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Vorschau auf das Ultimate Fighter 9 Finale

Vier Jahre nach dem Gewinn von „The Ultimate Fighter 1“ und seinem Sieg gegen Nick Diaz wird Diego Sanchez heute zum dritten Mal bei einer Finalshow von „TUF“ kämpfen. Da in der Leichtgewichtsklasse momentan keine klare Linie herrscht, verspricht er sich von einem Sieg gegen Clay Guida einen Titelkampf gegen BJ Penn oder Kenny Florian – je nachdem, wer bei UFC 101 gewinnen wird. Sanchez wechselte erst Anfang dieses Jahres ins Leichtgewicht und schlug in seinem Debüt Joe Stevenson.

Guida würde, falls er Sanchez besiegen kann, drei „TUF“-Sieger hintereinander bezwungen haben. Zuletzt schaltete er Mac Danzig aus „TUF 6“ und Nate Diaz aus „TUF 5“ mit seinem neuen „Clay & Pray“-Stil aus. Sein fahrlässiger, aber begeisternder Kampfstil gehört der Vergangenheit an, was jetzt zählt ist einzig und allein der Erfolg – egal wie.

Normalerweise verlässt sich Guida auf seine großartige Kondition und seine ringerischen Fähigkeiten. Jon Fitch hat einen ähnlich zermürbenden Kampfstil und konnte letztes Jahr gegen Sanchez einen Punktsieg holen, aber damals hatte er erhebliche körperliche Vorteile. Im Leichtgewicht ist Sanchez größer und kräftiger als Guida, darüber hinaus befindet er sich ebenfalls auf einem hohen konditionellen Niveau und kann sehr gut ringen. Somit sind zwei Vorteile, die Guida üblicherweise hat, neutralisiert.

Seit seinem Weggang vom Greg Jackson-Camp hat Sanchez sein Striking kontinuierlich verbessert. Nachdem seine Leistung im Boxen immer stärker wurde, funktionierten bei ihm zuletzt auch endlich die Kicks und Kniestöße richtig. Guida wird vor ein großes Problem gestellt, wenn er mit seinem durchschnittlichen Striking im Stand kämpfen muss, falls er Sanchez nicht auf die Matte bekommt. Und selbst dort wird er es schwer haben, denn Sanchez bekam vor kurzem erst seinen BJJ-Braungurt von den Ribeiros überreicht.

Für Joe Stevenson geht es heute um alles oder nichts. Drei seiner letzten vier Kämpfe hat er verloren und das nicht haarscharf, sondern klar und deutlich. Ein weiterer Misserfolg könnte das vorläufige Ende seiner UFC-Karriere bedeuten. Aber auch sein Gegner Nate Diaz kann sich eine Niederlage nicht leisten, wenn er sein Ziel, den Leichtgewichtstitel, nicht aus den Augen verlieren möchte.

Diaz, der gegen kräftige Ringer wie Stevenson bislang nicht immer gut ausgesehen hat, hat erhebliche Größen- und Reichweitenvorteile, die er ausnutzen muss, um Stevenson im Stand von sich fern zu halten und mit seinen besseren technischen Boxfähigkeiten auseinander zu nehmen. Auf dem Boden ist die Sache ausgeglichener. Stevenson hat seinen BJJ-Schwarzgurt von Robert Drysdale bekommen und ist schwer in einem Aufgabegriff zu erwischen, sofern er vorher nicht mit Schlägen aufgeweicht wurde.

In den beiden Finalkämpfen von „The Ultimate Fighter 9“ sind drei Briten und nur ein US-Amerikaner zu finden. Hieß es nicht vor kurzem noch, dass wir Europäer im MMA-Sport mit den Amerikanern noch lange nicht mithalten können? DaMarques Johnson vertritt das Land der unbegrenzten Möglichkeiten im Weltergewicht gegen James Wilks. Im Leichtgewicht treffen die englischen Landsmänner Andre Winner (besiegte unter anderem schon Mario Stapel) und Ross Pearson aufeinander.