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Colby Covington: „Dana White hat mich belogen! F**k dich, UFC!“

Colby Covington (Foto: Tobias Bunnenberg/GNP1.de)

Colby Covington ist sauer. Das an sich ist nichts Neues, schließlich gehört das scheinbar zum Dauerzustand des amerikanischen Weltergewichts, wenn man ihm in den sozialen Netzwerken verfolgt. Doch nun, da ihm der Titelkampf gegen Tyron Woodley von Kamaru Usman weggeschnappt wurde, denkt der Amerikaner sogar an Abschied aus der UFC.

Der Interimschampion im Weltergewicht machte am Montag die Runde durch mehrere Talkshows bei ESPN, MMAJunkie und der MMA Hour mit Luke Thomas und wiederholte seine Vorwürfe gegen die UFC im Allgemeinen und Dana White im Speziellen immer wieder. Covington machte dabei seinem Ärger darüber Luft, dass Dana White sein Versprechen gebrochen habe, dass er den nächsten Titelkampf gegen Tyron Woodley erhalten soll.

„Man hat mir versprochen, dass ich im November gegen Tyron Woodley bei UFC 230 im Madison Square Garden kämpfen sollte, man hat mir versprochen, dass ich im Januar in Kalifornien auf ihn treffen soll und auf einmal werde ich von einem Typen überholt, der nur meine Reste besiegt hat“, erklärte Covington bei ESPN. „Es ergibt keinen Sinn. Sie scheißen auf die Fans, sie scheißen auf mich und sie verwässern ihr Produkt.“

Covington erklärte, dass ihm die UFC einen Titelkampf für UFC 228 im September angeboten hatte. Covington musste absagen, um eine Operation an der Nase vornehmen zu lassen, da er aufgrund chronischer Sinusitis nicht mehr atmen konnte. Für die UFC keine Pflicht-Operation, sondern eine aus freiem Willen. Nachdem der Titelkampf an Darren Till ging, bestand Interims-Champion Covington im Anschluss darauf, nur um den Titel zu kämpfen. Ganz anders Kamaru Usman, der der UFC mehrfach entgegenkam und nun dafür belohnt wurde.

Nachdem geplante Titelkämpfe von Covington gegen Woodley durch Verletzungen des Champions nicht zustande kamen und sich die Verhandlungen mit allen Parteien schwierig gestalteten, entschied die UFC schließlich, Kamaru Usman den Titelkampf zu geben. Usman trifft am 2. März auf Tyron Woodley, Covington muss wieder nur zuschauen. 

„Die Leute können sich mit meiner Situation identifizieren“, so Covington weiter. „Ich habe hart für etwas gearbeitet, mir etwas verdient, die Zeit investiert. Ich habe seit meinem siebten Lebensjahr hart trainiert. Das ist das Ergebnis eines Lebens, das ich dem Sport gewidmet habe. Und nun wird mir etwas weggenommen, was ich mir verdient habe. Das ist nicht fair.“

Der 30-Jährige hat für sich nun die Entscheidung getroffen, entweder um den Titel zu kämpfen oder gar nicht mehr für die UFC in den Käfig zu steigen. Da Dana White immer wieder öffentlich erzähle, dass es in der UFC keinen Platz für Kämpfer gäbe, die Kämpfe ablehnen, will er den UFC-Präsidenten nun auf die Probe stellen.

„Dana White sagt immer, ich lehne Kämpfe ab und das kann man in der UFC nicht erlauben, ich solle dann doch woanders kämpfen. Ich will sehen, ob Dana White Eier hat“, sagte Covington bei MMAJunkie. „Ich will sehen, ob er zu seinem Wort steht. Wenn ihr sowas in der UFC nicht erlaubt, dann schmeißt mich raus.“

Covington hat in der UFC neun von zehn Kämpfen gewonnen, die letzten sechs in Folge. Dabei konnte er in den vergangenen 15 Monaten Demian Maia und dann im Kampf um den Interims-Titel Rafael dos Anjos besiegen. Beide Kämpfer unterlagen im Anschluss auch Kamaru Usman, der nun statt Covington den Titelkampf erhält. Für Covington ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Der Ringer, der bereits bei Wrestling-Organisationen auftrat, kann sich auch gut ein Engagement abseits der UFC vorstellen.

„Ich brauche die UFC nicht, sie brauchen mich“, sagte Covington. „Wenn sie mich nicht für einen Titelkampf anrufen, habe ich ihnen nichts zu sagen. Wenn sie mich entlassen wollen, sollen sie mich entlassen. Ich werde solange warten, bis ich das bekomme, was ich mir verdient habe und das ist ein UFC-Titelkampf. Es gibt da draußen auch andere große Kämpfe und Optionen für mich. Ich kämpfe überall.“

Nach einer abschließenden Botschaft an die UFC befragt, antwortete Covington nur „F**k dich, UFC!“

Tyron Woodley gab unterdessen in einer Video-Botschaft bekannt, dass er nach einem Sieg über Usman im März anschließend bereits im Juni wieder kämpfen wolle und Covington dann seine Chance erhalten soll. Das Chaos um den Titel dürfte also noch ein paar Monate andauern.