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Arlovski, Barnett, Gustafsson und Bader in Hamburg in Aktion

Diese vier Herren führen die bisher stärkste deutsche UFC Fight Night an (Foto: UFC).

Es ist tatsächlich wieder so weit: Lange war nicht sicher, ob es 2016 wieder passieren würde, jetzt steht der große Tag kurz bevor – das Octagon macht wieder in Deutschland Station. Und dieses Mal mit einem Programm, das sich sehen lassen kann. Nach seiner Absage im vergangenen Jahr, bekommen wir jetzt in Hamburg doch noch Schweden-Star Alexander Gustafsson zu sehen, und das nicht mal im Hauptkampf. Den bestreiten mit Andrei Arlovski und Josh Barnett zwei ehemalige UFC-Schwergewichtschampions. Außerdem mit von der Partie: Die Deutschen Nick Hein, Jessin Ayari, Peter Sobotta und Jarjis Danho.

Das Hauptprogramm von UFC Hamburg wird in Deutschland von ran Fighting (3,99 Euro monatlich im Blackpass) und DAZN (9,99 Euro monatlich) gezeigt, während das Vorprogramm auf dem UFC Fight Pass übertragen wird, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist. Außerdem zeigt ProSieben Maxx am Sonntagmorgen ab 0:50 Uhr die Highlights im Free-TV.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm (UFC Fight Pass): Samstag, 3. September, 17:45 Uhr
Hauptprogramm (ran Fighting/DAZN): Samstag, 3. September, 21 Uhr
Wiederholung & Highlights (Pro7 Maxx): Sonntag, 4. September, 0:50 Uhr

Hauptkampf: Andrei Arlovski vs. Josh Barnett

Fast 80 Profi-Kämpfe haben die beiden zusammen seit 1997 bestritten, 2016 stehen sie nun endlich gemeinsam im Käfig: Andrei „The Pitbull“ Arlovski (25-12) und Josh „The Warmaster“ Barnett (34-8) sind zwei Legenden des Sports, die von der (frühen) UFC über Strikeforce und Affliction bis hin zu Pride FC schon überall und gegen jeden gekämpft haben. Jetzt also auch gegeneinander, und das bei ihrem jeweils ersten Kampf in Deutschland.

Arlovskis Karriere verlief zuletzt in Sinuskurvenform. Nach vier aufeinanderfolgenden Niederlagen schien der ehemalige Champion 2011 am Ende zu sein, bevor er nach seinem Wechsel ins Gym von Trainer-Guru Greg Jackson wieder auflebte. Im Zuge seiner UFC-Rückkehr gewann Arlovski gegen Brendan Schaub, Bigfoot Silva, Travis Browne und Frank Mir, was ihn kurzzeitig sogar zurück in die Nähe seines alten Gürtels brachte.

Seitdem haben K.o.-Niederlagen gegen Stipe Miocic und Alistair Overeem den Aufschwung wieder zunichte gemacht – in Hamburg wird der „Pitbull“ einmal mehr mit dem Rücken zur Wand stehen.
Josh Barnett geht es ähnlich, auch, wenn er nach eigener Aussage nicht mehr auf einen zukünftigen Titelkampf versteift ist.

Nach langen Jahren bei Pride, Sengoku, Affliction und Strikeforce kehrte der ehemals als „Babyfaced Assassin“ bekannte Veteran als „Warmaster“ in die UFC zurück und schlug in seinem ersten Kampf Frank Mir K.o. Seitdem gewann Barnett außerdem gegen Roy Nelson, musste gegen Travis Browne und Ben Rothwell aber auch harte Niederlagen einstecken.

Es mag also objektiv nicht um allzu viel gehen im Hauptkampf von Hamburg, doch wenn Bruce Buffer am Samstag „It’s Time“ ins Mikro brüllt, sollte man sich daher vielleicht einfach zurücklehnen und ein Stück MMA-Geschichte genießen. Das findet vielleicht ein paar Jahre zu spät statt, aber spät ist ja bekanntlich besser als nie.

Co-Hauptkampf: Alexander Gustafsson vs. Jan Blachowicz

Manche Dinge brauchen eben mehrere Anläufe. Nachdem Alexander „The Mauler“ Gustafsson (16-4) den Hauptkampf von UFC Berlin im vergangenen Jahr verletzungsbedingt absagen musste und damit eine Menge Frust auslöste, holt er seinen Auftritt in Deutschland jetzt ein paar hundert Kilometer weiter nordwestlich nach.  

Gegen Glover Teixeira sollte Gustafsson in Berlin eigentlich sein Comeback geben, nachdem er wenige Monate zuvor vor 30.000 Schweden von Anthony Johnson ausgeknockt wurde. Ein harter Rückschlag für den Mann, der einst Jon Jones vor seinen härtesten Test geliefert hat. Gustafsson kämpfte trotz Zweifeln weiter – sogar direkt im Anschluss gegen Daniel Cormier um den Titel. Einmal mehr ein großartiger Kampf, den der „Mauler“ aber wieder knapp nach Punkten verlor. Seitdem hat man ihn nicht mehr unter dem Scheinwerferlicht gesehen.

Elf Monate später geht es wieder weiter für den schwedischen Hünen. Mit Jan Blachowicz (19-5) steht ihm dabei ein Gegner bevor, der ein paar Level unter seinen letzten Kontrahenten anzusiedeln ist. Nach dem harten Jahr 2015 aber kommt das gerade recht für Gustafsson.

Denn Blachowicz ist mitnichten ein einfacher Aufbaugegner, der für eine ganz eigene Art von Druck sorgen würde. 19 Profi-Siege, u.a. gegen Sokoudjou, Aziz Karaoglu und Ilir Latifi sowie ein KSW-Titelgürtel sammelt man nicht einfach so an. Trotzdem: Gegen jemanden außerhalb der Top 5 zu kämpfen, und das ohne den Druck eines Hauptkampfes zu spüren, dürfte genau richtig kommen für den zuletzt arg gebeutelten Schweden.

Blachowicz indes hatte selbst kein allzu gutes Jahr 2015. Nach einem beeindruckenden Leberkick-K.o. in seinem Debüt gegen Latifi wurde Blachowicz nacheinander von Jimi Manuwa und Corey Anderson ausgepunktet. Im April kehrte er mit einem Sieg gegen Marcyn Tybura auf die Siegerstraße zurück, jetzt steht dem Polen mit Gustafsson der größte Test seiner Karriere gegenüber. Und die deutschen Fans dem größten Namen, der seit Langem im Land gekämpft hat.

Die restlichen Kämpfe von UFC Hamburg

Auch nach der so bitteren wie unverschuldeten Absage Martin Buschkamps – beziehungsweise seines Gegners – bleiben vier deutsche Jungs, die sich in Hamburg vor heimischem Publikum die Ehre geben.
Allen voran ist das Nick „The Sergeant“ Hein (13-2-0(1)), der in der Barclaycard Arena zum ersten Mal seit einem Jahr wieder ins Octagon steigt.

Mit drei Siegen bei einer Niederlage im Rücken hätte Hein eigentlich im Mai in Rotterdam antreten sollen, ein Bandscheibenvorfall aber verhinderte den Einsatz und hätte sogar das Karriereende bedeuten können. Zum Glück schnell wieder fit geworden, wird der ehemalige Judoka und Bundespolizist nun in Hamburg das Hauptprogramm gegen Tae Hyun „The Supernatural“ Bang (18-9) eröffnen.

Mitnichten eine leichte Aufgabe: Bang könnte seinen Nach- eigentlich auch gleich als Spitznamen verwenden, denn der Koreaner hat Dampf in den Fäusten und scheut sich nicht, den einzusetzen. Neun Siege durch K.o., darunter der bei UFC 174 mit zwei Bonus-Schecks honorierte gegen Kajan Johnson zeigen, warum man den „Supernatural“ trotz durchschnittlicher Bilanz nicht unterschätzen sollte.

Auch Peter Sobotta (15-5-1) wurde nicht mit einem Aufbaugegner verwöhnt. Auch der Balinger musste seinen Auftritt bei UFC Rotterdam verletzt absagen und wird nun stattdessen in Hamburg versuchen, nach seiner bitteren Niederlage gegen Kyle Noke im vergangenen November wieder einen Sieg einzufahren.

Das wird gegen Nicolas „Sharpshooter“ Dalby (14-1-1) nicht leicht – schon 2013 hätte Sobotta gegen den Dänen antreten sollen, drei Jahre später kommt das damals abgesagte Duell nun zustande. Dalby kam als Champion bei Cage Warriors in die UFC, gewann sein Debüt, holte dann in einem großartigen Kampf gegen Darren Till ein Unentschieden und musste im April gegen Zak Cummings seine erste Karriere-Niederlage einstecken.

Jarjis „Man Mountain“ Danho (6-1) ist ebenfalls mit von der Partie. Nach der enttäuschenden Debüt-Niederlage gegen Daniel Omielanczuk im Februar in London will die K.o.-Maschine aus dem Nürnberger Hammers Team nun gegen den Dänen Christian „Godzilla“ Colombo (8-1) Verpasstes wiedergutmachen und dabei seine Landsleute rächen: Colombo löste u.a. mit Siegen gegen Björn Schmiedeberg und Andreas Kraniotakes sein Ticket ins Octagon.

Danho-Teamkollege Jessin „Abacus“ Ayari (15-3) dagegen musste sich auf einen neuen Gegner einstellen. Nach der Absage von Palhares-Killer Emil Weber Meek bekam ein echter Veteran des Sports seine langersehnte Chance in der UFC. Der Brite Jim „Judo“ Wallhead (29-9) wird nach 38 Profi-Kämpfen gegen Namen wie Dennis Siver, Rick Hawn und Frank Trigg im Alter von 32 Jahren sein UFC-Debüt geben. Das will auch Ayari für sich entscheiden – der 24-Jährige ist seit sechs Kämpfen ungeschlagen und holte sich im April mit einem Sieg gegen Octagon-Veteran Mickael Lebout seinen UFC-Vertrag ab.

Außerdem mit von der Partie sind in Hamburg Top-Halbschwergewicht Ryan „Darth“ Bader (20-5), der auf Gustafsson-Trainingspartner Ilir „The Sledgehammer“ Latifi (12-4) treffen wird sowie Rustam „Tiger“ Khabilov (19-3) und Leandro „Buscapé“ Silva (19-4-1), die sich im Leichtgewicht messen werden.

Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC Fight Night 93: Arlovski vs. Barnett
Samstag, 3. September 2016
Barclaycard Arena in Hamburg


Hauptprogramm (ran FIGHTING/DAZN)
Andrei Arlovski vs. Josh Barnett
Alexander Gustafsson vs. Jan Blachowicz
Ryan Bader vs. Ilir Latifi
Nick Hein vs. Tae Hyun Bang

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass)
Jessin Ayari vs. Jim Wallhead
Peter Sobotta vs. Nicolas Dalby
Taylor Lapilus vs. Leandro Issa
Jarjis Danho vs. Christian Colombo
Scott Askham vs. Jack Hermansson
Rustam Khabilov vs. Leandro Silva
Ashlee Evans-Smith vs. Veronica Macedo