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Chael Sonnen: “Wenn Silva gedopt hat, soll er es zugeben!”

Chael Sonnen (Foto: Dorian Szücs)

Anderson Silvas positiver Doping-Test war ein Schocker. Nun äußert sich sein früherer Gegner, der mehrfach überführte Doping-Sünder Chael Sonnen zu der Situation.

Chael Sonnen und Anderson Silva haben eine lange gemeinsame Geschichte. 2010 gelang Sonnen fast eine der größten Überraschungen in der Geschichte der UFC, als er den damaligen Mittelgewichtschampion fünf Runden lang nach Strich und Faden vermöbelte, bevor er schließlich in einer Kombination aus Triangle Choke und Armbar abklopfen musste. Anschließend fiel Sonnen wegen zu hoher Testosteronwerte durch einen Dopingtest und erntete dafür massive Kritik von Fans und Medien. 

In der kanadischen Talk-Show „Off the Record“ wurde er nun zum Fall Anderson Silva befragt, der positiv auf das anabole Steroid Drostanolon getestet wurde.

„Wenn er das wirklich genommen hat, würde ich ihm wie jedem anderen auch raten, es einfach zuzugeben – so wie ich das getan habe. Er hat noch immer die Möglichkeit, reinen Tisch zu machen und zu sagen: ‚Passt auf, da war noch etwas in meinem Körper, ich wurde erwischt, es tut mir leid.’“

Sonnen selbst wurde nach seinem ersten Vergehen 2010 im vergangenen Jahr erneut des Dopings überführt – und das gleich in zwei aufeinanderfolgenden Tests. Tatsächlich äußerte er sich wenig später öffentlich zu den Ergebnissen und gab die Einnahme leistungssteigernder Substanzen zu. Im gleichen Atemzug trat er vom aktiven MMA-Sport zurück. 

Silva hat einen anderen Weg gewählt: In einem kurzen Statement gab er an, keine leistungssteigernden Substanzen eingenommen zu haben und das Testergebnis anfechten zu wollen. Zwecklos, meint Sonnen.

„Ich wünschte, er hätte erst einmal noch gar nichts dazu gesagt. Das braucht ein wenig Zeit. Ich wollte auch mit der Sprache herausrücken, aber wenn man sich schämt und weiß, dass man etwas falsches getan hat, dann ist es manchmal schwer, die volle Wahrheit zu sagen. Mir ist es am Ende gelungen, aber es hat ein wenig gedauert. Zuerst dachte ich mir auch, das ist meine Sache und geht niemanden etwas an. Wenn Anderson sich nun auch etwas Zeit lässt, ändert er vielleicht seine Meinung. [...] Vielleicht denkt ja auch wirklich, er hätte es nicht getan. Geben wir ihm etwas Zeit. Eins kann ich aber versichern: Das Labor, das diesen Test durchgeführt hat ist eine Institution der Vereinigten Staaten von Amerika und verantwortet sich einzig und allein vor Senator John McCain. Wenn jetzt jemand daherkommt und dem Labor unterstellt, es hätte einen Fehler gemacht, wird es sich energisch wehren. Dieser Kampf lohnt sich nicht.“

Anderson Silva war stets der Saubermann der MMA-Szene. Doping hätte dem einstigen Champion niemand zugetraut. Im Dezember 2013 brach er sich im Rückkampf gegen Chris Weidman in einer der furchtbarsten Verletzungen der MMA-Geschichte den Unterschenkel und fiel für über ein Jahr aus. Am vergangenen Samstag kehrte er bei UFC 183 top-fit zurück. Die Frage, wie er derart schnell von einer so schweren Verletzung genesen konnte, steht seit Monaten im Raum. Sonnen hat eine Erklärung:

„Seine Gesundheit geht vor, sportliche Verpflichtungen spielen da erst einmal keine Rolle. Er musste dafür sorgen, dass er wieder gesund wird und sein Bein wieder funktioniert. Egal wie, ob auf legalem oder illegalem Weg. Das ist ok, da hat niemand etwas dagegen. Wenn er aber wieder in das Wettkampfgeschehen zurückkehren will, dann muss er sich an bestimmte Regeln halten. Aktuell sieht es aber so aus, als wäre positiv auf verbotene Stoffe getestet worden. [...] Er hat sein Bein geheilt, das ist gut. Aber das heißt nicht, dass er jetzt einfach zurückkehren kann.“

Das gesamte Interview mit Chael Sonnen gibt es hier: