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Bisping: Sex-Pille war schuld an Jones' positivem Dopingtest

Wollte Jon Jones nur seine Leistung im Bett steigern? (Foto: legendashow/gemeinfrei)

Offenbar war das Potenzmittel Cialis für den positiven Dopingtest von UFC-Star Jon Jones verantwortlich. Das zumindest behauptet Mittelgewichtschampion Michael Bisping nun in seinem Podcast. Unangenehm für Jones - aber vielleicht auch der rettende Strohhalm für den strauchelnden Superstar.

Nachdem Jon Jones Anfang Juli durch einen unangekündigten Dopingtest gefallen war und aus dem Hauptkampf von UFC 200 gestrichen wurde, machte der einstige Halbschwergewichtschampion eine kontaminierte Nahrungsergänzung für das Testergebnis verantwortlich und beteuerte unter Tränen seine Unschuld.

Glaubt man den Worten von Mittelgewichtschampion Michael Bisping, hat Jones aber tatsächlich eine leistungssteigernde Substanz eingenommen - und zwar ein Mittel zur Steigerung der sexuellen Leistungsfähigkeit: das Potenzmittel Cialis.

Cialis enthält den PDE-5-Hormonhemmer Tadalafil und wird bei erektiler Dysfunktion, also Erektionsstörungen eingesetzt. Sollte Bispings Behauptung stimmen, wäre das zwar ein unangenehmes Detail aus Jones' Privatleben - aber trotzdem eine überaus gute Nachricht für ihn.

Jones' Test schlug nämlich auf den Östrogenblocker Clomafin und das Brustkrebs-Medikament Letrozol an - beide Mittel sind laut Statuten der Anti-Doping-Behörde USADA verboten, weil sie häufig nach Steroid-Zyklen missbraucht werden, um den männlichen Hormonspiegel zu normalisieren und unerwünschte Nebenwirkungen wie Gynäkomastie - also das Bilden einer weiblichen Brust - zu verhindern. Jones drohen daher zwei Jahre Sperre.

Cialis enthält zwar keine der beiden genannten Substanzen. Sollte Jones aber nachweisen können, dass eine verunreinigte Sex-Pille für das Testergebnis verantwortlich war, könnte das seine Strafe erheblich verkürzen. UFC-Präsident Dana White hatte in der vergangenen Woche bereits angedeutet, dass es gute Nachrichten im Fall Jones gebe.

Es ist nicht unüblich, dass deutlich günstigere Generika aus Asien originalen Präparaten wie Cialis vorgezogen werden. Über die Produktionsstandards dieser Billig-Pillen ist jedoch wenig bekannt. Oftmals werden sie in denselben Werken produziert wie Steroide und andere Medikamente, so dass eine entsprechende Verunreinigung theoretisch möglich wäre.

Schon Mittelgewichtslegende Anderson Silva hatte sich nach seinem positiven Dopingbefund im vergangenen Jahr auf verunreinigte Potenzmittel aus Thailand berufen. Sein Test sprang unter anderem auf das Steroid Drostanolon an. Die Sportbehörde kaufte ihm die Geschichte allerdings nicht ab und sperrte ihn für ein Jahr. 

Wann Jones' Fall vor der Sportbehörde verhandelt wird, steht bislang nicht fest. Zu Bispings Behauptung hat er sich ebenfalls noch nicht geäußert.