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Anderson Silva: In der UFC rückt die Unterhaltung immer mehr in den Fokus

Anderson Silva (Foto: Dorian Szücs)

Seit über zehn Jahren steht Anderson Silva bereits bei der UFC unter Vertrag und er hat in der langen Zeit zahlreiche Veränderungen in der Organisation mitbekommen. Mit dem Verkauf der UFC an die Künstleragentur WME-IMG wird sich vor allem die Ausrichtung der Kampfsport-Organisation ändern, denkt der frühere UFC-Champion.

„Das ist ein Unternehmen, das sich um Unterhaltung kümmert“, sagte Silva kürzlich im brasilianischen Fernsehen. „Das ist kein Unternehmen mit einer Vergangenheit in der Kampfkunst bzw. der Philosophie des Kämpfens. Darum bekommt 'Jacare' Souza auch keinen Titelkampf, da es für sie nicht profitabel ist, nicht die Unterhaltung bringt, die sie erwarten. Das haben sie halt ihr ganzes Leben lang gemacht – in der Unterhaltungsbranche arbeiten. Das müssen wir verstehen. Das ist schwer, weil wir an Kampfsport denken, was ja auch richtig ist. […] Ich denke, sie wollen das Ganze mehr in Richtung Unterhaltung und weg von der Kampfkunst bewegen. MMA hat keine Kampfkunst-Philosophie, aber es geht immer weniger um Sport und mehr um Unterhaltung.“

Zuffa LLC verkaufte die UFC im vergangenen Jahr für 4 Milliarden Dollar an WME-IMG. Veränderungen hat es seitdem vor allem in Bezug auf das Personal gegeben. Etwa 15 Prozent der Belegschaft mussten die Organisation bereits verlassen.

„Ich denke, sie sind ein großes Risiko eingegangen“, sagte Silva. Die Gesichter der UFC waren immer Dana White und Lorenzo Fertitta. Wenn du Dana und Lorenzo, den guten und den bösen Cop, nicht mehr hast, hängt alles in der Luft. Aber bleiben wir positiv. Ich denke, alles wird gut.“

Matchmaking mit Fokus auf die Unterhaltung könnte dem Brasilianer aber auch zugutekommen. Im vergangenen Jahr musste Silva in London eine knappe Niederlage gegen Michael Bisping einstecken, der mittlerweile UFC-Champion im Mittelgewicht ist. Ein Rückkampf wurde schon damals ins Gespräch gebracht. Könnte der 41 Jahre alte Silva in diesem Jahr vielleicht die Chance bekommen und noch einmal um den Gürtel kämpfen?

„Ich würde wirklich gerne gegen Bisping kämpfen“, so Silva. „Ich denke, ich habe einen Kampf gegen Bisping verdient – egal ob um den Gürtel oder nicht. Für alles, was ich in diesem Sport erreicht habe. Aber wenn es nicht passiert, ändert das auch nicht viel an meinem Leben. 'Jacare' ist eigentlich an der Reihe. Aber bei der UFC geht es ums Geschäft. Wenn man ans Geschäft denkt, würde ein Rückkampf gegen Bisping um den Gürtel wohl mehr ziehen. Aus sportlicher Sicht ist aber 'Jacare' derjenige, der um den Gürtel kämpfen sollte.“