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Al Iaquinta im Vertragsstreit mit der UFC, sagt Kampf gegen Thiago Alves ab

Al Iaquinta (Foto: Valentino Kerkhof)

Von einem Kampf vor heimischer Kulisse in New York hat Al Iaquinta immer geträumt. Im November hätte dieser Traum bei UFC 205 gegen Thiago Alves wahr werden sollen. Nun machte Iaquinta aber einen Rückzieher – aus finanziellen Gründen.

„Ich habe den Vertrag (für den Kampf) bekommen und ihn mir ein paar Tage lang angeschaut“, erklärte Iaquinta im Interview mit FOX Sports. „Ich dachte mir, dass ich das einfach nicht unterzeichnen kann. Ich kann es einfach nicht. Ich hatte das Gefühl, dass es einfach nicht richtig ist. Ich habe mit meinem Manager gesprochen und ihm gesagt, dass ich wirklich in New York kämpfen will. Es gibt nichts, was ich lieber tun würde, aber ich kann keine Gehaltskürzung hinnehmen.“

Iaquinta hat im vergangenen Jahr einen neuen UFC-Vertrag über vier Kämpfe unterzeichnet, noch bevor der Sponsoren-Deal der UFC mit Reebok in Kraft getreten ist. Iaquinta hat seinen Vertrag also unter dem Gesichtspunkt unterzeichnet, in seinen Kämpfen eigene Sponsoren präsentieren zu können. Seit Juli 2015 ist dies aber nicht mehr erlaubt. Für seinen Kampf gegen Thiago Alves hätte Iaquinta durch das Reebok-Sponsoring 5.000 Dollar verdient – viel weniger als das, was er sonst von Sponsoren bekommen hat.

Iaquinta, der die letzten 17 Monate aufgrund einer schweren Knieverletzung nicht kämpfen konnte und operiert werden musste, ist nun nicht bereit für seine vertraglich vereinbarte Kampfgage von 26.000 Dollar bei einer möglichen Siegprämie von 26.000 Dollar ins Octagon zu steigen. Eine Neuverhandlung des Vertrags wurde seitens der UFC abgelehnt.

Dabei hat Iaquinta aktuell nicht einmal mehr die Möglichkeit, sich durch einen „Performance of the Night“- oder „Fight of the Night“-Bonus 50.000 Dollar dazuzuverdienen. Momentan ist der 29-Jährige nämlich für seine nächsten drei Kämpfe von Bonuszahlungen ausgeschlossen.

„Fünf Wochen vor meinem Kampf gegen Bobby Green wollte die UFC, dass ich nach Las Vegas zu einer Kämpfer-Versammlung fliege, wodurch ich eine Woche mit Zeitverschiebung hätte leben müssen, und das fünf Wochen vor meinem Kampf“, so Iaquinta. „Ich gebe Privatstunden, um nebenbei ein bisschen Geld zu verdienen. Das hätte ich dann nicht machen können. Ich wäre nach Vegas geflogen, hätte dort ohne mein Team nur schlecht trainieren können und keinen Cent verdient. Ich hätte dadurch Geld verloren und war obendrein auch noch krank.“

Die UFC gestattete Iaquinta das Fernbleiben von der Versammlung, als er dann aber Fotos von sich am Strand in sozialen Netzwerken veröffentlichte, bekam er einen Anruf und wurde zurechtgewiesen. Es war bereits Iaquintas dritter Verstoß gegen Verhaltensrichtlinien der UFC. 2014 hatte er nach seinem Sieg gegen Joe Lauzon sein Hotelzimmer verwüstet. Nach seinem Sieg gegen Jorge Masvidal fluchte er live im Fernsehen. Nach drei Verstößen wurde Iaquinta schließlich in eine Telefonkonferenz mit UFC-Offiziellen berufen und bestraft.

„Sie haben sich alles angehört, was ich zu sagen hatte, aber dann sagten sie: 'Okay, wir werden die Strafe trotzdem durchsetzen. Du kannst die nächsten drei Kämpfe keine Post-Fight-Boni gewinnen'“,erklärte Iaquinta. „Es war ihre Entscheidung. Die hatten sie aber schon gefällt, bevor sie mich angerufen haben.“

Nach vier UFC-Siegen in Folge weiß der TUF-15-Finalist nun nicht so recht, wie es mit seiner Karriere als Kämpfer weiter gehen soll.

„Ich bin als Privattrainer tätig, habe meine Immobilienmakler-Lizenz und lebe ein gutes Leben“, so Iaquinta. „Ich muss jetzt nicht unbedingt kämpfen. Wenn ich diesen Kampf angenommen hätte, dann hätte ich alles andere pausieren müssen und kein Geld verdient. Ich brauche da etwas Konstanz. Nach der Verletzung dachte ich, dass meine Karriere vorbei ist. Meine gesamte Betrachtungsweise hat sich dadurch geändert. […] Kann ich, wenn ich älter bin, mit meinen Kindern noch die Treppe hochlaufen? Kann ich noch mit ihnen spielen? Vermutlich nicht. Ist das das Geld wert? Sicher nicht.“