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Conor McGregor: „Ich bringe Aldo bei, wie man sich auf Titelkämpfe vorbereitet“

Conor McGregor lässt nicht ab von Rivale José Aldo (Foto: Florian Sädler/GNP1.de).

Die letzten Wochen über ist es ungewohnt ruhig um Conor McGregor geworden. Der sonst so respektlose, dauerpräsente Interimschampion des UFC-Federgewichts ist seit Anfang September zuhause in Irland und genießt die Ruhe vor dem Sturm, den sein Kampf gegen Champion José Aldo im Dezember verursachen wird. Auf seinen Rivalen angesprochen, nimmt McGregor aber auch zwei Monate vor dem Duell kein Blatt vor den Mund.

In der MMAHour wurde McGregor Anfang der Woche auf eine Verletzung angesprochen, die er vor seinem Titelkampf bei UFC 189 im Juli angedeutet hatte. Eigentlich lediglich nach der exakten Natur dieser Verletzung gefragt dauerte es nicht lange, bis einmal mehr Federgewichtschamp José Aldo unter die Räder geriet, gegen den McGregor am 12. Dezember bei UFC 194 im Octagon antreten soll.

„Ich hatte mich wieder am Bein wieder verletzt“, so McGregor über das Trainingscamp vor seinem letzten Kampf. „Ich konnte nicht einmal laufen. Zu einem Zeitpunkt meines Trainingscamps konnte ich nicht einmal gerade stehen. Erst zwei Wochen vor dem Kampf habe ich wieder kicken können.“

Gewonnen hat er den Kampf um den Interimstitel des UFC-Federgewichts natürlich trotzdem – durch K.o. in der zweiten Runde gegen Chad Mendes, dem er ausgerechnet mit unzähligen Kicks zum Körper den Wind aus den Segeln nahm, bevor er ihn mit den Fäusten auf die Bretter schickte.

„Das ist passiert, als ich für die PR-Tour um die Welt gereist bin, dabei habe ich mich verletzt.“ Im Frühjahr, Monate vor dem Kampf, den McGregor eigentlich gegen José Aldo bestreiten sollte, hatten die beiden eine ausgedehnte Werbetour von Brasilien über Nordamerika bis nach Europa hinter sich gebracht. „Ich habe mit Menschen trainiert, die ich nicht kannte, in einer aufgeheizten Trainingsatmosphäre. Dieser Sport zerstört dich schon genug, du musst mit Partnern trainieren, die du kennst und denen du vertraust (…).“

Erst, nachdem McGregor sich die trotz allem nicht genau benannte Verletzung eingefangen hatte, flog er Trainingspartner aus seinem Heimatgym in Dublin ein. „Jeden Morgen, wenn ich aufgewacht bin, habe ich zu mir selbst gesagt ‚Die ganz Großen überstehen Widrigkeiten, die ganz Großen überrennen Widrigkeiten ohne Probleme.‘ Und das ist es, was ich in dieser Situation getan habe: Ich habe mich den Widrigkeiten gestellt und sie besiegt.“ 

Laut McGregor hat er gerade dadurch eine Menge über den Sport gelernt: „Es geht darum, es bis zum Kampfabend zu schaffen. Du musst deinen Körper intakt halten und deinen Geist messerscharf. Das ist auch das, was ich den Teilnehmern im Ultimate-Fighter-Haus beigebracht habe.“

McGregor hat den Sommer über in Las Vegas die 22. Staffel der „The Ultimate Fighter“-Reality-Serie gecoacht, in der ein Team aus europäischen Kämpfern gegen eine US-amerikanische Mannschaft unter Urijah Fabers Leitung antrat.  „Jeder einzelne von ihnen hatte Macken und Schrammen. Sie mussten kämpfen, um überhaupt ins Haus zu kommen, also hatte jeder von ihnen ein lädiertes Knie, einen kaputten Ellbogen, Schrammen im Gesicht. Dieser Sport bricht Individuen, deshalb ist es zwecklos, ins Gym zu gehen und sich dort rädern zu lassen.“

Genau für diese Art von Training stehen José Aldo und das Nova-Uniao-Gym in Brasilien seit längerem in der Kritik: Immer wieder mussten Sportler des Teams Kämpfe absagen, weil sie sich im Training verletzt hatten, zuletzt Aldo selbst vor dem Blockbuster-Duell mit McGregor. Der Ire erkennt in den unterschiedlichen Reaktionen auf ihre Verletzungen einen mentalen Vorteil gegenüber seinem Rivalen: „Jose stand seinen Widrigkeiten gegenüber und er ist geflüchtet. Vielleicht kommt er zurück, vielleicht lugt er noch einmal hinter der Tür hervor, aber er wird immer wissen, dass er weggerannt ist und ich nicht.“

„(Aldos Team) wusste von meiner Verletzung, genauso wie ich von seiner Verletzung wusste. Ich habe ihnen gesagt, dass ich seine Rippe nicht angreifen würde, ich hätte fair gekämpft und mich auf sein Kinn fokussiert. Und er hat trotzdem abgesagt (…). Sie dagegen hätten versucht, gerade meine Schwachstelle zu attackieren.“

Vor UFC 189 hatte McGregor Aldo mit seiner respektlosen Art derart wütend gemacht, dass dieser nach eigener Aussage härter trainiert hat als je zuvor – mit bekanntem Ausgang. McGregor allerdings hat eine andere Theorie, warum Aldo am 11. Juli nicht im Octagon stand und zieht daraus seine Lehren für seine Herangehensweise an UFC 194: „Ich werde nicht versuchen, ihm unter die Haut zu gehen. Setzt man einen Mann zu sehr unter Druck, dann taucht er unter (…). Ich nehme also meinen Fuß vom Gas, ich wünsche José alles Gute, ich wünsche ihm ein verletzungsfreies Trainingscamp und ich hoffe, dass er da unten intelligent trainiert. Denn normalerweise machen sie das dort nicht, dort nimmst du im Gym Schaden, bis der Körper nicht mehr damit umgehen kann.“

Also muss McGregor die Sache in die eigene Hand nehmen, zumindest aus seiner Sicht der Dinge: „Ich versuche, ihm beizubringen, wie man sich auf Weltmeisterschaftskämpfe vorbereitet (…).  Du kannst keine Leute ins Gym bringen, die dich verletzen wollen. Er hat sich die Rippe verletzt, weil er jemanden eingeflogen hat, der meinen Kampfstil imitieren sollte und der ihn mit einem unsauberen, unbedachten Kick getroffen hat. Ich habe das Video gesehen, ich weiß alles über das ganze Team dort unten, ich weiß alles und kenne jeden. Ich hoffe, dass er seine Lektion gelernt hat.“

Optimistisch ist McGregor dennoch nicht: „Glaube ich daran, ihn (bei UFC 194) zu sehen? Ich tue es immer noch nicht und ich irre mich selten. Ich jedenfalls werde definitiv dort sein und die Zahlen, die ich generiere, werden auch dort sein.“