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B.J. Penn kehrt zurück, plus Joe Lauzon vs. Marcin Held im Duell der Top-Grappler

Yair Rodriguez steht vor der größten Chance seiner Karriere gegen UFC Hall of Famer B.J. Penn (Foto: UFC).

Üblicherweise generiert ein UFC-Event Interesse durch eine lange Reihe solider Kämpfe oder ein durchschnittliches Programm mit einem Knaller-Duell an der Spitze. Die 103. UFC Fight Night aus Phoenix, Arizona bietet keines von beidem, dafür aber einen anderen medienwirksamen Aufhänger: die Rückkehr einer Legende.

Die UFC Fight Night 103 wird in Deutschland vom UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Montag, 16. Januar, 0:15 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Montag, 16. Januar, 2 Uhr
Hauptprogramm (UFC Fight Pass): Montag, 16. Januar, 4 Uhr

Hauptkampf: Yair Rodriguez vs. B.J. Penn

Wie ein Kampf Profi gegen Amateur werde dieses Duell aussehen, hat B.J. „The Prodigy“ Penn (16-10-2) kürzlich über seinen anstehenden Comeback-Kampf gegen Yair „El Pantera“ Rodriguez (9-1) vorhergesagt. Schaut man sich in den Fan-Foren und Online-Kommentarspalten um, erntet Penn für diese Aussage viel Zuspruch. Allerdings meist mit einer anderen Rollenverteilung als der, die Penn wohl gemeint hat.

Zweieinhalb Jahre ist es her, seit die hawaiianische Legende zuletzt im Käfig stand. In seinem Trilogie-Abschluss gegen Frankie Edgar wurde Penn in der dritten Runde technisch K.o. geschlagen, nachdem er dem ehemaligen Leichtgewichtschampion bereits zuvor zwei Mal unterlegen war.

Tatsächlich hat Edgar den stetigen Abstieg Penns eingeleitet, als er diesem im April 2010 bei UFC 112 einstimmig nach Punkten dessen Leichtgewichtsgürtel abnahm. Seitdem kann Penn lediglich einen Sieg in sechs Kämpfen vorweisen, nachdem er in den Jahren zuvor die 70-Kilo-Klasse fest in seiner Hand gehabt hatte und zwischenzeitlich sogar die Krone im Weltergewicht trug.

Jetzt, mit 38 Jahren, ist Penn zurück, und das mit dem Ziel, einen dritten UFC-Gürtel zu gewinnen. Dieses Mal im Federgewicht, wo Yair Rodriguez seit seinem Debüt 2014 hohe Wellen geschlagen hat.

Vier Kämpfe hat der gebürtige Mexikaner seitdem gewonnen – davon zwar nur einen vorzeitig, per spektakulärem eingesprungenen Headkick-K.o. gegen Andre Fili, dafür aber mit einem durchweg spektakulär-temporeichen Kampfstil sowohl auf dem Boden als auch im Stand. Mit Fili, Charles Rosa, Dan Hooker und zuletzt Alex Caceres hat „El Pantera“ dabei außerdem durchweg solide Gegner geschlagen.

Jetzt wird der erst 24-jährige ehemalige Greg Jackson-Schüler gegen eine lebende Legende ins Octagon steigen, während Penn eben jenen Jackson in seiner Ecke stehen haben wird, der einst Georges St. Pierre in einem der größten UFC-Kämpfe aller Zeiten gegen Penn gecoacht hat. Im MMA kann eben alles passieren, vielleicht ja auch die triumphale Rückkehr eines alten Stars, der allen Anzeichen nach längst über seinen Zenit hinaus ist.

Co-Hauptkampf: Joe Lauzon vs. Marcin Held

Einen leichten Einstieg hat Marcin „The Polish Prodigy“ Held (22-5) nicht bekommen in der UFC. Mit einigem Hype aus der Hardcore-Fanszene hinter sich debütierte der polnische Submission-Spezialist im vergangenen November im Octagon und musste gegen Diego Sanchez gleich eine Punktniederlage hinnehmen.

Zweieinhalb Monate später kehrt der jüngste BJJ-Schwarzgurt Polens gegen Joe „J-Lau“ Lauzon (26-12) zurück, der seinerseits erst im vergangenen Jahr Sanchez in der ersten Runde ausgeknockt hat.

Einen leicht merkwürdigen Beigeschmack bringt das Duell also mit, dafür ist die Ansetzung stilistisch interessant. Lauzon ist einer der dynamischsten Grappler im UFC-Leichtgewicht, der sich mit Held eine unterhaltsame Schachpartie auf der Matte liefern könnte, sollte er sich darauf einlassen.

Ob er sich den Stärken seines Gegners freiwillig nähert, ist hier die Frage. Denn auch Lauzon hat seinen letzten Kampf verloren, knapp nach Punkten in einer Neuauflage des 2012er-Klassikers gegen Jim Miller.

In seinen letzten fünf Kämpfen war der Veteran außerdem nur zweimal siegreich, vielleicht wird der Bonus-König der UFC (15 „Fight Night“-Bonusschecks in 22 UFC-Kämpfen) mit dem Rücken zur Wand dieses Mal also versuchen, ausnahmsweise auf Nummer sicher zu gehen. Aus Fan-Sicht lässt sich nur hoffen, dass er das nicht tun wird - und wenn Lauzons Karriere eine Vorhersage zulässt, dann diese.

Die restlichen Kämpfe von UFC Phoenix

Kämpfe mit Relevanz für das Titelgeschehen in irgendeiner Gewichtsklasse hat die 103. UFC Fight Night nicht zu bieten. Auf dem Hauptprogramm könnte allerdings das Fliegengewichtsduell zwischen John Moraga (16-5) und Sergio „The Phenom“ Pettis (14-2) interessant werden. Der aus Phoenix stammende Moraga, der 2013 fast fünf Runden gegen Champion Demetrious Johnson durchhielt, fuhr 2014 seinen bis dato letzten Sieg in derselben Arena ein, in der er an diesem Wochenende auf Sergio Pettis treffen wird.

Pettis, der jüngere Bruder von Ex-Leichtgewichtschampion Anthony Pettis, kam 2013 mit jeder Menge verwandschaftsbedingtem Hype im Octagon an, konnte den in seiner Ursprungsform seitdem aber nicht immer rechtfertigen: Fünf Kämpfe hat der 23-Jährige in der UFC bereits gewonnen, darunter gegen Ex-Titelherausforderer Chris Cariaso, wurde von Alex Caceres und Ryan Benoit aber auch in Kämpfen getappt und ausgeknockt, die er hätte gewinnen können.

Gegen Moraga, der seinerseits zuletzt zweimal in Folge verloren hat, muss der jüngere Pettis nun beweisen, dass er gegen einen der besseren Kämpfer der Gewichtsklasse über drei Runden sein Niveau halten kann.

Außerdem mit von der Partie sind ganze vier Kämpfe mit schweren Jungs aus dem Schwer- und Halbschwergewicht.

So wird CroCop-Bezwinger Oleksiy „The Boa Constrictor“ Oliynyk (50-10-1) auf Viktor Pesta (9-3-0(1)) treffen: ein gestandener Veteran mit 61 Kämpfen gegen ein junges Talent, das in der UFC bisher Schwierigkeiten hatte, seine Form zu finden. Während Oliynyk bisher zwei seiner drei UFC-Kämpfe gewinnen konnte, wurde Pesta zuletzt zweimal hintereinander ausgeknockt.

Zuvor wird Jonas Billstein-Bezwinger Joachim Christensen (13-4) zum zweiten Mal ins Octagon steigen. Im Oktober wurde der Däne in seinem UFC-Debüt von Henrique da Silva zur Aufgabe gezwungen, jetzt wird er auf den Serben Bojan Mihajlovic (10-4) treffen, dem es in der UFC bisher ähnlich ging: Im Juli wurde er in seinem Debüt vom französischen Bomber Francis Ngannou ausgeknockt.

Ebenfalls auf dem Programm steht ein Duell zwischen zwei talentierten Grapplern im Bantamgewicht: Frankie Saenz (11-4) ist ein dekorierter Ringer, der sich zuletzt jedoch gegen Urijah Faber und Eddie Wineland geschlagen geben musste.

Augusto "Tanquinho" Mendes (5-1) dagegen ist ein hochkarätiger Jiu Jitsu-Kämpfer, der in seinem kurzfristig zustandegekommenen Octagon-Debüt ausgerechnet auf Cody Garbrandt traf. Vom jetzigen Champion wurde der Brasilianer ausgeknockt, jetzt wird er versuchen, dort weiterzumachen, wo er in der regionalen Szene aufgehört hatte: Dort hatte Mendes noch jeden seiner Gegner vorzeitig besiegen können.


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC Fight Night 103: Rodriguez vs. Penn
Sonntag, 15. Januar 2016
Talking Stick Resort Arena in Phoenix, Arizona, USA


Hauptprogramm (ran Fighting)
Yair Rodriguez vs. B.J. Penn
Joe Lauzon vs. Marcin Held
Court McGee vs. Ben Saunders
John Moraga vs. Sergio Pettis

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass)
Frankie Saenz vs. Augusto Mendes
Oleksiy Oliynyk vs. Viktor Pesta
Alex White vs. Tony Martin
Walt Harris vs. Chase Sherman

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass)
Jocelyn Jones-Lybarger vs. Nina Ansaroff
Devin Powell vs. Drakkar Klose
Joachim Christensen vs. Bojan Mihajlovic
Dmitri Smoliakov vs. Cyril Asker