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WSOF 22: Palhares sorgt gegen Shields für nächsten Eklat

Während die UFC in Rio de Janeiro gastierte, übernahm World Series Of Fighting den für ein Wochenende frei gewordenen Platz in Las Vegas. Mit Jake Shields und Titelträger Rousimar Palhares hatte man vor allem für die Grappling-affinen MMA-Fans einen Leckerbissen parat. Zuvor setzte Marlon Moraes seinen Titel gegen Landsmann Sheymon Moraes aufs Spiel.

Es geht scheinbar nicht ohne bitteren Nachgeschmack bei Rousimar Palhares. Erneut überschatten mehrere Unsportlichkeiten eine gute kämpferische Leistung im Käfig. Zwei Runden lang lieferten sich Champion und Herausforderer eine schöne Schachpartie auf der Matte, bei der zunächst Shields die Initiative übernahm und das Geschehen kontrollieren konnte. Der frühere Strikeforce-Champion erlangte immer wieder die Oberhand auf dem Boden, neutralisierte Palhares Bemühungen und kam sogar in die Full Mount, wobei "Toquinho" diese beinahe in einen Leg Lock kontern konnte. Das Ende des Kampfes sollte dann im dritten Durchgang erfolgen. Shields ging zum Takedown über, der Brasilianer blockierte Shields' Arm und drehte den Amerikaner auf die Matte und in einen Kimura.

Shields klopfte sofort energisch ab, es bedurfte jedoch deutlichem Einwirken von Ringrichter Steve Mazzagatti, bis Palhares den Schulterhebel los ließ und den Sieg feierte. Shields, außer sich vor Wut, ließ sich zu einem Schlag nach Ende des Kampfes hinreißen und gab zudem an, dass Palhares ihm mehrfach in die Augen gegriffen habe. Der alte und neue Champion war sich natürlich keiner Schuld bewusst und Steve Mazzagatti untermauerte seinen Ruf als unterdurchschnittlicher Ringrichter.

Marlon Moraes dominiert, Starks und die Russen siegen

Nicht nur das weibliche Bantamgewicht ist dünn besiedelt, auch bei den Männern bei WSOF fehlt es Marlon Moraes an würdigen Gegnern. Namensvetter Sheymon war jedenfalls keiner. Der Herausforderer wirkte von Beginn an wie gelähmt, eine Offensive war kaum auszumachen. Stattdessen war nur der Champion am Drücker. Nach einer mit Takedowns gewonnen ersten Runde ließ er ab der zweiten Runde seine Fäuste fliegen und das hinterließ sofort Eindruck. Einem Niederschlag im zweiten Durchgang folgten zwei weitere in Runde 3. Der 24-Jährige überstand die Attacken zwar, konnte aber nicht verhindern, dass sich der Champion den Rücken sicherte und von dort einen Rear-Naked Choke zum Sieg anzog.

Erst am Dienstag erfuhr Clifford Starks von seinem Einsatz bei WSOF 22, heute ist er einen Sieg reicher. Gegen Mike Kyle waren es vor allem Takedowns, die in einem engen Kampf das Zünglein an der Waage waren und Starks den Punktsieg einbrachten. Im Debütantenball konnte Abubakr Nurmagomedov gegen Jorge Moreno bestehen. Der Dagestaner bestimmte die drei Runden gegen Moreno mit Takedowns, Kontrolle und diversen Submission-Versuchen. Moreno hatte wie erwartet kaum eine Chance und überstand den Kampf nur mit Mühe. Im Eröffnungskampf setzte sich Islam Mamedov bereits in der ersten Runde mit Schlägen aus der Backmount gegen Jimmy Spicuzza durch. Auch das Vorprogramm war actionreich. Punktrichter wurden nicht benötigt, nur ein einziger Kampf erreichte überhaupt die dritte Runde.

Die Ergebnisse im Überblick:

WSOF 22: Palhares vs. Shields
1. August 2015
Las Vegas, Nevada, USA

Titelkampf im Weltergewicht
Rousimar Palhares (c) bes. Jake Shields via Kimura nach 2:02 in Rd. 3

Titelkampf im Bantamgewicht
Marlon Moraes (c) bes. Sheymon Moraes via Rear-Naked Choke nach 3:46 in Rd. 3

Clifford Starks bes. Mike Kyle einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 30:27)
Abubakr Nurmagomedov bes. Jorge Moreno einstimmig nach Punkten (30:26, 30:26, 30:27)
Islam Mamedov bes. Jimmy Spicuzza via T.K.o. (Schläge) nach 4:47 in Rd. 1

Vorprogramm
Jake Heun bes. Davin Clark via Arm-Triangle Choke nach 2:46 in Rd. 3
Donavon Frelow bes. Carlos Garcia via Guillotine Choke nach 2:49 in Rd. 1
Marco Simmons bes. Jimmy Jones via Rear-Naked Choke nach 2:23 in Rd. 2
Cory Hendricks bes. Julio Hinojosa via Guillotine Choke nach 1:08 in Rd. 1
Gil Guardado bes. Pete Martin via Guillotine Choke nach 3:31 in Rd. 1