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Chris Weidman: „Es ist peinlich, dass Bisping Champion meiner Gewichtsklasse ist“

Kein Champion mehr, trotzdem besser als Bisping? (Foto: Florian Sädler).

Letztlich ist es Chris Weidmans eigene Schuld. Auch zwei Monate nach Michael Bispings überraschendem Titelgewinn gegen Luke Rockhold ist er noch nicht darüber hinweg, dass der Brite jetzt das UFC-Mittelgewicht als Champion anführt. Besonders bitter dabei ist, dass es Weidman selbst war, der Bisping die Chance verschafft hat, sich seinen alten Gürtel unter den Nagel zu reißen.

„Ich habe nie gedacht, dass er das Zeug zum Champion hat, um ehrlich zu sein“, so Weidman am Montag in der MMA Hour. „Es war immer weit hergeholt, dass er jemals eine Titelchance bekommen würde. Er war eben zur richtigen Zeit am richtigen Ort.“

Und mit einem sauberen K.o. nach dreieinhalb Minuten der ersten Runde hat Michael Bisping diese Chance Anfang Juni bei UFC 199 für sich genutzt – jetzt ist er im Alter von 37 Jahren doch noch Englands erster UFC-Champion. Für Weidman ein Armutszeugnis seiner Gewichtsklasse, obwohl er mit Bisping schon des Öfteren am Analysten-Tisch des US-Senders FOX gesessen hat und seinen Kollegen grundsätzlich respektiert.

„Ehrlich gesagt – Lob an ihn. Er ist ohne große Vorbereitung da rausgegangen und hat Luke Rockhold in der ersten Runde ausgeknockt. Gut gemacht. Aber ich denke eben, dass er nicht der beste Champion ist, den wir je gesehen haben.“

„In der Gegend rumzulaufen und den Leuten auf die Frage, wer denn Champion meiner Gewichtsklasse sei, mit Michael Bisping antworten zu müssen, das ist schon ein bisschen peinlich. Aber so ist das eben.“

Die Chance, bei UFC 199 im Hauptkampf einzuspringen bekam Bisping allein deshalb, weil Chris Weidman sich im Training auf seinen eigenen Rückkampf gegen Rockhold verletzt hatte und zwei Wochen vor dem Event ein neuer Gegner für den Champion her musste.

Damit hat Weidman nach eigener Aussage bereits zum zweiten Mal Chaos an der Spitze des UFC-Mittelgewichts angerichtet, nachdem er im Dezember den Titel an Rockhold verloren und damit seiner Ansicht nach einen „arroganten Bastard“ kreiert hatte. 

Um das Chaos beilegen und da weitermachen zu können, wo er mit Siegen gegen Anderson Silva (2x), Lyoto Machida und Vitor Belfort aufgehört hat, wird Weidman allerdings noch ein wenig warten müssen. Seine Nackenverletzung ist wieder ausgeheilt, sagt er, und für sein Comeback peilt der New Yorker UFC 205 am 12. November im Madison Square Garden im Big Apple an.

Das wird allerdings nicht gegen Bisping sein, denn der wird seinen Titel einen Monat zuvor Zuhause in Manchester gegen Dan Henderson verteidigen. Mindestens ein Mal wird Weidman also noch ohne Gürtel auf dem Spiel in den Käfig steigen müssen.

Für den Ex-Champion kein Problem, denn wenn er erstmal seine Titelchance gegen Bisping bekommt, dann wird er sie nutzen, da ist er sich sicher. Wenn es vorher nicht schon jemand anderes getan hat: „Es besteht die Möglichkeit, dass er Dan Henderson besiegt, aber ich glaube kaum, dass er gegen irgendjemanden aus der Top 5 eine allzu große Chance hat.“