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Barao und Aldo verteidigen Titel

Zwei Titelkämpfe gab es am Samstag im Prudential Center zu sehen, und beide Male konnte der bisherige Champion seinen Titel verteidigen. Renan Barao setzte seine unglaubliche Siegesserie mit einem vorzeitigen Sieg gegen Urijah Faber fort, nachdem José Aldo seinen Gürtel gegen Ricardo Lamas verteidigen konnte.

Das Vorprogramm konnte die Zuschauer in Newark nicht wirklich überzeugen – jeder Kampf ging über die Runden, obwohl es auch dort einige spektakuläre Momente zu bestaunen gab. Die Show stahlen zu Beginn des Hauptprogramms stattdessen Jamie Varner und Abel Trujillo mit einem wilden Kampf, der als Sahnehäubchen ein spektakuläres Ende bot.

Renan Barao vs. Urijah Faber
Der Bantamgewichtstitelkampf zwischen Renan Barao und Urijah Faber endete unerwartet schnell bereits in der ersten Runde, nachdem Barao mit einer harten Rechten durchkam, die Faber auf die Bretter schickte, der zwar wieder auf die Beine kam, aber weitere Schläge Baraos einsteckte. Aus der Gefahrenzone konnte Faber sich nicht befreien, denn einige weitere Schläge Baraos später lag er ausgestreckt auf dem Bauch, woraufhin Ringrichter Herb Dean den Kampf abbrach. Faber protestierte zwar, Dean habe den Kampf voreilig beendet, das Ergebnis steht jedoch, womit Renan Barao seinen ‚echten’ Gürtel zum ersten Mal offiziell verteidigt hat.
Renan Barao bes. Urijah Faber via T.K.o. (Schläge) nach 3:42 Min. in Runde 1

José Aldo vs. Ricardo Lamas
Aldo und Lamas schienen sich zu Beginn erst einmal abtasten zu wollen. Aldo fing an, seine gefürchteten Low-Kicks ins Ziel zu bringen, Lamas hielt jedoch dagegen, blockte einige Kicks und brachte selbst seine Schienbeine ins Ziel, woraufhin Aldo sich mehr auf Box-Kombinationen verlagerte.

Ab der zweiten Runde schienen beide aufgetaut zu sein und gingen aggressiver zu Werke. Vor allem Aldo konnte allerdings seine Low-Kicks landen, von denen Lamas immer weniger blockte. Zwar brachte der „Bully“ selbst einige Treffer ins Ziel, generell schien Aldo aber an Momentum zu gewinnen. 
Das setzte sich auch in der dritten Runde fort, in der Aldo wirklich begann, Druck zu machen und Lamas Beine mit seinen Low-Kicks zu malträtieren. Lamas ließ sich jedoch nicht unterkriegen und hielt mit eigenen Kombinationen dagegen.

Die vierte Runde begann Aldo erneut mit Low-Kicks, bevor er seinen Gegner an den Zaun drückte und ihn von dort aus zu Boden nahm. Nach einigem Positionskampf gelang es Aldo, einen Rear Naked Choke anzubringen, mit dem er einen entschlossenen Lamas jedoch nicht zum Abklopfen bringen konnte. Die Runde endete wieder auf den Beinen.
Auch im fünften Durchgang brachte Aldo seinen Herausforderer an den Zaun, landete schließlich jedoch selbst auf dem Rücken. Trotz aggressivem Groundandpound konnte Lamas den Kampf allerdings nicht mehr beenden und musste nach fünf Runden eine recht eindeutige, aber nicht einseitige Punktentscheidung abgeben.
José Aldo bes. Ricardo Lamas einstimmig nach Punkten (49:46, 49:46, 49:46)

Frank Mir vs. Alistair Overeem
Der Kampf zwischen Frank Mir und Alistair Overeem verlief in der ersten Runde ziemlich genau so, wie es allgemein erwartet wurde. Overeem schaffte es, Mir an den Käfig zu drücken und ihn mit Knien und Fäusten niederzuschlagen. Mir überlebte die Attacken jedoch und überstand die Runde, wenn auch mit sichtbaren Blessuren im Gesicht.
In Runde zwei brachte Mir Overeem zu Boden und setzte zu einem Guillotine Choke an, aus dem Overeem sich jedoch direkt wieder befreien konnte. Mir holte sich zwar die Guard zurück, konnte von dort aus jedoch nicht viel bewegen. Overeem allerdings auch nicht, weshalb die beiden wieder auf die Beine beordert wurden. 

Die erste Hälfte der dritten Runde spielte sich erneut am Boden am, wo Overeem seinen Gegner mit teils hammerharten Schlägen bearbeitete, während die letzte Hälfte auf den Beinen ausgetragen wurde, was erneut „The Reem“ in die Karten spielte, der einen blutenden Mir ohne größeres Risiko, aber eindeutig über die Distanz bezwang.
Alistair Overeem bes. Frank Mir einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27)

John Lineker vs. Ali Bagautinov
Lineker versuchte direkt von Beginn an, seine Bomben ins Ziel zu bringen, wovon Bagautinov allerdings nichts wissen wollte und den Brasilianer zu Boden brachte. Dort versuchte Lineker sich an einem Kniehebel, konnte ihn allerdings nicht richtig durchziehen. Kurz darauf landeten die beiden wieder im Stand und tauschten einige Kicks aus, bevor Bagautinov seinen Gegner erneut auf den Boden brachte. Runde zwei spielte sich hauptsächlich im Stand ab, wo Bagautinov zunächst ansehnlichen Erfolg hatte, dann allerdings mehrfach zum Körper und Kopf getroffen wurde, was ihm etwas den Wind aus den Segeln zu nehmen schien. Der Dagestani fing sich jedoch wieder, der Rest des Durchgangs verlief recht ausgeglichen. In Runde drei suchte Bagautinov wieder häufiger den Clinch, aus dem heraus er Lineker mehrfach zu Boden bringen konnte. Viel Offensive konnte der Brasilianer nicht mehr anbringen, was ihm letztlich nach den vollen drei Runden den Sieg kostete.
Ali Bagautinov bes. John Lineker einstimming nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)

Jamie Varner vs. Abel Trujillo
Im ersten Kampf des Hauptprogramms gingen Jame Varner und Abel Trujillo direkt ans Werk – Trujillo machte mit harten Händen Druck, Varner hielt nach Kräften dagegen und brachte Trujillo beinahe mit einem North-South-Choke zur Aufgabe, der die Gefahrensituation allerdings überstand und wieder dazu überging, Varner bis zum Rundengong weiter unter Druck zu setzen. Im zweiten Durchgang machten die beiden Leichtgewichte genau da weiter, wo sie aufgehört hatten – mit wilden Schwingern, von denen Trujillo zuerst getroffen wurde, der kurz darauf allerdings selbst seinen Gegner anklingeln konnte, bevor er im nächsten wilden Schlagabtausch niedergeschlagen wurde und kurz vor der Bewusstlosigkeit zu sein schien. Varner konnte ihm jedoch nicht gänzlich die Lichter ausknipsen, versuchte es trotzdem stur weiter und wurde prompt von einer Bombe erwischt, die stattdessen ihn bewusstlos auf die Matte schickte – ein spektakuläres Ende eines wilden Kampfes.
Abel Trujillo bes. Jamie Varner via K.o. (Schläge) nach 2:32 Min. in Runde 2

John Makdessi vs. Alan Patrick
Makdessi und Patrick verbrachten den Großteil der ersten Runde im Stand, wo Patrick versuchte, seine Schlagkraft anzubringen, während Makdessi dank technischer Überlegenheit den meisten Attacken aus dem Weg gehen konnte. Patrick brachte zwei Takedowns durch, Makdessi kam aber jeweils wieder auf die Beine. Auch in diesem Kampf ähnelte die zweite Runde dem ersten Durchgang – Makdessi behielt auf den Beinen die Kontrolle, während Patrick den einen oder anderen Takedown durchbringen, seinen Gegner aber nicht auf der Matte halten konnte. Und auch die dritte Runde spielte sich ähnlich wie die ersten zehn Minuten ab, denn mit Ausnahme eines Headkicks, den er sauber mit dem Kinn blockte, behielt Makdessi im Stand die Oberhand und konnte außerdem Patricks Takedowns abwehren. Die Punktrichter werteten den Kampf trotzdem für den Brasilianer, der damit nun 2-0 in der UFC steht.
Alan Patrick bes. John Makdessi einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 30:27) 

Chris Cariaso vs. Danny Martinez
Chris Cariaso und Danny Martinez gingen in ihrem Fliegengewichtsduell direkt aggressiv an die Arbeit. Cariaso mit harten Kicks, Martinez mit wiederholten Versuchen, Cariaso auf den Boden zu bekommen, was ihm gegen Ende der Runde gelang. In der zweiten Runde dauerte es ebenfalls bis 90 Sekunden vor dem Gong, bis Martinez Cariaso auf der Matte hatte. Zuvor brachten wilde Schwinger wenig Erfolg gegen den versierten Thaiboxer Cariaso. Auch der dritte Durchgang spielte sich ähnlich ab, wobei Cariasos Vorteile im Stand bis auf einen kurzen Moment, in dem Martinez einige Treffer nacheinander landen konnte, deutlicher zu werden schienen, was ihm letztlich den Punktsieg brachte.
Chris Cariaso bes. Danny Martinez einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)

Nick Catone vs. Tom Watson
Die erste Runde des Mittelgewichtskampfes zwischen Nick Catone und Tom Watson verlief relativ ereignislos. Lediglich gelegentliche Box-Attacken sowie ein Takedown Catones und einige Kicks von Watson wurden im Prudential Center ausgetauscht. Auch die zweite Runde ging abgesehen von Watsons Low-Kicks und zwei Takedowns durch Catone ohne größere Highlights zu Ende, was die Zuschauer zeitweise zum Buhen veranlasste. Das gleiche Bild bot sich im dritten und letzten Durchgang: Catone landete einige Takedowns, Watson eine Menge Low-Kicks, bis der Kampf nach 15 Minuten an die Punktrichter ging, die das Duell an Catone gaben.
Nick Catone bes. Tom Watson geteilt nach Punkten (29:28, 28:29, 30:27)

Al Iaquinta vs. Kevin Lee
Leichtgewicht Kevin Lee musste in seinem UFC-Debüt eine frühe Schrecksekunde überstehen, als Al Iaquinta ihn bereits in der ersten Runde niederschlug. Lee konnte sich allerdings gerade noch so vor einem Knockout retten, bevor Iaquinta sich in einen Kniehebel rollte, aus dem Lee sich jedoch befreien konnte.
Im zweiten Durchgang war es dann Lee, der den Kampf beinahe mit einem Rear Naked Choke beenden konnte, nachdem er sich früh den Rücken Iaquintas samt Body Triangle gesichert hatte. Den Rest der Runde verbrachten die beiden in dieser Position auf dem Boden. Die dritte Runde schließlich war die ausgeglichenste des Kampfes, lediglich einige saubere Treffer Iaquintas dürften hier den Unterschied gemacht haben.
Al Iaquinta bes. Kevin Lee nach Punkten (29:28, 29:28, 28:27)

Clint Hester vs. Andy Enz
Im Mittelgewichtskampf zwischen Clint Hester und Andy Enz stellten sich Hesters Erfahrung als Profi-Boxer und seine harten Hände als entscheidender Faktor heraus. Der Ultimate Fighter 17-Teilnehmer landete über 15 Minuten die besseren Treffer und punktete Andy Enz auf diese Weise aus. Zwar konnte Hester seinen Gegner nicht vorzeitig abfertigen, an der Punktentscheidung gab es nach drei Runden allerdings keinen Zweifel.
Clint Hester bes. Andy Enz einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:26)

Tony Martin vs. Rashid Magomedov
Im Weltergewicht schlug UFC-Debütant Rashid Magomedov mit Tony Martin einen anderen Octagon-Neuling, musste dafür aber eine Schrecksekunde in der ersten Runde überstehen, als Martin einen Kimura und dann einen Armbar anbrachte. Magomedov konnte sich gerade noch daraus befreien und schaffte es daraufhin, seinen Gegner – hauptsächlich im Stand – bis zum Ende des dritten Durchgangs auszupunkten.
Rashid Magomedov bes. Tony Martin einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27)

Neil Magny vs. Gasan Umalatov
Im ersten Kampf des Abends fuhr Neil Magny einen Punktsieg gegen Gasan Umalatov ein und rettete damit nach zwei Niederlagen in Folge seine UFC-Karriere. Der Ultimate Figher 16-Teilnehmer nutzte seinen Reichweitenvorteil, um den debütierenden Umalatov die meiste Zeit der drei Runden im Stand zu kontrollieren. 
Neil Magny bes. Gasan Umalatov einstimmig nach Punkten (29:28, 30:27, 30:27)

Die Ergebnisse im Überblick: 

UFC 169: Barao vs. Faber
Samstag, 1. Februar 2013
Prudential Center in Newark, New Jersey, USA

Hauptprogramm
Renan Barao bes. Urijah Faber via T.K.o. (Schläge) nach 3:42 Min. in Runde 1
José Aldo bes. Ricardo Lamas einstimmig nach Punkten (49:46, 49:46, 49:46)
Alistair Overeem bes. Frank Mir einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27)
Ali Bagautinov bes. John Lineker einstimming nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)
Abel Trujillo bes. Jamie Varner via K.o. (Schläge) nach 2:32 Min. in Runde 2 

Vorprogramm
Alan Patrick bes. John Makdessi einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 30:27) 
Chris Cariaso bes. Danny Martinez einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)
Nick Catone bes. Tom Watson geteilt nach Punkten (29:28, 28:29, 30:27)
Al Iaquinta bes. Kevin Lee nach Punkten (29:28, 29:28, 28:27)
Clint Hester bes. Andy Enz einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:26)
Rashid Magomedov bes. Tony Martin einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27)
Neil Magny bes. Gasan Umalatov einstimmig nach Punkten (29:28, 30:27, 30:27)