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Bisping: „Gastelum-Kampf war eine falsche Entscheidung.“

Michael Bisping (Foto: Florian Sädler/GNP1.de)

Fehlendes Kämpferherz kann man Michael Bisping nicht vorwerfen. Fehlende Weitsicht vielleicht schon eher. Der 38-Jährige hatte bei UFC 217 am 5. November seinen Titel verloren und stand bereits drei Wochen später in Shanghai erneut im Käfig. Eine falsche Entscheidung, wie Bisping nun in seinem Podcast „Believe You Me“ zugab.

„Der Gastelum-Kampf war mein Versuch, meine inneren Dämonen auszutreiben und so schnell wie möglich wieder auf die Siegerstraße zurückzukehren“, erklärte Bisping. „Es war sehr riskant und aus vielen Gründen der falsche Schachzug, aber ich bereue es nicht. Es hat sich richtig angefühlt, ich wollte gewinnen. Es ging mir nicht darum, nur mein Konto zu füllen. Ich wollte gewinnen, deswegen ging ich nach China. Aber es ist mir nicht gelungen. Ich erinnere mich daran, wie ich in den Spiegel geschaut habe und so schwach und dünn und erbärmlich aussah, ich habe mich dafür geschämt, ich habe so viel Masse verloren, es war unglaublich.“

Bisping hatte nach seinem Weight Cut für den Kampf gegen St. Pierre kaum Zeit zum Aufladen, schließlich musste er sein Gewicht für den Kampf gegen Gastelum halten, den er nach Anderson Silvas positivem Dopingtest kurzfristig annahm. Viel Zeit zum Training blieb ihm ebenfalls nicht. Es sollte sich rächen, Gastelum schlug ihn in der ersten Runde K.o.

„Nach dem GSP-Kampf, als ich den Gastelum-Kampf angenommen habe, hatte ich eine Woche frei und war immer noch in Form, bin also gleich wieder ins Training eingestiegen. Ich habe eine Woche lang für Kelvin jeden Tag gegen Rechtsausleger gesparrt, immer fünf Runden, fünf Tage lang. Dann bin ich nach China und war einfach nur fertig. Emotional, physisch, mental, ich war einfach aufgebraucht. Das ist eben das Problem mit einem großen Ego. Man weiß das alles und glaubt trotzdem, dass man immer noch die Leute besiegen kann und ich dachte, ich kann Gastelum schlagen.“

Für Bisping war der Kampf nur ein weiterer Schritt Richtung Sonnenuntergang. Der Engländer hat bereits Interesse bekundet, seine Karriere im März in London beenden zu wollen. Mit einem Rückkampf um den Titel will der Engländer nichts mehr zu tun haben, das Kapitel ist für ihn beendet.

„Ich will nicht noch einmal Champion werden. Ich habe das geschafft, es hat Spaß gemacht und ich hatte eine gute Zeit. Ich kann immer für mich beanspruchen, Champion gewesen zu sein, aber jetzt geht es ins nächste Kapitel meines Lebens. Und ich habe kein Problem damit. Ich bin 38 Jahre alt, habe Frau und Kinder. Es gibt jetzt andere Dinge in meinem Leben, auf die ich mich konzentrieren möchte. Mache ich noch einen Kampf? Ja, wahrscheinlich. Aber diese Phase ist jetzt vorbei und ich kann damit leben. Man kann nicht sein Leben lang kämpfen. Ich war der Champion und bin stolz darauf. Niemand bleibt ewig Champion.“