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Andrei Arlovski: „Keine Freundschaft, überhaupt keine Beziehung“

Andrei Arlovski will nicht mehr reden, sondern kämpfen (Foto: Florian Sädler).

Mittlerweile trennen Andre Arlovski nur noch einige Stunden von seinem 20. Kampf im Octagon der UFC. In Rotterdam, Holland wird der ehemalige Champion gegen Teamkollege Alistair Overeem versuchen, den nächsten und vielleicht letzten Schritt auf dem Weg zu seinem nächsten Titelkampf zu gehen. Den Gang zum Octagon kann der „Pit Bull“ kaum abwarten.

Am Freitag beim offiziellen Media Day der 87. UFC Fight Night machte Arlovski einen entsprechend angenervten Eindruck. Die Antworten auf die vielen, sich ständig wiederholenden Fragen fielen dann auch zum großen Teil recht wortkarg aus.

„Es geht hier für mich ausschließlich ums Geschäft”, stellte der „Pit Bull“ mehrmals im Laufe der halbstündigen Fragerunde klar. Im Fokus stand dabei natürlich vor allem seine Beziehung zu Teamkollege Alistair Overeem, dem er am Sonntag im Rotterdam Ahoy im Octagon gegenüberstehen wird. Besser gesagt, das Fehlen einer solchen Beziehung.

„Keine Freundschaft, überhaupt keine Art von Beziehung“, bekräftigte Arolvski gegenüber UFC.com. „Wir werden (auch nach dem Kampf) keine Freunde, definitiv nicht. Von meiner Seite aus wird sich nichts ändern.“

Nach „keiner Beziehung“ hört sich das nicht unbedingt an. Vielleicht liegt es daran, dass die Medien und Fans Arlovski seit der Ankündigung des Kampfes im Februar durchgehend dazu gezwungen haben, über Overeem zu sprechen. Der Weißrusse jedenfalls, der wie Overeem im Jackson Winkeljohn Gym in Albuquerque, New Mexico trainiert, scheint tatsächlich kein Freund des ehemaligen K1- und Strikeforce-Champions zu sein.

„Du kannst natürlich gerne bei Jackson-Wink trainieren, es ist ein toller Ort für ein Trainingscamp. Ich werde dir dann aber nicht beim Training helfen.“

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Woher kommt die mal unterschwellige, mal offensichtliche Rivalität? Laut Arlovski liegt es daran, dass Overeem die UFC um diesen Kampf gebeten, ja sogar darum „gebettelt“ habe.

Overeem selbst hat diese Darstellung in der Zwischenzeit mehrfach bestritten und behauptet, die UFC selbst habe ihm diesen Kampf angeboten, aber Arlovski bleibt bei seiner Ansicht.

„Das ist, was ich gehört habe, die Leute haben das gesagt. Ich glaube, dass es zu 99,9 Prozent wahr ist.“

Letztendlich wird all das Drumherum sowieso keinen Unterschied mehr machen, nachdem sich am Sonntagabend die Türen des Octagons hinter den beiden geschlossen haben. Und obwohl er sich über Jahre im Gym von Overeem ferngehalten hat, weiß Arlovski genau, auf was er sich einzustellen hat.

„Er hat sehr gutes Boxen und Kickboxen, er ist ein großartiger Standkämpfer. Er hat sehr gefährliche Kicks, Knie- und Ellbogenstöße. Ich muss einfach auf alles gefasst sein. Ich bin bereit für die vollen 25 Minuten.“

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Einer seiner großen Vorteile in diesem Duell könnte sein, dass Arlovski das A-Team des Gyms in seiner Ecke haben wird: Greg Jackson und Mike Winkeljohn, zwei der respektiertesten Trainer der MMA-Welt, haben sich dazu entschieden, entgegen ihres eigenen Protokolls gegen ihren eigenen Kämpfer zu betreuen und sich in Arlovskis Ecke zu stellen.

Laut Overeem liegt das daran, dass Arlovski außer den beiden keine Trainer hat, er dagegen schon rund um die Welt gecoacht wurde. Für Arlovski nichts mehr als eine faule Ausrede, um in der Öffentlichkeit nicht schwach zu wirken.

“Alle wichtigen Trainer des Teams sind in meiner Ecke, ich bin also versorgt. Ich bin in guten Händen. Ich wollte sie in meiner Ecke haben, also habe ich sie in meiner Ecke. Ich werde nichts für ihn abändern.“

Für Arlovski wird Overeem am Sonntag ein Geschäftspartner sein. Kein Freund, kein Trainingspartner. Der Holländer soll Arlovskis Sprungbrett für den Titelkampf werden – nach vier Siegen in seinen letzten fünf UFC-Kämpfen könnte der „Pit Bull“ tatsächlich kurz davor stehen, wieder um den Titel kämpfen zu dürfen, den er vor einem Jahrzehnt bereits sein Eigen nennen durfte – könnte es mit 37 Jahren seine letzte Chance sein?

“Nein, das ist definitiv nicht meine letzte Chance, aber ich verspreche, dass ich alles in meiner Macht stehende tun werde, um siegreich zu sein.”