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Vorschau: UFC 110 - Die Hauptkämpfe

Morgen ist es soweit! Die UFC wird zum ersten Mal in ihrer Geschichte auf australischem Boden einen Live Event veranstalten. Mit einer vollgepackten und hochbrisanten Fightcard möchte man die Herzen der Australier erobern. Ein Anzeichen dafür, dass es zu funktionieren scheint ist, dass binnen weniger Stunden der Event restlos ausverkauft war. Im Hauptprogramm wird der PRIDE-Veteran Antonio Rodrigo Nogueira auf das bis dato ungeschlagene Nachwuchstalent Cain Velasquez treffen. Aber auch mit dem Co- Main Event zwischen Wanderlei Silva und Michael Bisping dürfen sich die MMA Fans auf einen spannungsgeladenen Kampf freuen.

Antonio Rodrigo Nogueira zählt zu den besten BJJ-Kämpfern der Welt. Unzählige seiner Gegner mussten bereits diese Erfahrung machen. Der ehemalige PRIDE-Schwergewichtschampion lieferte sich legendäre Schlachten und ist in bislang 38 Kämpfen kein einziges Mal zur Aufgabe gezwungen worden. Lediglich eine KO-Niederlage verzeichnet der Brasilianer in seinem Kampfrekord, welche ihm Frank Mir zufügte. Und selbst diese sehen viele als eher fragwürdig, da Minotauro im besagten Kampf eine Infektion hatte, welche ihm einige Tage vor dem Kampf einen Krankenhausaufenthalt bescherte. In diesem Kampf könnte es jedoch sehr gefährlich für Nogueira werden, sich mit Velasquez auf dem Boden zu messen. Velasquez ist ein außergewöhnlich starker Ringer und verfügt über ein brutales Ground and Pound. Deshalb sollte es nicht verwunderlich sein, wenn sich der Brasilianer auf seine boxerischen Fähigkeiten beruft und einen Standkampf gegen Velasquez bevorzugt. Minotauro trainierte bereits etliche Male mit der olympischen Boxauswahl Brasiliens. Ein weiterer großer Vorteil für Nogueira ist seine Erfahrung. Es gibt wirklich keine Position und Kampfsituation, die Minitauro noch nicht erlebt hat. Deshalb dürfte es Velasquez schwer haben, denn BJJ-Schwarzgurt zu überraschen und festzunageln.

Das man Nogueira sehr wohl vorzeitig stoppen kann, möchte Cain Velasquez allen Kritikern zeigen. Der aufkommende UFC-Superstar musste sich bislang noch nie geschlagen geben. In keinem seiner sieben Kämpfe zeigte er konditionelle Probleme und Kondition wird er gegen einen Kämpfer wie Minotauro auch benötigen. Ähnlich wie Nogueira hat Velasquez enorme Nehmerqualitäten. Dies zeigte er bei UFC 99 gegen Cheick Kongo, indem er zweimal hart getroffen zu Boden sank, aber dennoch immer wieder in der Lage war, sich sofort zu regenerieren und weiter zu kämpfen, als ob nichts geschehen sei. Selbst UFC Präsident Dana White nennt seinen Schützling den „Terminator“, da Velasquez wie eine Maschine unaufhörlich nach vorne maschiert und trotz deutlicher Wirkungstreffer keinen Millimeter von seinem Gegner weicht. Velasquez zeigte zwar, dass sein Striking sich von Kampf zu Kampf verbessert, jedoch dürfte die Wahrscheinlichkeit Minotauro KO zu schlagen sehr gering sein. Der 1,88m große Amerikaner wird seine Siegeschance im Ground and Pound suchen.

Dieser Kampf hat zwar enormes Potential über die volle Rundenzeit zu gehen, jedoch dürfte er sich trotzdem alles andere als langweilig gestalten.

Beim nächsten Kampf dürfte es eigentlich schier unmöglich sein, dass die Zuschauer sich ganze 15 Minuten gedulden müssen, um zu wissen, wer der Sieger ist.

Wanderlei Silva möchte einen Neuanfang. Bei UFC 110 gibt der Brasilianer sein Debüt im Mittelgewicht und dies soll niemand geringeres als der charismatische Engländer Michael Bisping zu spüren bekommen. Silvas Bilanz in der UFC ist alles andere als positiv. Lediglich einen Sieg aus vier Kämpfen konnte der „Axtmörder“ auf seinem Konto gutschreiben. Deshalb wird dieser Kampf ein enorm wichtiger für den Mann aus Curitiba sein. Silva gibt immer Volldampf und dabei ist es ihm egal gegen wen er kämpft. Schafft er es, seinen Gegner in einen offenen Schlagabtausch zu verwickeln oder ihn sogar zu clinchen, sieht es meist düster für seinen Kontrahenten aus. Jedoch gerade dieses offensive Vorgehen ist dem Brasilianer in letzter Zeit immer wieder zum Verhängnis geworden. So verlor er gegen Quinton Jackson durch einen Konterschlag via KO und auch in seinem letzten Kampf gegen Rich Franklin wurde er immer wieder ausgekontert und verlor durch Punkteentscheidung. Sollte Silva diesmal ein wenig zurückhaltender kämpfen und Bisping dazu verleiten einige Offensivaktionen zu starten, könnte Silva somit den offenen Schlagabtausch provozieren und  seine Siegeschancen erhöhen. Da Silva einen Schwarzgurt im BJJ besitzt, dürfte er sich auch auf dem Boden gegen Bisping wohl fühlen und sich zu wehren wissen, sollte Bisping den Kampf dort führen wollen.

Michael Bisping hat mit Wanderlei Silva wirklich keine leichte Aufgabe vor sich. Dennoch könnte sie sich als sehr dankbar herausstellen. Denn sollte Bisping einen Sieg gegen den so populären Brasilianer erzielen, könnte ihm sogar in naher Zukunft ein Titelkampf gegen den zurzeit unantastbaren Anderson Silva bevorstehen. Der Engländer zeigte in allen seinen Kämpfen, bis auf seine KO Niederlage gegen Dan Henderson, dass er ein sehr taktischer und konditionsstarker Kämpfer ist. Sehr oft schafft der 30-jährige es im Vorfeld, seine Gegner mit „Trashtalking“ an den Rand des Wahnsinns zu bringen. Dank seines vielseitigen Kampfstils dürfte der Engländer im Stehen als auch auf den Boden mithalten können und, sollte er über eine gut ausgearbeitete Taktik verfügen, auch alles andere als ein Opferlahm in diesem Kampf sein. In den meisten seiner Kämpfe konterte Bisping seine Gegner aus und machte mit anschließenden Ground and Pound den Sack zu. Jedoch dürfte es auch niemanden überraschen, sollte Bisping versuchen den Standkampf mit explosiven Takedowns zu umgehen.

Wer von beiden umfällt, ist schwer vorherzusagen. Lassen wir uns einfach überraschen und freuen uns auf eine sehenswerte Schlacht.