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Colby Covington: "Ich will den UFC-Gürtel bei Donald Trump auf den Tisch legen"

Schert sich nicht um Kritiker: Top-UFC-Weltergewicht Colby Covington (Foto: Florian Sädler).

Colby Covington dürfte Chael Sonnen als meistgehasster Mann in Brasilien abgelöst haben. Das US-amerikanische UFC-Weltergewicht kämpft am Samstag bei UFC 225 in Chicago gegen Rafael dos Anjos um den Interims-Titel der Gewichtsklasse, und wie von ihm gewohnt hagelt es im Vorfeld derbe Sprüche und harte Anschuldigungen. Vor allem gegenüber seinem Gegner, dem Covington Steroidmissbrauch unterstellt.

Er besäße in dieser Sache Insider-Informationen, ließ Covington kurz vor UFC 225 Ariel Helwani wissen. Es sei ihm aber egal, dass dos Anjos gedopt sei – er sei nämlich trotzdem chancenlos: „In Runde eins prügle ich die Steroide aus ihm heraus, in Runde zwei knocke ich ihn aus“, so Covington.

Derartige Sprüche ist man seit einiger Zeit gewohnt von der Nummer vier des UFC-Weltergewichts. Im Laufe der letzten Monate hat sich der 30-Jährige unter anderem mit Fabricio Werdum, Kamaru Usman, Jon Jones und selbst mit UFC-Kommentator Joe Rogan angelegt, meist über soziale Medien. Covington allerdings schert sich nicht um seinen zweifelhaften Ruf innerhalb der MMA-Welt.

„Jeder will gegen mich sein. Wenn ich ein Kind aus einem brennenden Gebäude retten würde, würden die Leute einen Weg finden, mich trotzdem schlechtzumachen und zu behaupten, dass ich lüge und die Sache gestellt gewesen sei.“

„[Aber] ich liebe es. Jeder ist neidisch, jeder will da sein, wo ich bin und jetzt habe ich, was jeder haben will. Ich genieße den Prozess und das hier ist alles nur der Anfang […].“

Tatsächlich hat sich Covington in eine solide Position innerhalb einer der stärksten Gewichtsklassen der UFC manövriert. Während die Titelchance in den Augen einiger Beobachter zu früh kommt angesichts weniger großer Namen, die Covington besiegt hat, findet er selbst, die Titelchance hätte schon deutlich früher kommen sollen.

„[Der Titelkampf] kommt ein bisschen später als ich erwartet hätte. Ich habe diese ganzen Weltergewichts-Champions jahrelang im American Top Team verprügelt – Tyron Woodley und Robbie Lawler. Ich hätte schon vorher an der Reihe sein sollen und jetzt ist es an der Zeit für mich, meinen Platz auf dem Thron zu einzunehmen.“

Mit Weltergewichts-Champion Woodley, der mittlerweile kaum noch im American Top Team in Florida trainiert, hat Covington ein klares Ziel vor Augen. „The Chosen One“ ist wegen einer Schulterverletzung aktuell außer Gefecht und peilt nach eigenen Angaben eine Rückkehr im August an.

Gewinnt Covington am Samstag den Interims-Titel, könnte er schon bald mit seinem ehemaligen Teamkollegen im Käfig stehen. Er selbst scheint sich da jedoch nicht so sicher zu sein.

„Tyron Woodley versteckt sich, er ist die ganze Zeit schon vor mir weggelaufen“, so Covington. „Er war bereit, gegen Georges St. Pierre oder Nate Diaz zu kämpfen, aber dann hatte er plötzlich eine Schulterverletzung, als er gegen mich kämpfen sollte. Tyron Woodley ist zu beschäftigt damit, in Hollywood über die Kardashians zu reden.“

Covington indes hat in den Medien zuletzt häufiger über politische Themen gesprochen, beispielsweise den Nationalhymnen-Streit im American Football aufgegriffen. Unter anderem wegen als diskriminierend aufgefasster Äußerungen über Brasilien steht der Amerikaner immer wieder in der Kritik, auch hier gilt aber: Covington lässt all das zumindest nach eigener Aussage völlig kalt. Er hält sich eher an die Republikaner als an die Demokraten, speziell an den bekanntesten und mächtigsten von ihnen.

„Die Liberalen sind ziemlich wütend auf mich“, so Covington über die Reaktionen auf seine Interviews und Twitter-Posts. „Ist mir aber egal, in diesem Geschäft geht es ums Kämpfen, nicht um Gefühle. Ich bin großer Trump-Fan und ich will den Gürtel im Oval Office auf seinen Tisch legen.“

Nachdem er vor einigen Tagen bereits angekündigt hatte, den US-Präsidenten dazu bringen zu wollen, „Rafi dos Nachos“ deportieren zu lassen, legte er nun gegen den ehemaligen Leichtgewichts-Champion nach.

„Wie ironisch ist es, dass heute der Jahrestag des D-Day ist, als wir die Invasion an der Küste der Normandie gestartet und die Nazis ausgeschaltet haben. So, wie sie es damals gemacht haben, werde ich diesem dreckigen Tier den Kampf aufzwingen und keine Gnade zeigen.“

Stattdessen soll der Präsident der UFC ihm anschließend helfen, den Präsidenten der USA in dessen Büro zu treffen.

„Nach Samstagabend möchte ich ein Gespräch mit Mr. Dana White und dann werde ich ihm sagen, dass er mich ins Oval Office bringen soll. Ich will ein paar Worte mit dem großartigsten Amerikaner unserer Zeit und dem Anführer der freien Welt wechseln.“