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Aller guten Dinge sind drei - UFC Fight Night 36

Ronaldo "Jacaré" Souza fuhr am Samstag gegen Francis Carmont seinen dritten Sieg in der UFC ein (Foto: Tobias Bunnenberg/Groundandpound.de)

Die erste brasilianische UFC-Veranstaltung des neuen Jahres ist Geschichte, und obwohl der Event wohl nicht für sein Übermaß an Action in Erinnerung bleiben wird, haben sich einige interessante Entwicklungen aus den Kämpfen abgezeichnet.

Nach UFC 169 Anfang des Monats gingen auch in Jaragua do Sul die meisten Duelle über die Distanz, dennoch konnten einige Akteure überzeugen und Erwartungen für die kommenden Monate schüren. Welche drei Kämpfer konnten am Samstag am meisten überzeugen?

Lyoto Machida
Das Jahr 2014 könnte ein sehr gutes für den „Dragon“ werden. Noch im letzten Sommer hatte Machida sich in den Halbschwergewichts-Rankings effektiv festgefahren, der Wechsel ins Mittelgewicht hat nun offenbar willkommenen, frischen Wind in seine Karriere gebracht. 

Nach dem K.o. gegen Mark Munoz im Oktober und nun dem Punktsieg gegen Gegard Mousasi kann Machida das Jahr 2014 mit zwei aufeinanderfolgenden Siegen gegen solide Gegner angehen. Damit könnte er sich im Bestfall bereits einen Titelkampf gegen den Sieger des Kampfes zwischen Chris Weidman und Vitor Belfort gesichert haben, die im Mai bei UFC 173 gegeneinander antreten werden. Die UFC hat allerdings angekündigt, den Ausgang dieses Kampfes abzuwarten, bevor entschieden wird, wie man weiter mit Machida verfährt. Kurz gesagt: Machida trifft im Sommer direkt auf Weidman/Belfort oder im Hinblick auf das Timing jenes Kampfes auf jemanden, der ihn mit einem weiteren Sieg dorthin bringen könnte. Mit wem Machida sich ein Duell um den Status des nächsten Herausforderers liefern könnte, ist momentan noch schwer zu sagen, da beinahe alle Top-Mittelgewichte verplant sind. Denkbar wäre Luke Rockhold, falls er bei UFC 172 im April gegen Tim Boetsch gewinnt oder Michael Bisping, falls dieser sich im April gegen Tim Kennedy durchsetzen kann.

„Jacaré“ Souza
In dem dreiviertel Jahr seit seiner Ankunft im Octagon hat Souza sich in den Augen der meisten UFC-Fans vom oberen Mittelklassekämpfer zum potentiellen Titelherausforderer gemausert, und das nicht ohne Grund. Obwohl „Jacaré“ schon vor einigen Jahren bei Strikeforce eine Macht war, bekam er dort nie die verdiente Aufmerksamkeit – jetzt allerdings verstärken seine letzten drei gewonnenen Kämpfe bei Strikeforce die imposante Siegesserie von mittlerweile sechs Erfolgen am Stück, der in der UFC bisher Chris Camozzi, Yushin Okami und am Wochenende Francis Carmont zum Opfer gefallen sind. 

Eine direkte Chance auf den Titel wird er nach dem Sieg gegen Carmont wohl trotzdem nicht bekommen, weil der Franzose zwar eine ansehnliche Siegesserie in den Kampf gebracht hat, aber kein allseits bekannter Star ist. Einen solchen muss Souza jedoch noch besiegen, um als veritabler Herausforderer durchzugehen. Anbieten für einen derartigen Kampf würde sich eigentlich nur Machida, allerdings scheint dieser bis zum Mittelgewichtstitelkampf bei UFC 173 außen vor zu sein. Alternativen hat Souza momentan wenige, denn die meisten Top-Kämpfer sind verplant oder haben kürzlich verloren. Letztlich gilt für ihn daher die gleiche Auswahl wie für den „Dragon“, falls dieser in den kommenden Monaten noch einmal ins Octagon steigt und ihm dann nicht sowieso Souza selbst gegenübersteht: Luke Rockhold oder Michael Bisping.

Erick Silva
Erick Silva ist zurück. Zumindest könnte man nach seinem 52-Sekunden-K.o. gegen Takenori Sato diesen Eindruck bekommen. Dummerweise ist dies für „Indio“ bereits der dritte Versuch, eine beeindruckende Siegesserie auf die Beine zu stellen, die zeigen könnte, dass er tatsächlich ein Top-Talent der Weltergewichtsklasse ist. 

Der Brasilianer erarbeitete sich seit 2011 mit einigen imposanten vorzeitigen Siegen einen verdienten Ruf als gefährlicher Jungspund mit einem aggressiven Kampfstil und den dazugehörigen, harten Händen. Dieser Ruf litt in den vergangenen eineinhalb Jahren allerdings unter Niederlagen gegen Jon Fitch und Dong Hyun Kim. Eine, wenn auch kontroverse Disqualifikationsniederlage gegen Carlo Prater führte darüber hinaus dazu, dass Silva in der UFC bisher offiziell keine Siegesserie vorweisen kann, sondern lediglich abwechselnde Siege und Niederlagen. Der K.o. gegen Takenori Sato war zwar beeindruckend,  seinen Status muss Silva sich aber im weiteren Verlauf des Jahres erst noch mit einigen weiteren imposanten Siegen zurückerarbeiten, um dann erneut gegen Top-Gegner antreten zu dürfen. Da der 29-Jährige in diesem Jahr aktiver sein will als bisher, würden sich Duelle mit Weltergewichten anbieten, die ebenfalls vor kurzem gewonnen haben oder in den nächsten Wochen einen Sieg einfahren. Nico Musoke beispielsweise bezwang am Wochenende Viscardi Andrade, außerdem treffen nächsten Samstag bei UFC 170 Mike Pyle und TJ Waldburger sowie Robert Whittaker und Stephen Thompson aufeinander.