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Alvarez gratuliert McGregor-Camp: „Ich ziehe meinen Hut vor euch.“

Eddie Alvarez (Foto: Florian Sädler/GNP1.de)

Es sollte der große Tag des Eddie Alvarez werden. Monatelang, noch bevor er den Titel im Leichtgewicht überhaupt gewann, hatte der Amerikaner getönt, er wisse, wie man McGregor unschädlich mache und es würde der leichteste Kampf seiner Karriere werden. Seit Samstag weiß man, er hat sich geirrt. Nun hat sich der einstige Champion in einem langen Beitrag auf Instagram zu Wort gemeldet.

„Ich gratuliere Conor und seinem Camp zu einer fantastischen Leistung, diese Jungs bringen es immer wieder, ich ziehe meinen Hut vor euch. Zu meiner Vorstellung kann ich ehrlicherweise nur eins sagen: ich habe es komplett verbockt. Nichts, was ich trainiert habe, habe ich umgesetzt. Ich habe das komplette Gegenteil von dem gezeigt, was wir seit zehn Wochen täglich geübt haben. Unser Gameplan in einem Satz zusammengefasst: geh nach links und ringe vor allem. Stattdessen habe ich mich immer in seine Linke hinein bewegt und mit ihm geboxt.

So wie ich zu kämpfen, war ein sicheres Todesurteil und das Ergebnis hat dazu gepasst. Ich sage es immer wieder, es gibt wenig Spielraum für Fehler auf diesem Level und ich habe für meine Fehler bezahlt. Ich habe es auf die größte Bühne und vor das größte Publikum meiner Karriere geschafft und es total versaut als ich diese Bühne betreten habe. Mein Herz tut weh und wenn ich daran zurückdenke, fühle ich Ärger und Reue.

Wenn es eine Liste mit Dingen gibt, die man nicht gegen einen derartigen Gegner tun sollte, dann habe ich diese Liste am Samstag komplett abgearbeitet. Ich bin von mir enttäuscht und meine Leistung ist kein Spiegelbild meiner Trainer, Trainingspartner oder der unzähligen Stunden des Trainings, mit denen ich mich diesem Sport verpflichtet habe.

Jedes Mal, wenn ich den Käfig betrete, wäge ich das Risiko, verwundbar zu sein und blamiert zu werden, gegen die Möglichkeit ab, etwas Großes zu und zu wachsen. Ich entscheide mich immer für Letzteres, egal welche Unbequemlichkeit und Angst es mit sich bringt. Diese Entscheidung ist der einzige Grund, warum ich überhaupt Erfolg habe.

Ich dachte, dass es mich wenigstens aufheitert, gutes Geld verdient zu haben, aber es fällt mir sehr schwer, den Scheck zu genießen. Ich fühle mich die meiste Zeit unruhig und unwohl. Ich habe Glück, meine Familie in dieser Zeit bei mir zu haben, die mir hilft, wieder zu lachen und zu lächeln und mich wissen lässt, dass alles wieder gut wird. Sie ist meine rettende Gnade, ohne sie bin ich nur die äußere Hülle eines Mannes.

Abgesehen vom Ende habe ich die Fight Week und alles auf dem Weg zum Kampf sehr genossen, es hat viel Spaß gemacht. Ich habe mich nie über einen einzigen Sieg definiert und werde das auch nicht über eine einzelne Niederlage tun. Ich hatte einfach einen schlechten Abend. Ich werde auch wieder gute Abende haben. Und ich werde diesen Weg jedes Mal wieder gehen, um zu sehen, was dabei herauskommt.

Danke für eure Aufmerksamkeit, EA“