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WSOF 22: Shields gegen Palhares um das Gold

Nicht nur in Rio de Janeiro wird am Samstag um MMA-Titel gekämpft. World Series Of Fighting macht sich das Auswärtsspiel der UFC zu Nutze und füllt die Lücke in Las Vegas mit einem eigenen Event, bei welchem gleich zwei Titel ausgekämpft werden. Mit Sheymon Moraes bekommt Champion Marlon einen Namensvetter gegenüber gestellt. Im Hauptkampf stehen jedoch zwei alte Bekannte aus der UFC: Rousimar Palhares verteidigt seinen Titel im Weltergewicht gegen Herausforderer Jake Shields.

Nur wenigen Kämpfern ist es vergönnt, die UFC mit einem Sieg zu verlassen, sei es Karriere- oder Vertragsende. Rousimar Palhares (17-6) ist einer von ihnen, wenn auch aus unschönem Grund. Nach seiner Entlassung aufgrund eines zu lange gehaltenen Leg Locks gegen Mike Pierce ist der Brasilianer bei World Series Of Fighting gelandet, wo der Bodenspezialist gleich im ersten Duell Steve Carl um seinen Titel erleichterte. Anschließend verteidigte "Toquinho" seinen Gürtel gegen den einstigen UFC-Herausforderer Jon Fitch. Beide Gegner wurden innerhalb der ersten 90 Sekunden besiegt, beide durch Leg Locks

Jake Shields (31-7-1) ist also gewarnt, wenn er am Samstag mit dem 35-Jährigen in Käfig steigt. Shields, selbst einer der gefährlichsten Submission-Spezialisten der Gewichtsklasse, wurde nach acht Kämpfen, drei Niederlagen und einem vermasselten Drogentest im April vergangenen Jahres von der UFC vor die Tür gesetzt, nachdem er Hector Lombard bei UFC 171 unterlag. Genau wie Palhares nun bei WSOF unter Vertrag, kann Shields ebenfalls auf zwei Erfolge gegen Ryan Ford und Brian Foster beim neuen Arbeitgeber zurückblicken. Ein angedachtes Duell gegen Jon Fitch kam bisher nicht zustande. Ob Shooto, Rumble On The Rock, EliteXC oder Strikeforce, wo auch immer der 36-Jährige unterwegs war, gewann er Titel. Am Samstag könnte es wieder so weit sein.

Moraes gegen Moraes im Bantamgewicht

Um den Titel geht es auch drei Gewichtsklassen tiefer im Bantamgewicht. Hier treffen die Namensvetter und Landsmänner Marlon (14-4-1) und Sheymon Moraes (7-0) aufeinander. Marlon Moraes dürfte eines, wenn nicht das beste Bantamgewicht außerhalb der UFC sein. Der Champion steht seit der ersten WSOF-Veranstaltung im Kader und verteidigt seinen Gürtel am Samstag zum zweiten Mal. Zuletzt mussten sich Cody Bollinger und Josh Hill geschlagen geben.

Gelingt Herausforderer Sheymon Moraes die Überraschung, könnte dieser endlich den Status "Talent" hinter sich lassen. Der Thaiboxer verbrachte den Großteil seiner Karriere in der brasilianischen Heimat und ist bis heute der einzige Athlet, der den einmaligen UFC-Kämpfer Pedro Nobre bezwingen konnte. Im Dezember gab der Nogueira-Schüler sein WSOF-Debüt, bezwang Gabriel Solorio und empfahl sich ohne Umschweife für den Titelkampf.

Russische Invasion bei WSOF

Immer mehr Kämpfer aus Russland und den früheren Soviet-Republiken finden den Weg über den großen Teich nach Amerika. So finden sich auch bei WSOF mittlerweile eine Vielzahl an russischen Kämpfern, die eine große Rolle im Kader spielen. Der nächste in der Liste könnte Abubakr Nurmagomedov (9-1) sein. Der Bruder von UFC-Leichtgewicht Khabib Nurmagomedov stand bereits kurz vor einer UFC-Verpflichtung, unterlag dann jedoch Magomed Mustafaev, der prompt in der UFC landete und sein Debüt in Berlin gewann. Der 25-Jährige steht in seiner US-Premiere in Jorge Moreno (4-0) einem weiteren WSOF-Newcomer gegenüber.

Den zweiten Auftritt bei WSOF absolviert Islam Mamedov (11-1). Zuletzt unterlag der Kämpfer aus Dagestan im Jahr 2009. Der damals 19-Jährige stand dabei dem heutigen Bellator-Veteranen Alexander "Tiger" Sarnavskiy gegenüber und hat anschließend keine seiner zehn Begegnungen mehr verloren. In seine WSOF -Debüt schlug er Leon Davis in der ersten Runde technisch K.o. Gegen den Drysdale-Schüler Jimmy Spicuzza (6-2) soll es so weitergehen. Spicuzza bestreitet seinen vierten Kampf für WSOF und konnte davon zwei nach Punkten gewinnen.

Keine Lizenz für Thiago Silva, Starks springt gegen Kyle ein

Eine unschöne Überraschung erlebte World Series Of Fighting am Anfang der Woche. Ex-UFC-Kämpfer Thiago Silva (16-4 (2)), selbst nur Ersatzmann für den verletzten Tyrone Spong, hätte am Samstag auf Mike Kyle (21-12-1) treffen sollen, bekam aber keine Lizenz. Silva erschien nicht vor der Nevada State Athletic Commission, eine Auflage da Silva vor vier Jahren verfälschten Urin zum Dopingtest abgeben wollte, und wurde daher nicht zum Kampf zugelassen.

Am Dienstag konnte mit Clifford Starks (11-2) ein kurzfristiger Ersatz bekannt gegeben werden. Während Starks mit zuletzt drei Siegen in Folge auf dem Weg nach oben ist, musste Kyle den weiten Weg nach Abu Dhabi gehen, um eine drei Kämpfe umfassende Niederlagenserie zu beenden. Vielleicht wird es nach Kämpfen gegen Andrei Arlovski und Anthony Johnson ja im dritten Anlauf etwas mit dem ersten WSOF-Sieg für Kyle.

Das Programm im Überblick:

World Series Of Fighting 22: Palhares vs. Shields
1. August 2015
Las Vegas, Nevada, USA

Titelkampf im Weltergewicht
Rousimar Palhares (c) vs. Jake Shields

Titelkampf im Bantamgewicht
Marlon Moraes (c) vs. Sheymon Moraes

Abubakr Nurmagomedov vs. Jorge Moreno
Jimmy Spicuzza vs. Islam Mamedov
Mike Kyle vs. Clifford Starks

Jake Heun vs. Davin Clark
Donavon Frelow vs. Carlos Garcia
Jimmy Jones vs. Marco Simmons
Cory Hendricks vs. Julio Hinojosa
Gil Guardado vs. Pete Martin