Zeit und des Entgegenkommens gegenüber Nate Diaz‘ Forderungen zu sein. Das Verhältnis zwischen der UFC und McGregor ist auf dem Weg der Besserung. Und glaubt man Dana White und Conor McGregor, dann hat diese kurze und aufregende Episode keine dauerhaften Auswirkungen auf die Geschäftsbeziehungen zwischen der UFC und ihrem größten Star.

„Bin ich nach Vegas geflogen? Habe ich die Pressetermine wahrgenommen? Wie ein Affe getanzt? Nein. Bin ich immer noch da? Kämpfe ich weiterhin? Verdiene ich weiter? Ja. Sie haben ihr Gesicht gewahrt, ich habe mein Gesicht gewahrt. Es gibt keinen Verlierer, wir haben alle irgendwie gewonnen. Ich hatte sie in der Hand, aber sie durften sich nicht beugen, also gibt es keine Verlierer. Ich war hier, sie waren dort. Jetzt sind wir wieder beide in der Mitte. Wir sind an einem guten Punkt.“

Jetzt fehlt nur noch ein weiterer Kampf in der UFC, um diese Worte auch in Taten umzusetzen. Wie McGregor noch einmal wiederholte, ein Rücktritt vom aktiven Sport ist derzeit ausgeschlossen.

„Ich genieße den Wettkampf und die Herausforderung. Wenn mich eine Herausforderung anlacht, werde ich sie meistern. Ich bin für alles offen. Ich genieße das Kämpfen, Punkt.“