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BLM geht gegen Verbotsaufhebung in Berufung, hat UFC-Online-Angebote geprüft

Gibt sich nicht so leicht geschlagen: Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (Foto: BLM).

Fragt man dieser Tage in der deutschen MMA-Szene nach dem Staatsfeind Nummer eins, dann kommen nicht Jim Wallhead, nicht Christian Colombo, nicht Nicolas Dalby und nicht Tae Hyun Bang zur Sprache. Die mögen versuchen, bei UFC Hamburg den deutschen Kämpfern ihr Heimspiel zu vermiesen, der eigentliche Lieblingsfeind der Szene aber versucht seit sechs Jahren, die Übertragung eben jener Kämpfe im TV zu verhindern.

Staatsfeind Nummer eins, das ist seit März 2010 die Bayerische Landeszentrale für neue Medien, als man dort die UFC aus dem deutschen Free-TV gekegelt hat. Jetzt, wo das Octagon genau dorthin zurückkehrt, haben wir der Behörde einige Fragen gestellt.

Noch vergangenes Jahr wurde eine Interviewanfrage mit der Begründung abgelehnt, zum Thema UFC im TV sei alles gesagt worden. Seitdem hat sich offensichtlich viel getan: Nach Bekanntwerden der Aufhebung des TV-Verbots durch das Verwaltungsgericht München kündigte die UFC einen Deal mit der ProSiebenSat1-Gruppe an, mittlerweile laufen ihre Kämpfe online bei ran und die Highlights von UFC Hamburg werden am Sonntagmorgen sogar auf ProSieben Maxx gezeigt. Also haben wir uns noch einmal mit einigen Fragen an die Behörde gewandt, die uns die BLM schriftlich beantwortete.

Wenig überraschend: Abfinden will man sich nicht mit der Entscheidung des Verwaltungsgerichts, das TV-Verbot aufzuheben.

„Der Medienrat der BLM hatte den Präsidenten in seiner Sitzung vom 12.2.2015 gebeten, „alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um eine Aufhebung des verwaltungsgerichtlichen Urteils zu erreichen.“ Dem fühlt sich der Präsident verpflichtet. Zwischenzeitlich hat der (Bayerische Verwaltungsgerichtshof) auf Antrag der BLM am 1.7.2016 die Berufung gegen das Urteil des (Verwaltungsgerichts) München zugelassen. Die BLM hat die Berufungsbegründung bei Gericht eingereicht.“ 

Am Ende ist der Zoff um die UFC im deutschen Fernsehen also noch nicht, die aktuelle Situation ließe sich wohl treffender als vorübergehende Feuerpause beschreiben. Obwohl sich am Standpunkt der Behörde gegenüber dem MMA-Sport laut BLM nichts geändert hat, seien allerdings die diversen Online-Angebote, über die die Events der UFC verfolgt werden können, aktuell kein Ziel der Behörde, da dort bisher nicht gegen Richtlinien verstoßen würde.

„Die Landesmedienanstalten und ihr Organ, die Kommission für Jugendmedienschutz, überprüfen im Rahmen ihrer Zuständigkeit auch UFC-Übertragungen auf Online-Portalen“, so die BLM. „Bislang wurden hier keine Verstöße festgestellt, da die Anbieter ausreichende Jugendschutzmaßnahmen für ihre Internet-Angebote ergriffen haben, wie etwa durch das Labeling der Internetangebote für ein anerkanntes Jugendschutzprogramm oder eine Verbreitung innerhalb der Zeitgrenzen (nur nachts, zwischen 23.00 und 6.00 Uhr).“

Dass man mit dem unnachgiebigen Versuch, die UFC von deutschen Fernsehbildschirmen zu verbannen, in der MMA-Gemeinde nicht den besten Ruf genießt, dürfte kaum überraschen. Wer jetzt aber davon ausgeht, dass seit 2010 tagtäglich Hassmails im Münchner Postkasten hereinflattern, sieht sich getäuscht: „Wir haben positives und negatives Feedback erhalten“, berichtet die BLM über den Kontakt zur Szene. „Beides ist in einem normalen Rahmen geblieben.“

Trotz der anscheinend geringen Gefahr, vor Ort von frustrierten Fans mit einem Guillotine Choke begrüßt zu werden – einen Vertreter der Behörde wird man am Samstag nicht in Hamburg erwarten dürfen. Schlicht aus dem Grund, dass die UFC Fight Night 93 als solche nicht in deren Verantwortungsbereich liegt:

„Die BLM - und das gilt für alle Landesmedienanstalten - ist ausschließlich für den Rundfunk und Telemedien zuständig. Live-Veranstaltungen der UFC, wie der nun anstehende Event in Hamburg oder auch frühere Live-Events in deutschen Städten, fallen nicht in den Zuständigkeitsbereich der Medienaufsicht.“