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Antonio Silva: „2016 kämpfe ich mich an die Spitze zurück“

Kann "Bigfoot" es in diesem Jahr zurück an die Spitze schaffen? (Foto: Florian Sädler).

Als Antonio „Bigfoot“ Silva vor Jahren nacheinander Travis Browne und Alistair Overem ausknockte, schien dem brasilianischen Schwergewicht eine glanzvolle Zukunft bevorzustehen. 2016 jedoch steht in den letzten sechs Kämpfen lediglich ein Sieg in der Bilanz – bei UFC Rotterdam will „Bigfoot“ gegen Stefan Struve den Weg raus aus der Misere antreten.

„Das Schwergewicht ist eine verrückte Gewichtsklasse“, erklärte Silva am Freitag beim offiziellen Media Day der 87. UFC Fight Night. „Es gibt nicht so viele Kämpfer wie im Leichtgewicht oder im Weltergewicht. Wenn du im Schwergewicht zwei Kämpfe verlierst, bist du raus. Gewinnst du zwei Kämpfe, bist du wieder drin. Aber das ist okay.“

„Wenn du zwei Kämpfe verlierst, dann stehst du nicht mehr in der Rangliste und jeder vergisst, was du davor getan hast. Und wenn du dann wieder ein oder zwei Kämpfe gewinnst, bist du wieder Nummer zwei, drei, vier oder fünf.“

Wechsel zwischen Sieg und Niederlage hat der 36-Jährige zuletzt häufig erlebt. Zu seinem Leidwesen war es in den letzten Jahren meist er, der das Octagon als Verlierer verlassen hat – vor seinem Duell mit dem Niederländer Stefan Struve in dessen Heimatland hat „Bigfoot“ daher einige Änderungen in seinem Training vorgenommen.

„Ich versuche immer, mit neuen Leuten zu trainieren, um neue Energie in meinem Training zu bekommen. Und das ist es, was ich für diesen Kampf gemacht habe, um neue Energie zu sammeln und wieder gewinnen zu können. 2016 werde ich mich wieder an die Spitze zurückarbeiten.“

Vor allem die Tatsache, dass Silva in seinen letzten sechs Kämpfen vier Mal ausgeknockt wurde, bereitet vielen Fans Sorgen. Auch „Bigfoot“ ist sich der Problematik dieses Trends bewusst und hat daher im Vorfeld von UFC Rotterdam Hilfe in Anspruch genommen, damit er in Holland nicht schon wieder mit dem Rücken auf der Matte aufwacht.

„Ich habe für diesen Kampf mit einem Psychologen zusammengearbeitet. In meinen letzten Kämpfen wollte ich einfach nur ins Octagon und den Kampf starten, jetzt bin ich mental viel besser auf den Kampf vorbereitet.“

Ein besonderer Nachteil Silvas im Laufe seiner UFC-Karriere war das Verbot der umstrittenen Testosteron-Ersatz-Therapie. „Bigfoot“, der unter Akromegalie leidet, war der wohl einzige Kämpfer im Kader, der künstliches Testosteron tatsächlich gebraucht hat. Nachdem die Therapie verboten worden ist, hat Silva sich daher den neuen Regeln anpassen müssen – mittlerweile, sagt er, braucht er sie nicht mehr.

„Niemand darf jetzt mehr Testosteron benutzen. Ich wurde vor einiger Zeit operiert und das hat mir sehr geholfen, ich bin jetzt ein neuer Mensch, ich bin in bester Verfassung, um zu kämpfen. Man wird einen komplett neuen Kämpfer sehen, der gewinnen wird.“

Das wird gegen Struve nicht unbedingt leicht – der „Skyscraper“ ist 2,13 Meter groß, seit 2009 Teil der UFC und hat im Octagon jede Menge Erfahrung gesammelt. Auch er ist im Laufe seiner Karriere aber immer wieder ausgeknockt worden – „Bigfoot“, dessen Bilanz stolze 14 Knockouts schmücken, fühlt sich vollkommen bereit für die Aufgabe, die ihn am Sonntag im Hinterhof des Holländers erwarten wird.

„Vor der Operation hatte ich die Testosteronwerte eines 70-Jährigen ohne Haare. Das ist verrückt. Seit der Operation sind die Werte viel besser, sie haben ein normales Level erreicht. Mein Körper produziert Testosteron jetzt so, wie er soll. Ich bin zu hundert Prozent bereit.“


UFC Rotterdam wird am Sonntag sowohl von ran Fighting als auch auf dem UFC Fight Pass übertragen.