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Zuffa vs. Golden Glory

Zuffa gegen Golden Glory (Fotomontage via Groundandpound)

Große Verwunderung war die Folge der gestrigen Entlassung dreier Golden Glory Kämpfer durch Zuffa LCC., der Muttergesellschaft der UFC und von Strikeforce. Marloes Coenen, Valentijn Overeem und Jon Olav Einemo mussten eine Woche nach der Entlassung Alistair Overeems ihre Taschen packen. Auch für Golden Glory Trainer Martin de Jong kamen diese Entlassungen sehr überraschend.

„Das ist ein schwerer Schlag für uns“, so de Jong gegenüber MMA Junkie. „Ich denke, dass es den Kämpfern gegenüber unfair ist. Sie trainieren hart und liefern spannende Leistungen ab. Ich habe keine Ahnung [ob das etwas mit Alistair Overeems Entlassung zu tun hat], aber es sieht nicht gut aus. Sicher, für uns ist es nicht gut. Ich bin sehr enttäuscht. Was soll ich dazu sagen?“

Nach der Bekanntgabe der Entlassungen gab es starke Proteste gegenüber Zuffa aus der MMA-Welt. Viele gingen davon aus, dass die Entlassungen eine Art Trotzreaktion auf das Verhalten Alistair Overeems gewesen seien. Overeem wurde entlassen, nachdem er einen Kampf gegen Antonio Silva im September aufgrund von Verletzungen ablehnte und einen Kampf im Oktober bei der United Glory World Series annahm.

Wie Fighters Only jetzt jedoch durch mehrere Quellen erfuhr, scheint es sich um ein vertragliches Problem zu handeln. So sollen die Gehälter der Kämpfer des Golden Glory Teams laut Vertrag nicht direkt an die Kämpfer gehen, sondern an das Management. Üblich ist es jedoch bei Zuffa, dass die Kämpfer ihr Gehalt bekommen und dann selbstständig einen Anteil an das Management abgeben. Dem Management sei zudem die Bezahlung der Flüge und der Unterkünfte vertraglich zugesichert, wenn einer ihrer Kämpfer für Strikeforce antritt. Die Verträge sollen denen zwischen Strikeforce und M-1 Global stark ähneln.

Verträge dieser Art könnten zur Geldwäsche und zur Steuerhinterziehung verwendet werden und werden daher von Zuffa weitestgehend vermieden.

Seit dem Aufkauf von Strikeforce im März 2011 waren diese Verträge Zuffa ein Dorn im Auge. Man war allerdings bereit, den Verträgen so lange wie nötig zu entsprechen. Da alle drei Kämpfer nun aber eine Niederlage einstecken mussten, waren sie laut Vertrag zur Entlassung freigegeben.

Sergei Kharitonov, ebenfalls ein Kämpfer aus dem Golden Glory Team, ist weiterhin bei Strikeforce unter Vertrag und wird im September im Halbfinale des Strikeforce World Grand Prix auf Josh Barnett treffen. Sollte er den Kampf verlieren, werden die Vertragsverhandlungen mit Zuffa beginnen. Kann man sich dann nicht auf einen Vertrag nach Zuffa-Spielregeln einigen, dürfte ihm das gleiche Schicksal wie seinen Teamkameraden drohen.