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Anderson Silva will Testosteron-Therapie und Rückkampf mit Nick Diaz

Will mehr Verständnis von der USADA: Anderson Silva (Foto: Dorian Szücs/GNP!.de)

Anderson Silva hat die goldene Zeit des MMA-Sports noch am eigenen Leib miterlebt. Der langjährige UFC-Champion stand im Laufe seiner Karriere mit physisch optimierten Übermenschen wie Chael Sonnen, Stephan Bonnar oder Vitor Belfort im Käfig. Obwohl, oder gerade weil,  „The Spider“ meist körperliche Nachteile gegenüber seiner Kontrahenten hatte, wünscht er sich nun die Testosteron-Ersatz-Therapie (TRT) zurück. Außerdem äußerte sich Silva über seine Zukunft nach seinem anstehenden Kampf mit Israel Adesanya.

Der 27. Februar 2014 war ein bedeutender Tag in der Geschichte der UFC. Nach Jahren der öffentlichen Kritik entschied sich die Nevada State Athletic Commission dazu, die Testosterone-Replacement-Therapy (TRT), zu deutsch Testosteron-Ersatz-Therapie, zu verbieten. Zuvor konnten Athleten mit auffällig niedrigen Testosteron-Werten, die oft durch den Missbrauch von Steroiden ausgelöst werden, diese Therapie beantragen und ihre körperliche Verfassung mit entsprechender Zufuhr von Hormonen verbessern. Das wohl prominenteste Beispiel für TRT war Vitor Belfort, der im fortgeschrittenen Athleten-Alter einem 22-jährigen Bodybuilder ähnelte.

Das Aus für TRT bedeutete auch das Ende einiger bedeutender Karrieren. Dies kritisierte Anderson Silva nun, fünf Jahre später, in einem Interview: „Es gibt einige Athleten, die von dem Hormon-Ersatz Gebrauch machen müssen“, so der 43-Jährige. „Ich glaube, wenn die USADA das regulieren würde, hätten wir den Sport auf einem hohen Level, mit Athleten, die aufgehört haben zu kämpfen. Vitor (Belfort) zum Beispiel. Sogar ich, obwohl ich den Ersatz nie hatte. Aber einige Athleten, die es wirklich brauchen, die älter sind. Dan Henderson und viele andere Athleten, die deswegen aufgehört haben.“

Im Juni 2015 ging die UFC einen weiteren Schritt in Richtung eines sauberen Sports und implementierte ein neues Test-Programm, das seitdem von der US-amerikanischen Anti Doping Agentur (USADA) durchgeführt wird. Zwar befürwortet Silva diesen Schritt, wünscht sich jedoch etwas mehr Verständnis für die Eigenheiten des MMA-Sports.

„USADAS Einstieg in die UFC, um die Doping-Situation zu kontrollieren, war meiner Meinung nach gut, aber ist auf eine bestimmte Weise auch eine Beeinträchtigung, weil MMA kein normaler Sport ist. Es fordert Kampftraining vom Athleten, körperliches Training.“

Silva hat selbst schon Erfahrungen mit der USADA gemacht. Vor seinem Kampf mit Nick Diaz wurde er positiv auf verschiedene Steroide getestet, was ihm eine Sperre von einem Jahr einbrachte. Auch vor einem geplanten Aufeinandertreffen mit Kelvin Gastelum im vergangenen Jahr kam seine Probe positiv zurück. „The Spider“ umging jedoch eine lange Strafe für ein zweites Vergehen, da ein verunreinigtes Nahrungsergänzungsmittel verantwortlich war. Trotzdem befürwortet er entsprechende Kontrollen:

„Ich bin auf jeden Fall für Dopingkontrollen“, sagte der BJJ- und Taekwondo-Schwarzgurt. „Ich bin der Meinung, dass kein Athlet am Kampftag eine bestimmte Situation ausnutzen sollte. Aber ich denke, dass sie sich das nochmal anschauen sollten, weil es viele Verletzungen gibt, viele Kämpfe abgesagt werden, da Athleten sich verletzen. […] Du nimmst zum Beispiel Aspirin und kannst beim Doping erwischt werden. Ich bin nicht gegen USADA, ich bin total dafür, aber ich finde, dass es eine gewisse (Flexibilität) geben sollte, wenn es darum geht, was erlaubt ist und was nicht.“

Nach zwei Jahren auf der Ersatzbank kehrt Anderson Silva am 10. Februar in das Octagon zurück. Bei UFC 234 trifft er auf den hochgelobten Israel Adesanya. Im Falle eines Sieges wurde dem 43-Jährigen von UFC-Präsident Dana White bereits ein Titelkampf versprochen. Sollte es nicht dazu kommen, hätte Silva Interesse an einem weiteren Duell mit Nick Diaz.

„Ich denke der Kampf mit Nick Diaz wäre ein sehr cooler Kampf, sehr interessant. In unserem letzten Kampf wurden wir beide beim Doping erwischt und es wurde ein No-Contest. Also hat der Kampf nie stattgefunden. Aber ich glaube, dass Nick ein Typ ist, der einen Namen und einen Platz in den Geschichtsbüchern des Sports hat.“