UFC News

Ben Askren: Ich habe das wahrscheinlich verdient.

Ben Askren (Foto: Alexander Petzel-Gligorea/GNP1.de)

Jahrelang war er unbesiegt, doch das ist jetzt vorbei. Seit Samstag weiß Ben Askren, wie sich eine Niederlage im MMA anfühlt, nachdem er von Jorge Masvidal innerhalb von nur fünf Sekunden ausgeknockt wurde. Dass er nach dem K.o. noch zwei Schläge einstecken musste, trägt der Ringer mit Fassung. An seiner Herangehensweise will er nichts ändern.

„Samstag war traumatisierend für mich“, sagte Askren in Ariel Helwanis MMA Show. „Es gibt kleine Teile meiner Erinnerung, die einfach leer sind. Ich erinnere mich, dass ich mit ihm im Käfig stand. Ich erinnere mich nicht ans Flying Knee. Und dann fällt mir wieder alles ein. Verdammt, ich habe gegen Jorge Masvidal verloren, das ist scheiße. Die Leute um mich herum machen sich mehr Sorgen um mich, als ich selbst. Mir geht es gut, ich habe keine Kopfschmerzen, in meinem Gesicht schmerzt nichts.“

Masvidal hatte beim Kampf gegen Askren aus vollem Anlauf mit einem Flying Knee getroffen, als sich Askren zum Takedown herunterbückte. Wäre der Ringrichter nicht so weit entfernt gestanden, wäre der Kampf wahrscheinlich noch schneller abgebrochen worden. So blieb die Uhr erst nach fünf Sekunden stehen, obwohl Askren zu dem Zeitpunkt schon steif am Boden lag.

„Ich habe danach nur gedacht, dass ich gegen ihn verloren habe. Was ist passiert? Wie schnell war das? Ich wusste, dass es schnell war, denn ich war nicht verschwitzt oder so. Ich wusste, dass es schnell vorbei war, aber nicht, wie schnell es war. Anscheinend habe ich einen neuen Rekord aufgestellt.“

In der Tat konnte Masvidal mit dem Flying Knee einen neuen UFC-Rekord für den schnellsten K.o. der Geschichte aufstellen. Der Amerikaner mit kubanischen Wurzeln ließ es sich jedoch nicht nehmen, Askren noch zwei weitere Treffer zu verpassen, bevor der Ringrichter einschritt und ihn anschließend zu verhöhnen. Kein Problem für Askren, der es mit Fassung trägt.

„Ich habe das wahrscheinlich verdient. Ich habe die Leute seit zehn Jahren angestachelt und es ging immer gut für mich aus. Ich lese mir aber nicht alles durch, was die Leute jetzt über mich schreiben, ich scrolle da nur durch. Ich will mich damit nicht lange befassen. Aber so ist es jetzt eben. Ich wusste immer, dass mich die Leute anzünden, wenn es irgendwann mal passiert. Ich beachte es nicht groß, aber ich bin mir sicher, die Leute zünden mich an.“

In einer Sache widerspricht Askren seinem Gegenüber jedoch. Dieser sagte, durch den Trash Talk im Vorfeld habe sich Askren die Aktionen im Käfig erst verdient. Für den früheren Bellator- und ONE-Champion zeigt sich damit, dass Masvidal das Geschäft nicht verstanden hat.

„Was Jorge gesagt hat, ist einfach idiotisch. Er meint, ich habe mir das durch den Trash Talk verdient. Wenn ich im Vorfeld nichts gesagt hätte, erstens hätte ich den Kampf gar nicht bekommen. Zweitens hätten sich nicht viele Leute dafür interessiert. Drittens, wäre er dann etwa nicht so motiviert gewesen, mich auszuknocken? Wäre er dann nett zu mir gewesen und wir hätten im Käfig Schere, Stein, Papier gespielt? Nein. Egal, was vorgefallen ist, er wollte mich ausknocken. Wie kann er also sagen, dass er das nur wollte, weil ich im Vorfeld geredet habe?“

Sollte es tatsächlich so sein, hat Askren nun auch einen Rat für seinen letzten Gegner:

„Wir machen Käfigkämpfe! Der ganze Sinn davon ist den Gegner kampfunfähig zu machen. Die Idee, dass er es für mich schlimmer machen wollte, weil ich gequatscht habe, ist verrückt, geradezu lächerlich. Es klingt gut und richtig und die Leute wollen das hören, aber es ist falsch. Wenn er erst dann motiviert ist, wenn ihn Leute vorher anstacheln, würde ich ihm empfehlen, seine Strategie zu überdenken und vielleicht gegen jeden Gegner motiviert zu sein, egal, was er im Vorfeld sagt.“